Ruth Sondermann – Wenn Geschichten besondere Momente erschaffen

Ruth Sondermann – Wenn Geschichten besondere Momente erschaffen

vor 1 Tag
Erzählen, Sprache und die Verantwortung, Menschen in besonderen Momenten zu begleiten
58 Minuten
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Podcast
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Stimmen, Geschichten und Ideen aus Bocholt

Beschreibung

vor 1 Tag

In dieser Episode sitzt Jens Grotstabel mit der
Geschichtenerzählerin und freien Rednerin Ruth Sondermann aus
Bocholt zusammen. Ruth nimmt uns mit auf ihren Weg zum
professionellen Erzählen – und macht dabei schnell klar: Erzählen
ist nicht Vorlesen. Eine Geschichte muss man sich zu eigen
machen, sie fühlen, formen und im Moment entstehen lassen.


Ruth beschreibt dieses ganz besondere Gefühl, wenn man vor über
hundert Menschen steht und versucht, sie mit einer Geschichte
abzuholen. Wenn Zuhörer still werden, sich einlassen und für
einen Moment alles andere ausblenden, entsteht etwas, das schwer
in Worte zu fassen ist – ein gemeinsamer, besonderer Moment.


Im Gespräch erzählt Ruth, wie sie eher beiläufig und ganz
unbewusst durch eine Freundin den ersten Schritt in die
Selbstständigkeit gemacht hat. Heute gestaltet sie mit großer
Verantwortung Trau- und Trauerreden – Formate, die sehr nah am
Menschen sind und sensibel vorbereitet werden müssen. Ein
stabiles Grundgerüst ist dabei unverzichtbar, doch vieles
entsteht spontan, angepasst an die Menschen, die gerade vor ihr
sitzen.


Ein zentrales Thema ist die Sprache. Sie verbindet Menschen,
entwickelt sich ständig weiter und ist eines der wichtigsten
Werkzeuge unserer Gesellschaft. Kommunikation ist für Ruth immer
auch Erzählen – und genau das steckt an. Zusammensitzen, zuhören,
Geschichten teilen: Das ist Kommunikation in ihrer reinsten Form.


Besonders am Herzen liegt ihr die Arbeit mit Kindern. Ihnen
Freude an Sprache zu vermitteln, ist für Ruth essenziell. Kunst
und Kultur spielen dabei eine wichtige Rolle, genauso wie der
zweite Bildungsweg, der Kindern und Jugendlichen neue Chancen
eröffnen kann – vorausgesetzt, jemand weckt Begeisterung. Denn:
Nur wer für etwas brennt, kann andere wirklich mitnehmen.


Auch über Verantwortung wird gesprochen – insbesondere bei
Hochzeiten und Trauerfeiern. Beide Anlässe haben einen
gemeinsamen Ursprung: Liebe. Ruth beschreibt, wie groß die
Verantwortung als Rednerin ist, Menschen in diesen Momenten zu
begleiten und ihnen Raum für Abschied, Erinnerung und Verbindung
zu geben.


Darüber hinaus geht es um Netzwerke in der Selbstständigkeit, um
den Kulturort alte Molkerei, der Künstler zusammenbringt und für
Bocholt wichtig ist, sowie um die Chancen einer lebendigen,
lebhaften Innenstadt. Zum Abschluss wird es sehr lokal: Warum zur
Bocholter Kirmes alle – egal wo sie inzwischen leben – wieder
nach Hause kommen und gemeinsam feiern.


Eine Folge über Geschichten, Sprache und die Kraft besonderer
Momente.
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