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Episoden

58 Minuten
In dieser Episode ist Juana Bleker zu Gast. Sie ist Unternehmerin, engagierte Ehrenamtlerin und seit vielen Jahren eine wichtige Stimme für Frauen im Handwerk. Als 1. Vorsitzende des Landesverbandes UnternehmerFrauen im Handwerk in NRW ist sie dabei weit über Bocholt hinaus unterwegs und setzt sich dafür ein, dass Frauen im Handwerk gehört und vor allem gesehen werden.

Jens Grotstabel spricht mit ihr über ihren persönlichen Weg. 2006 machte sich Juana mit einem Büroservice selbstständig, bereits ein Jahr später begann ihr Engagement im Vorstand der UnternehmerFrauen im Handwerk. Seit 2013 verantwortet sie die Vor- und Weiterbildungen für die Mitglieder, seit 2021 steht sie an der Spitze des Landesverbandes in NRW. Ein Verband, der Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt.

Dabei geht es um weit mehr als Veranstaltungen und Netzwerke. Juana erzählt, warum es für Frauen noch immer nicht selbstverständlich ist, den Weg ins Handwerk zu finden, welche Rolle Eltern und Vorbilder dabei spielen und warum der Fachkräftemangel langsam etwas verändert. „Wir wollen Frauen im Handwerk sichtbar machen“ ist dabei mehr als ein Satz. Juana ist überzeugt: „Wir Frauen können alle 130 Berufe bedienen, die das Handwerk bietet.“

Auch politisch bringt sie diese Perspektive ein. Für Juana ist es wichtig, Wirtschaftsministerien erzählen zu können, was Frauen im Handwerk tatsächlich bewegt. Gleichzeitig spricht sie über Unternehmensnachfolge und darüber, warum Frauen gerade bei diesem Thema ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Handwerks sein können.

Und dann ist da noch Juana selbst. Hauptberuflich führt sie Bleker Haustechnik in Bocholt. Dazu kommen ihre Aufgaben im UFH, die Zusammenarbeit mit der WFG Kreis Borken und zahlreiche Termine quer durch NRW. Außerdem engagiert sie sich als ehrenamtliche Richterin am Finanzgericht Münster und im Verwaltungsrat des Bundes der Steuerzahler NRW. Manchmal so intensiv, dass für Ihre Heimat Bocholt kaum noch Zeit bleibt. Und trotzdem bleibt ihr Antrieb klar: „Ohne das Ehrenamt könnte das Handwerk nicht leben.“

Im Gespräch geht es aber auch um die ganz alltägliche Bedeutung des Handwerks. Juana bringt es auf einen einfachen Punkt: „Guck Dir Dein Haus, Deine Wohnung, Dein Auto an. Das ist alles Handwerk.“ Gerade bei Sanierung und Klimaschutz wird deutlich, wie wichtig Handwerksbetriebe für die Zukunft sind.

Eine Folge über eine Frau, die viel bewegt, Verantwortung übernimmt und sich nicht damit zufriedengibt, dass Frauen im Handwerk irgendwo mitgedacht werden. Sondern darüber spricht, dass sie sichtbar sein müssen. Und über einen Menschen, der zeigt, wie viel möglich ist, wenn Unternehmertum und Ehrenamt zusammenkommen.
46 Minuten
In dieser Episode ist Stephan Janßen zu Gast, Schornsteinfegermeister, Gebäudeenergieberater im Handwerk, Unternehmer und Familienmensch aus Bocholt.

Jens Grotstabel spricht mit ihm über einen Beruf, der deutlich vielseitiger ist, als viele denken. Natürlich geht es um Schornsteine, Kehren und die Arbeiten, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Aber auch um Energieeffizienz, Sanierung, Elektromobilität, Ausbildung und die Frage, wie wir unsere Häuser fit für die Zukunft machen.

