Wenn die Vergangenheit mit im Bett liegt – eine Folge über Trauma, Liebe und den Weg zur eigenen Sexualität

Wenn die Vergangenheit mit im Bett liegt – eine Folge über Trauma, Liebe und den Weg zur eigenen Sexualität

vor 3 Tagen

Beschreibung

vor 3 Tagen

Triggerwarnung: Dieser Text und die dazugehörige Podcastfolge
handeln von sexualisierter Gewalt und Trauma.


Vanessa ist verheiratet. Sie lebt in einer liebevollen Beziehung,
sie liebt und wird geliebt. Sie hat einen Mann an ihrer Seite,
mit dem sie sich eine gemeinsame Sexualität wünscht und mit dem
sie bereits vieles an Vertrauen aufgebaut hat. Dass sie überhaupt
wieder so weit gehen konnte, ist alles andere als
selbstverständlich. Denn Vanessa hat in ihrem Leben nicht einfach
eine Gewalterfahrung gemacht, sondern viele. Massive,
erschütternde und kaum vorstellbare Erfahrungen, die tiefe Spuren
hinterlassen haben.


Und genau diese Vergangenheit liegt nicht einfach hinter ihr. Sie
ist bis heute da. Manchmal leise und kaum greifbar. Manchmal mit
voller Wucht. Manchmal schiebt sie sich fein zwischen Vanessa und
ihren Mann, manchmal brutal, laut und unmissverständlich. Gerade
dann, wenn eigentlich Nähe, Zärtlichkeit oder Lust entstehen
könnten.


Im Gespräch mit Dania Schiftan erzählt Vanessa offen, wie tief
diese Gewalterfahrungen ihre Beziehung zu ihrem Körper, zu
Vertrauen und zu Sexualität geprägt haben. Und gleichzeitig wird
in dieser Folge etwas anderes ebenso deutlich: wie beeindruckend
ihr Weg ist. Wie viel Kraft es braucht, sich trotz allem wieder
auf Bindung einzulassen. Wieder zu lieben. Sich berühren zu
lassen. Sich überhaupt vorzustellen, dass Sexualität nicht nur
Angst, Überforderung oder Kontrollverlust bedeuten muss.


Vanessa beschreibt den enormen inneren Zwiespalt, in dem sie sich
bewegt. Da ist auf der einen Seite ihre Ehe, die ihr Halt, Liebe
und eine wichtige Ressource bietet. Und auf der anderen Seite ist
genau diese Nähe immer wieder auch eine Herausforderung. Der
Wunsch nach Verbindung ist da und gleichzeitig reagiert ihr
Körper mit Widerstand, Alarm und Schutz. Es ist ein ständiges
Ringen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Sehnsucht
und Überleben.


Diese Folge  macht hörbar, wie zerstörerisch Gewalt
nachwirken kann – auch Jahre später, auch in einer sicheren
Beziehung. Und sie zeigt zugleich, dass Vanessa ihre Geschichte
nicht nur für sich teilt. Sie spricht auch, weil es ihr ein
Anliegen ist, anderen Mut zu machen. Weil sie sichtbar machen
möchte, dass es ein Leben nach solchen Erfahrungen gibt. Kein
einfaches, kein gradliniges, aber ein mögliches.
Bevor du reinhörst: Spür in dich hinein, ob du heute bereit dafür
bist. Und mach jederzeit Pause, wenn es zu viel wird.
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