Podcaster
Episoden
21.05.2026
41 Minuten
Weltweit nehmen Krisen und Notlagen zu. Zugleich haben viele Länder ihre humanitären Zuwendungen drastisch gekürzt. So auch Deutschland: von rund drei Milliarden Euro auf eine Milliarde Euro. Wir sprechen im Podcast Menschenrechte: nachgefragt mit Helena Lüer vom International Rescue Committee Deutschland. Sie berichtet, welche Auswirkungen diese Mittelkürzungen für die Menschen in Krisengebieten haben. 1933 initiierte Albert Einstein die Gründung des International Rescue Committee (IRC), um Menschen zu helfen, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten. Er selbst war von einer Reise in die USA nicht nach Nazideutschland zurückgekehrt und entging so der Verfolgung. Heute unterstützt das IRC in mehr als 40 Ländern Menschen, die vor Klimakrisen, Krieg und Verfolgung fliehen. Sie stellen in den Aufnahmegesellschaften Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Notunterkünfte zur Verfügung, kümmern sich um die Gesundheitsversorgung und machen Bildungsangebote. Seit 2016 ist IRC auch in Deutschland vertreten, mit etwa 200 Mitarbeitende in allen Bundesländern. Mit Helena Lüer haben wir ausführlich über die Lage im Sudan gesprochen. Dort spielt sich derzeit eine riesige humanitäre Katastrophe ab, die international immer noch zu wenig Beachtung findet. Das International Rescue Committee setzt den Sudan seit drei Jahren auf Platz eins seiner jährlich veröffentlichten Watchlist. Nicht zuletzt deswegen hat man dem Land auf der im April in Berlin stattgefundenen Sudankonferenz erhebliche Mittel zugesagt. Hört rein – überall wo es Podcasts gibt.
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07.05.2026
32 Minuten
Zu Gast in unserem Livepodcast Menschenrechte: nachgefragt anlässlich des 35 Jahrestages der deutschen Einheit und 50 Jahre nach Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki: Dr. Volker Höffer. Er ist Lehrer, Historiker und seit 2009 Leiter der Außenstelle Rostock des Stasi-Unterlagen-Archivs. Volker Höffer hat die friedliche Revolution als 26-Jähriger erlebt. Er weiß, warum im Sommer und im Herbst 1989 so viele junge Menschen den Mut fanden, in Oppositionsgruppen und auf der Straße gegen das DDR-Unrechtsregime zu protestieren: Der Generationenwechsel mobilisierte Zehntausende, die weniger traumatisiert und angstgetrieben waren als ihre Eltern. Viele Menschen waren der totalen Überwachung und der Repressionen überdrüssig. Ihre Hoffnungen auf eine erleichterte Ausreise und eine Stärkung der Menschenrechte hatten sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die Herrschenden hatten nie die Absicht gehabt, sich an die Regeln aus der Schlussakte von Helsinki zu halten, zu deren Unterzeichnern im August 1975 auch die DDR gehört hatte. Die Staatssicherheit trieb ihre Zersetzungsmaßnahmen voran, und machte auch vor dem Einsatz im Westen nicht halt: so wurden Menschenrechtsorganisationen wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und Amnesty International gezielt unterwandert. Stützen konnte sich die Staatssicherheit auf Zehntausende Inoffizielle Mitarbeiter. Höffer schildert erschreckende Beispiele von Verrat im engsten Freundeskreis. Jahr für Jahr beantragen immer noch Tausende Einsicht in „ihre Akte“. Manche zum wiederholten Mal, manche trauen sich erst nach Jahrzehnten, die Belege für ihre Bespitzelung durch Freunde, Kollegen, sogar Familienmitglieder einzusehen. Die Kenntnisse darüber, wie ein Inlandgeheimdienst wie die Staatssicherheit arbeitet, waren während des Arabischen Frühlings sehr gefragt. Deutsche Experten unterstützten die ägyptischen Behörden bei der Aufarbeitung der Mubarak-Diktatur. Heute bemühen sich Syrier um deutsche Expertise, von der sie sich versprechen die Erbschaft von zwölf Geheimdiensten und ihrer ungezählten Folterhöllen aufzuarbeiten. Vorabinfo: In der nächsten Folge sprechen wir mit Helena Lüer vom International Rescue Committee, 1933 von Albert Einstein gegründet, über die weltweite humanitäre Hilfe.
