„Authentische Orte sind etwas ganz anderes als bedrucktes Papier“

„Authentische Orte sind etwas ganz anderes als bedrucktes Papier“

vor 19 Stunden
Dr. Volker Höffer, Leiter der Außenstelle Rostock des Stasi-Unterlagen-Archivs
32 Minuten
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Beschreibung

vor 19 Stunden
Zu Gast in unserem Livepodcast Menschenrechte: nachgefragt
anlässlich des 35 Jahrestages der deutschen Einheit und 50 Jahre
nach Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki: Dr. Volker
Höffer. Er ist Lehrer, Historiker und seit 2009 Leiter der
Außenstelle Rostock des Stasi-Unterlagen-Archivs. Volker Höffer hat
die friedliche Revolution als 26-Jähriger erlebt. Er weiß, warum im
Sommer und im Herbst 1989 so viele junge Menschen den Mut fanden,
in Oppositionsgruppen und auf der Straße gegen das
DDR-Unrechtsregime zu protestieren: Der Generationenwechsel
mobilisierte Zehntausende, die weniger traumatisiert und
angstgetrieben waren als ihre Eltern. Viele Menschen waren der
totalen Überwachung und der Repressionen überdrüssig. Ihre
Hoffnungen auf eine erleichterte Ausreise und eine Stärkung der
Menschenrechte hatten sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die
Herrschenden hatten nie die Absicht gehabt, sich an die Regeln aus
der Schlussakte von Helsinki zu halten, zu deren Unterzeichnern im
August 1975 auch die DDR gehört hatte. Die Staatssicherheit trieb
ihre Zersetzungsmaßnahmen voran, und machte auch vor dem Einsatz im
Westen nicht halt: so wurden Menschenrechtsorganisationen wie die
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und Amnesty
International gezielt unterwandert. Stützen konnte sich die
Staatssicherheit auf Zehntausende Inoffizielle Mitarbeiter. Höffer
schildert erschreckende Beispiele von Verrat im engsten
Freundeskreis. Jahr für Jahr beantragen immer noch Tausende
Einsicht in „ihre Akte“. Manche zum wiederholten Mal, manche trauen
sich erst nach Jahrzehnten, die Belege für ihre Bespitzelung durch
Freunde, Kollegen, sogar Familienmitglieder einzusehen. Die
Kenntnisse darüber, wie ein Inlandgeheimdienst wie die
Staatssicherheit arbeitet, waren während des Arabischen Frühlings
sehr gefragt. Deutsche Experten unterstützten die ägyptischen
Behörden bei der Aufarbeitung der Mubarak-Diktatur. Heute bemühen
sich Syrier um deutsche Expertise, von der sie sich versprechen die
Erbschaft von zwölf Geheimdiensten und ihrer ungezählten
Folterhöllen aufzuarbeiten. Vorabinfo: In der nächsten Folge
sprechen wir mit Helena Lüer vom International Rescue Committee,
1933 von Albert Einstein gegründet, über die weltweite humanitäre
Hilfe.

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