Stephan betreut rund 500 Haushalte und erlebt dabei immer wieder, wie unterschiedlich Menschen und Häuser sein können. Langweilig wird es dabei nie. Manchmal geht es bei einem Besuch längst nicht mehr nur um den Schornstein. „Manche Menschen sind froh, dass sie durch uns überhaupt mal wieder etwas Leben im Haus haben.“

Ein großes Thema ist die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden. „Jeder 2. Energieausweis den ich mache ist im roten Bereich.“ Stephan zeigt auf, wo häufig Potenzial liegt und warum schon kleine Maßnahmen einen Unterschied machen können. Sein Grundsatz dabei: „Es ist die Energie am günstigsten, die ich erst gar nicht benötige.“ Gemeinsam sprechen Jens und Stephan auch über unabhängige Energieberatung, Fördermöglichkeiten sowie Fassaden und Dachbegrünungen, die nicht nur beim Energiesparen helfen, sondern auch gegen Hitze unterstützen können.

Doch die Folge erzählt vor allem von Stephan selbst. Von der Entscheidung für die Selbstständigkeit, von Verantwortung und davon, wie sich Unternehmertum und Familie miteinander verbinden lassen. Die Selbstständigkeit mit Familie sei „ein Brett“, aber machbar. Ohne die Unterstützung seiner Frau wäre vieles allerdings deutlich schwieriger.

Auch Ausbildung ist für Stephan ein wichtiges Thema. Er bildet selbst aus und sieht darin nicht nur eine Möglichkeit, Nachwuchs für das Handwerk zu gewinnen, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Wer Schornsteinfeger*in werden möchte, sollte keine Höhenangst haben und im besten Fall immer freundlich sein.

Zwischendurch geht es mit dem Lastenrad durch Bocholt, um Bauchfett, E Autos und die ersten Erfahrungen mit längeren Fahrten und Urlauben. Und natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz. Auf die Frage, ob er lieber in ein neues oder ein älteres Haus geht, gibt es eine Antwort, die ziemlich viel über Stephan verrät: Es kommt auf die Bewohner an.

Eine persönliche Folge über Handwerk zwischen Tradition und Zukunft, über Energie, Selbstständigkeit und Familie. Vor allem aber über einen Menschen, der seinen Beruf mit Leidenschaft macht, gerne ausbildet und eine ziemlich entspannte Haltung zum Leben hat: „Ich rege mich nie über Sachen auf, die ich selbst nicht ändern kann.“
50 Minuten
In dieser Episode ist Jule Wanders zu Gast, Fachbereichsleitung Kultur und Bildung bei der Stadt Bocholt. Sie ist für mehr als 100 Kolleg*innen verantwortlich und spricht mit Jens Grotstabel über Kultur, Bildung und die vielen Veränderungen, die Bocholt gerade bewegen.

Jule liebt ihren Job. Und ihre eigene Geschichte passt dazu: „Ich hatte genetisch fast keine Chance, etwas anderes zu studieren als Musik.“ Im Gespräch erzählt sie, warum Kultur für sie vor allem Begegnung bedeutet und warum es manchmal auch darum geht, einfach etwas auszuprobieren: „Der Künstler, der ist cool. Ob der im Kubaai stehen könnte? Mal gucken, wie teuer der ist.“

Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um das Lernwerk. Ein riesiges Projekt, das ein Mehrwert für die gesamte Bocholter Bevölkerung sein soll. Rund 1.000 Menschen sind an einem Donnerstag im Haus. „Wenn man hier durch das Haus geht ist niemand, der guckt, als müsste er zum Zahnarzt gehen.“ Der Weg dorthin war fordernd und anstrengend, aber für Jule jede Mühe wert.

Auch auf dem Kubaai Areal ist immer etwas los. Mit dem Appendix ist ein neuer Raum entstanden, in dem Künstler*innen ihre Arbeiten zeigen können. Gleichzeitig soll Kultur nicht nur an zentralen Orten stattfinden. Auch die Stadtteile und Quartiere gehören für Jule ganz selbstverständlich dazu. Eine mobile Bühne soll künftig zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Musik und Theater direkt zu den Menschen zu bringen.

Es geht außerdem um die Zukunft des Stadttheaters, den geplanten Neustart mit neuer Technik und Bühne im Jahr 2028 und um die Frage, was mit Stadtmuseum und Stadtarchiv im Herzen Bocholts entstehen soll. Für Jule ist klar: „Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis der Stadt Bocholt.“

Eine Folge über Kultur, neue Räume und eine Stadt im Wandel. Und über eine Frau, die nach 30 Jahren bei der Stadt vor allem eines gelernt hat: „Was man lernt ist Geduld in Prozessen.“
1 Stunde 10 Minuten
In dieser Episode von „Menschen aus #46DREI“ sitzen Annette Grümer-Weyers und Gisbert Bresser gemeinsam am Tisch – die Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU in Bocholt.

