Hoffnungsträger Phagen – Mit Viren gegen resistente Bakterien

Hoffnungsträger Phagen – Mit Viren gegen resistente Bakterien

vor 4 Tagen
Bakteriophagen sind Viren, die sich in Bakterien vermehren und diese dabei zerstören. Die Phagentherapie könnte ein Ausweg aus der Antibiotikakrise sein und hat bereits erste Erfolge vorzuweisen. «Puls» zeigt, welche offenen Fragen auf dem Weg zu eine ...
36 Minuten
0
0 0 0
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 4 Tagen
Bakteriophagen sind Viren, die sich in Bakterien vermehren und
diese dabei zerstören. Die Phagentherapie könnte ein Ausweg aus der
Antibiotikakrise sein und hat bereits erste Erfolge vorzuweisen.
«Puls» zeigt, welche offenen Fragen auf dem Weg zu einer Zulassung
in der Schweiz noch zu klären sind. Wenig Hilfe durch Antibiotika –
Neue Hoffnung Viren Reto Weibel leidet seit Geburt an zystischer
Fibrose, die unter anderem zu einer Verschleimung der Lunge führt.
Im Schleim sammeln sich Bakterien an, die die Lunge angreifen und
mit Antibiotika bekämpft werden müssen. Da die Wirkung dieser
Medikamente wegen Resistenzen laufend abnimmt, sinkt auch die
Lebensqualität deutlich. Eine experimentelle Phagentherapie könnte
Besserung bringen – falls Reto Weibel dazu Zugang erhält. Hilfe
durch Viren – Experiment gelungen José Vidal leidet an einer
Lungeninfektion wegen antibiotikaresistenten Bakterien. Als kaum
mehr Hoffnung auf Heilung besteht, greifen Genfer Ärzte zu einer
experimentellen Therapie: Sie lassen ihn Bakteriophagen inhalieren
– Viren, welche nur die krankmachenden Bakterien angreifen. Mit
Erfolg. Der Infekt ist unter Kontrolle und José Vidals
Lebensqualität hat sich deutlich verbessert. Einsatz trotz
fehlender Evidenz – So macht es Belgien In Georgien ist die
Phagentherapie seit Jahrzehnten Teil der medizinischen
Grundversorgung. Was Menschen aus aller Welt nach Tiflis reisen
lässt, um hartnäckige Infekte dort behandeln zu lassen. Nach den
Regeln evidenzbasierter Medizin wurden die georgischen
Therapieerfolge jedoch nie untersucht, was sie für eine Zulassung
in der Schweiz wertlos macht. Belgien zeigt einen Ausweg aus dem
Dilemma: Seit 2018 ist dort eine spezielle Regelung in Kraft, die
den Einsatz von Phagenpräparaten erleichtert und deren geprüfte
Anwendung sicherstellt. Einsatz für die Evidenz – Forschung in der
Schweiz An den Unikliniken in Zürich, Bern, Genf und Lausanne wird
rege an Phagen geforscht. So ist man in Lausanne etwa daran, ein
Programm für personalisierte Phagentherapie zu etablieren. Es
umfasst alle Phasen bis hin zur Produktion, Reinigung und
Verabreichung der Phagenpräparate. Im Rahmen dieses Programms plant
das Universitätsspital Lausanne nun eine klinische Studie für
Patientinnen und Patienten mit Lungeninfekten. Wie weiter in der
Schweiz? – Gemeinsame Suche nach Lösungen Das «Forum
Phagentherapie» bringt in der Schweiz Expertinnen und Experten aus
dem Gesundheitswesen, Patientinnen und Patienten sowie
Politikerinnen und Politiker zusammen, um über die Rolle dieser
experimentellen Behandlungsform zu diskutieren. «Puls» gibt
Einblicke in die Arbeit des Forums zur Förderung der Phagentherapie
in der Schweiz. «Puls»-Chat – Fragen und Antworten zum Thema
«hartnäckige Infekte» Leiden Sie an einem hartnäckigen Infekt?
Klingt er einfach nicht ab oder kehrt er immer wieder zurück? Gibt
es Alternativen zum Einsatz von Antibiotika? Und wie kann ich mich
vor resistenten Keimen schützen? Die Fachrunde weiss am Montag von
21.00 bis 23.00 Uhr Rat – live im Chat. Fragen können vorab
eingereicht werden.
15
15
Close