Was wir brauchen wächst im Schlaf

Was wir brauchen wächst im Schlaf

vor 3 Wochen
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 3 Wochen

Im Markusevangelium, Kapitel 4 steht:


„26Er (Jesus) sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein
Mann Samen auf seinen Acker sät; 27dann schläft er und steht
wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und
wächst und der Mann weiß nicht, wie. 28Die Erde bringt von selbst
ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn
in der Ähre. 29Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die
Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.


30Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit
welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? 31Es gleicht einem
Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man
in die Erde sät. 32Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird
größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass
in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“


In beiden Gleichnissen geht es um das Reich Gottes. Dort wo Reich
Gottes ist, ist es so wie es sein soll. Reich Gottes bedeutet, im
Frieden mit Gott, mit mir selbst und mit anderen zu sein.


Jesus beschreibt Wachstum und Wandlung. Das Reich Gottes wächst,
und zwar ohne das Zutun von Menschen. Wir denken oft, wir müssen
es machen. Wir sind verantwortlich und zuständig und haben
gelernt, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt.


Aber Jesus betont, dass das Wachstum passiert, während der Mensch
schläft und noch nicht einmal weiß, wie es geschieht. Aus einem
unscheinbar kleinen Körnchen erwächst es. Es ist ein Prozess, der
eine bestimmte zeitliche Abfolge hat.


Wir Menschen können säen und pflegen – aber das eigentliche
Wunder des Wachstums, der Umwandlung eines Samens in Halme,
Ähren, Nahrungsmittel geschieht ohne unser Zutun. Und aus den
Gewächsen entsteht ein Wohnraum, eine Zuflucht, eine Heimat für
andere.


Im Frühling haben wir die Möglichkeit dieses Gleichnis mit allen
Sinnen zu erfassen. Ich möchte Euch einladen, das Erwachen der
Natur ganz bewusst zu erleben. Beobachtet, wie jeden Tag neue
Pflanzen sprießen und zu blühen beginnen, wie Hummeln, Bienen und
Schmetterlinge wieder fliegen. Hört zu, wie die Vögel singen und
seht, wie sie beginnen Nistmaterial zu sammeln. Steckt einen
Samen in die Erde und erlebt, wie wenig wir dazu tun müssen, dass
er wächst. Pflückt Euch ein Gänseblümchen, für das sich niemand
anstrengen musste, und schmeckt seine guten Aromen.


Es gibt so viel, um das wir uns Sorgen machen und das uns
belastet. Aber dieses Erleben des Erwachens, des Wachsens und der
Vielfalt lässt uns verstehen, wie Wachstum von Reich Gottes
funktioniert und kann uns die innere Ruhe geben zu schlafen und
zu wissen, dass wachsen, reifen und werden neuer Lebensräume uns
im Schlaf geschenkt werden.


Eine wunderbare Frühlingswoche wünscht Christine Sommer
15
15
Close