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01.04.2026
32 Minuten
Zu Gast in der Karwoche 2026 im Podcast Menschenrechte: nachgefragt: Thomas Rachel MdB, der neue Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Das Amt gibt es seit 2018. In dieser Legislaturperiode ist es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Auswärtigen Amt gewechselt. Über die Gründe dafür und welchen Stellenwert die deutsche Außenpolitik der Religions- und Weltanschauungsfreiheit beimisst, haben wir mit Thomas Rachel gesprochen. Thomas Rachel setzt sich für die Fortführung des bilateralen Dialogs mit dem Vatikan und für eine verstärkte Zusammenarbeit im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ein. Er berichtet über sein Engagement für die Baha’i und die Christen im Iran und über die Lage der Tibeter und Uiguren in China. Sein Fazit: „Die Anzahl der Länder, in denen es Unterdrückung von Gläubigen gibt, nimmt leider zu.“ Sein eindringlicher Appell: „Wenn Menschen ihrer Religions- und Weltanschauungsfreiheit beraubt werden, dann muss uns das alle angehen!“
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18.03.2026
22 Minuten
Der Sozialwissenschaftler, Publizist und Dolmetscher Dr. Wahied Wahdat-Hagh ist seit Jahrzehnten ein kritischer Beobachter des Iran. Er publiziert regelmäßig über die Entwicklungen in dem krisengeschüttelten Land. Im Podcast Menschenrechte: nachgefragt der Politischen Meinung und der Konrad-Adenauer-Stiftung sprechen wir mit ihm über den Krieg zwischen Iran, Israel und den USA. Die Operation, die am 28. Februar 2026 begann, wird in den USA Epic Fury und in Israel Rising Lion genannt. Tötung von Chamenei Eine Woche nach der Tötung des obersten Religionsführers Ali Chamenei durch einen gezielten Angriff ernannte der 88-köpfige Expertenrat seinen Sohn Mojtaba Chamenei zum neuen Oberhaupt. Wir haben Wahdat-Hagh gefragt, wie sich die Enthauptung der politischen, klerikalen und militärischen Führung des Iran auf die Stabilität des Regimes und auf die Machtbalance zwischen Klerus und den Revolutionsgarden auswirkt. Iran-Massaker 2026 Im Januar sind Zehntausende friedliche Demonstranten vom Regime verhaftet, schwer verletzt und getötet worden. Wir wollten von Wahdat-Hagh wissen, ob der Krieg – trotz der Massaker an der eigenen Bevölkerung – dazu führen könnte, dass sich die Iraner hinter das Regime stellen. Transnationale Repression in Deutschland Deutsche Sicherheitsbehörden sind derzeit sehr wachsam: Man befürchtet, dass die iranischen Repressivorgane ihre Aktivitäten ausweiten und auch in Deutschland Regimegegner verfolgen und bedrohen. Wie können die etwa 400.000 Deutsch-Iraner, Israelis und jüdische Menschen vor der transnationalen Repression und dem Terror des Mullah-Regimes geschützt werden?
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04.03.2026
49 Minuten
Prof Dr. Lars Castelucci ist in der Bundesregierung der Beauftragte für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe. Er hat das Amt im Mai 2025 übernommen. Die Funktion wurde 1998 geschaffen, angesiedelt ist sie im Auswärtigen Amt. Menschenrechtspolitische Glaubwürdigkeit zeigt sich für ihn auch im Umgang mit Problemen im eigenen Land: von der Obdachlosigkeit, dem Menschenhandel bis hin zur Gleichstellung von Mann und Frau. In diesem Zusammenhang schätzt er besonders die Arbeit des Deutschen Instituts für Menschenrechte, das er im Kuratorium unterstützt. Im Interview geht es vor allem um den Schutz der Menschenrechte als Teil der Außenpolitik. Wir sprechen über den Iran, über die Lage im Land und etwaige neue Sanktionen, über die humanitäre Katastrophe im Sudan und die Flüchtlingskriese. Seine nüchterne Bilanz nach einem knappen Jahr im Amt: „Es ist nicht so einfach, von außen die Dinge zu verändern.“ Ein besonderes Anliegen ist ihm das Thema „transnationale Repression“. Gemeint sind staatliche Repressionen, die nicht an der Grenze enden, etwa Diffamierungskampagnen, Überwachungen und Ausspähung im Ausland, Entführungen und gewaltsame Rückführungen. Die Bundesregierung hat im Auswärtigen Amt eine entsprechende Koordinierungsstelle eingerichtet. Unser Gespräch endet mit einem Ausblick auf das 80jährige Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Jahre 2028.
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Über diesen Podcast
Seit Jahrzehnten befasst sich die Konrad-Adenauer-Stiftung mit
Menschenrechten – in Deutschland und weltweit. Sie versammelt
Akteure aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft,
die sich dem Schutz der Menschenrechte verschrieben haben. In
unserem neuen Podcast „Menschenrechte: Nachgefragt“ stehen
hochkarätige Interviewpartner Rede und Antwort. Wir möchten mit
dieser Reihe komplexe Zusammenhänge verständlich erklären und
Hintergrundinformationen liefern, die nicht in der Zeitung stehen…
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