Auf auf mein Herz und singe

Auf auf mein Herz und singe

vor 6 Tagen

Beschreibung

vor 6 Tagen

Zur Osternacht gehört für mich das schöne Osterlied: „Auf, auf,
mein Herz, mit Freuden“. Schwungvoll ist die Melodie mit
tänzerischer Leichtigkeit. Sie schwingt sich immer zu neuen Höhen
auf, blickt von der Spitze des hohen C hinunter auf die tiefen
Töne. Da klingt die traurige Grablegung von Karfreitag nach. Aber
Ostern verkündigt, Christus ist auferstanden von den Toten. Das
ist spürbar gegen Ende jeder einzelnen Strophe. Punktierte
Viertelnoten Der dieses Lied singt, dem verleiht es Flügel.


EG 112,1
Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, nimm wahr, was heut
geschieht;
wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt, da wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.


„Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ ist ein munteres Lied mit
einem kecken Text. Ich höre den Spottvers vom Apostel Paulus
heraus: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein
Sieg? Hölle, wo ist dein Stachel?“ Dabei übergehen die Worte des
Liedes nicht die Schwere des Todes. Wir werden alle einmal ins
Grab gelegt. Schmerz und Trauer sollen nicht überspielt werden.
Aber wir haben der Schwerkraft des Todes eine unglaubliche
Gegenwelt entgegen zu setzen. Paul Gerhardt schildert das mit
kindlichen Bildern. Christus hat den Tod besiegt.
Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir
nicht mehr grauen
vor allem, was mir will entnehmen meine Mut.
So gewaltig die Macht des Todes und des Bösen ist, sie soll mich
nicht lähmen und zum Verzweifeln bringen. Ich setze darauf, dass
sie nicht das letzte Wort haben. Ich vertraue dem auferstandenen
Christus.


Es gibt so vieles, was uns Angst machen will. Eine
furchterregende Schar wird in den Strophen 4 und 5 aufgezählt:
Hölle, Sünden, Tod, Welt, Trübsal, Unglück. Wir können diese
Bilder mit konkreten Schreckensnachrichten füllen. Die machen
Angst und lähmen.
Paul Gerhardt setzt dem einen verwegenen Glauben entgegen. Ich
soll mir nicht die Lebensfreude und den Lebensmut nehmen lassen.
„Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn. Und die Hölle
krümmt mir kein Haar.“
Was macht zuversichtlich trotz der Schreckensszenarien unserer
Zeit. Das verkündet die drittletzte Strophe des Lieds.


Strophe 7
Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.


Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Halleluja


Mit herzlichen Grüßen, Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten
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