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#3 Dissoziation

#3 Dissoziation

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In „Freiwärts – Aus dem Trauma in die Kraft“ begleitet die
klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin
Regina Lackner Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht
haben, auf ihrem Weg zurück in ihre innere Stärke. In dieser
Folge beschreibt Regina Dissoziation als Zustand, in dem wir uns
von uns selbst, unserem Körper und unserer Mitwelt getrennt
erleben, etwa „wie durch einen Schleier“ oder „in Watte gehüllt“.
Anhand von Sara zeigt sie, wie eine Bindungstraumatisierung zur
inneren Selbstaufgabe und späteren chronischen Dissoziationen
führen kann. Sarah wuchs in einem familiären Klima auf, das von
den hohen elterlichen Erwartungen geprägt war, denen ihre
Persönlichkeit, Ihr Wesen und ihre Fähigkeiten nicht entsprachen.
Zugleich war die Zuneigung ihrer Eltern an das Erfüllen der
Erwartungen gekoppelt. Durch die Unmöglichkeit ihren Eltern
gerecht zu werden, erlebte Sarah eine konstante Bedrohung, nicht
zu entsprechen und daher nicht geliebt zu werden. Die
Dissoziation schützte Sarah, vor diesen bedrohlichen Gefühlen.
Dissoziation ist also immer ein Schutzmechanismus: im Moment des
traumatischen Geschehens – etwa bei Unfällen, Naturkatastrophen,
körperlicher oder sexueller sowie psychischer Gewalt – schützt
sie uns vor der Wucht des Erlebens. Typische Formen sind etwa
alles wie mit einem Tunnelblick zu sehen, in Zeitlupe oder wie in
einem Film zu erleben, sich von oben oder außen zu sehen, sowie
das Gefühl, nicht wirklich dazu sein. Nach einer traumatischen
Erfahrung - mitunter auch Jahre später - schützt uns die
Dissoziation vor schmerzhaften Erinnerungen, intensiven Gefühlen
oder bedrohlichen Körperempfindungen. Dissoziationen können eher
kurzfristig als Reaktion auf einen Trigger, also Reiz entstehen,
der uns - zumeist unbewusst - an das traumatischen Erleben
erinnert. Oder sie können in dauerhafter Form bestehen, vor allem
nach chronischen traumatischen Erfahrungen wie etwa anhaltender
psychischer Gewalt oder Missachtung, wie sie Sarah erfahren hat.
Regina betont, dass Dissoziation immer auch eine Funktion hat und
nicht einfach „weggenommen“ werden sollte, ohne die zugrunde
liegenden traumatischen Erfahrungen und vor allem das Gefühl von
Sicherheit zu beachten. Als Tools nennt sie Orientierung im Außen
über unsere Sinne (sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken) -
etwa durch starke Reize wie scharfe Bonbons oder Ingwer,
ätherische Öle, Noppenbälle - sowie Bewegung, wie Hüpfen,
Abklopfen unseres Körpers, oder kaltes Wasser oder Eiswürfel, um
unser unteraktiviertes Nervensystem zu aktivieren. Regina macht
deutlich, dass es keine Tools gibt, die jedem helfen oder wir
bestimmte Tools können müssen - wie immer geht es darum, die
herauszufinden, die für uns jeweils am sinnvollsten, passendsten
und wirksamsten sind. Die Tools können vor allem bei
kurzfristigen Dissoziationen hilfreich sein. Bei konstanten
Formen der Dissoziation wie sie Sarah erlebt, ist ein
längerfristiger Prozess erforderlich, der neben diesen Tools auch
therapeutische Unterstützung sowie den Aufbau, die Vertiefung und
Festigung des Erlebens und Gefühls von Sicherheit umfasst.

Regina Lackner ist Psychologin, Psychotherapeutin und
Traumatherapeutin und begleitet seit über 20 Jahren Menschen mit
traumatischen Erfahrungen und Belastungen auf ihrem Weg zurück zu
einem selbstbestimmten Leben.

Komposition und Klavier: Jakob Stain

Website Regina Lackner 

Regina Lackner ist Psychologin, Psychotherapeutin und
Traumatherapeutin und begleitet seit über 20 Jahren Menschen mit
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