Im Mittelpunkt steht diesmal weniger die reine Politik, sondern die Menschen dahinter. Ihre Wege, ihre Erfahrungen und die Frage, wie viel persönliches Engagement es braucht, um Kommunalpolitik auf diesem Niveau neben dem Privatleben bzw. dem Beruf zu stemmen.

Annette Grümer-Weyers ist eher zufällig in die Rolle der Fraktionsvorsitzenden hineingewachsen, nachdem Michael Jansen die Position aus beruflichen Gründen abgeben musste. Ihr eigener Lebensweg ist geprägt von vielen Stationen. Sie hat als Lehrerin in unterschiedlichen Ländern gearbeitet und ihre Kinder in Finnland großgezogen. Besonders wichtig ist ihr die Arbeit mit jungen Menschen, auch dann, wenn es dabei mal zu Reibung oder klaren Differenzen kommt.

Gisbert Bresser war bereits in der vergangenen Legislatur Fraktionsvorsitzender. Sein beruflicher Hintergrund liegt in der Betriebswirtschaft und im Handel. Mit unternehmerischem Denken und persönlichem Risiko hat er selbst ein Unternehmen aktiv umgestaltet und kennt daher sowohl wirtschaftliche als auch organisatorische Herausforderungen aus der Praxis.

Im Gespräch geht es außerdem darum, wie sehr sich Kommunalpolitik und Privatleben gegenseitig beeinflussen. In einem ruhigem Gespräch lassen sich komplexe Themen, wie die Sanierung des Rathauses, oft ganz anders erklären als zwischen Tür und Angel im politischen Alltag.

Ein besonderer Schwerpunkt der Folge ist die Zusammenarbeit zwischen CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Bocholt. Der Weg zu einer gemeinsamen Linie war nicht selbstverständlich und hat auch privat Spuren hinterlassen. Gleichzeitig zeigt sich, der menschliche Faktor spielt eine entscheidende Rolle. Aus gegenseitigem Respekt ist eine Arbeitsatmosphäre entstanden, die konstruktive Politik möglich macht.

Gerade bei den jüngeren Parteimitgliedern war der Annäherungsprozess nicht immer einfach. Und doch bleibt genau das eine der zentralen Aufgaben, unterschiedliche Positionen zusammenzubringen, Konflikte auszuhalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Als gelebte Demokratie in Bocholt.

Anhand konkreter Themen wie dem Nordring oder der Diskussion um eine mögliche zweite Gesamtschule wird deutlich, wie unterschiedlich politische Ansätze sein können und wie wichtig es ist, trotzdem gemeinsame Wege zu finden.

Heute gilt, keine Partei erreicht mehr allein eine absolute Mehrheit. Kompromisse sind daher keine Ausnahme, sondern Alltag. Entscheidend ist dabei das gemeinsame Ziel, den besten Weg für die Stadt zu finden, getragen von Vertrauen.

Zu den großen gemeinsamen Vorhaben zählt sowohl die Beseitigung des Sanierungsstaus an Bocholter Schulen als auch die Weiterentwicklung der Innenstadt hin zu einem echten Lebensmittelpunkt, den sich viele Bürgerinnen und Bürger wünschen. Auch das Rathaus spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Hauptgebäude soll und wird bis Ende 2027 fertiggestellt werden.
1 Stunde 14 Minuten
In dieser Episode ist Thomas Kerkhoff zu Gast, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bocholt und heute Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken. Jens Grotstabel spricht mit ihm über fünf intensive Jahre im Bürgermeisteramt, den schnellen Abschied aus dem Rathaus und darüber, wie herausfordernd es ist, innerhalb von nur vier Wochen loszulassen von Menschen, mit denen man über Jahre eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet hat.

Thomas gibt einen offenen Einblick in den Alltag eines Bürgermeisters: über 1.000 Mitarbeitende in der Verwaltung, verteilt auf viele unterschiedliche Aufgabenbereiche und die Erkenntnis, dass Nähe und offene Kommunikation wichtig sind, man aber nicht jede einzelne Person persönlich kennen kann. Als einen seiner persönlichen Erfolge beschreibt er den strukturellen und strategischen Umbau der Verwaltung, von dem die Stadt Bocholt nachhaltig profitieren wird.

Ein zentrales Thema ist die Digitalisierung der Verwaltung und der Schulen, eine große Herausforderung, die in seiner Amtszeit angestoßen und erfolgreich umgesetzt wurde. Auch die Sanierung der Schulen wurde auf den Weg gebracht und muss nun konsequent weitergeführt werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob eine Umstrukturierung hin zu einem Generalunternehmer die Stadt langfristig entlasten kann. Und wenn gefühlt alles gleichzeitig dringend ist: Wie setzt man eigentlich die richtigen Prioritäten?

Besonders wichtig ist Thomas die Rolle der ehrenamtlichen Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker. Sie bringen Nähe, sehen die kleinen Dinge im Alltag und tragen entscheidend dazu bei, dass Kommunalpolitik funktioniert. Politik bedeutet für ihn nicht, sich über Schlagzeilen aufzuregen, sondern sich inhaltlich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch, im Rat allen Stadtverordneten ihr Rederecht einzuräumen, denn jede und jeder ist gewählt und hat dieses Recht. Demokratie lebt von Diskussion.

Im Gespräch geht es außerdem um moderne Ratsarbeit, digitale Ratssitzungen im neuen Rathaus und die dauerhafte Aufgabe, Politik familienfreundlicher zu gestalten. Rückblickend sagt Thomas offen, dass er, wenn er heute anders entscheiden könnte, noch mehr Zeit in Kommunikation nach außen und in fraktionsübergreifende Gespräche investieren würde.

Sehr persönlich wird es bei den schönsten und schwierigsten Momenten im Amt, bei der Bedeutung der Innenstadt als Ort der Gemeinschaft, etwa bei großen Veranstaltungen wie dem Bocholter Citylauf und beim Spagat zwischen Familienleben und Bürgermeisteramt. Dieses Amt, so sagt er, lässt sich nicht mit einer klassischen 40-Stunden-Woche vergleichen: Viele Abend- und Wochenendtermine gehören dazu. Umso wertvoller ist die Zeit, die jetzt wieder für die Familie da ist.

Ganz besondere Momente waren für ihn die Ehrungen von Menschen für ihr Engagement. Augenblicke, die zeigen, was eine Stadt im Innersten zusammenhält. Ein Satz von Dieter Hübers ist ihm dabei besonders im Gedächtnis geblieben: „Passen Sie auf unser Bocholt auf.“ Diese Worte möchte er auch an den neuen Bürgermeister Christian Mangen weitergeben.

Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn, auf seine neue Aufgabe als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken. Über 5.000 Handwerksbetriebe im Kreis Borken sind ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Region. Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen und genau hier unterstützt die Kreishandwerkerschaft mit rund 100 Mitarbeitenden, Beratung, Netzwerken bis in die Bundespolitik und konkreter Hilfe im unternehmerischen Alltag. Künstliche Intelligenz kann das Handwerk unterstützen, wird handwerkliche Leistung aber nicht ersetzen. Entscheidend bleibt die Kompetenz, Ergebnisse zu prüfen und Verantwortung zu übernehmen.

Eine Folge über Abschied und Neubeginn, über Verantwortung in Politik und Wirtschaft für ein starkes Handwerk mit Zukunft im Kreis Borken.
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Über diesen Podcast

In diesem Podcast spricht Jens Grotstabel mit Menschen, die aus Bocholt kommen, hier leben, arbeiten oder die auf ihre ganz eigene Weise mit dieser schönen Stadt im Münsterland verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen persönliche Geschichten, ehrliche Meinungen und besondere Lebenswege. Abseits von Lärm, Aufregern und schnellen Urteilen entsteht Raum für Gespräche: über Alltag und Träume, über Engagement, Herausforderungen und Ideen für die Zukunft. Ein Podcast für alle, die Bocholt lieben, neu entdecken wollen oder einfach Lust auf gute Gespräche mit spannenden Menschen aus #46DREI haben.
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„Menschen aus 46DREI“

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