Mit Gott im Augenkontakt

Mit Gott im Augenkontakt

3 Minuten

Beschreibung

vor 3 Tagen

Gedanken zu einem Bild, das auf website/Insta/Facebook von Stufen
zu sehen ist


Im Treppenhaus laufe ich jeden Tag auf das Bild zu und
schmunzle.
Am Anfang meiner Zeit als junger Pfarrer in der Gemeinde hat mich
ein Künstler gemalt für eine Fastnachtsitzung. Schwungvoll renne
ich und tippe einen Handball auf die Erde, ohne auf den Ball zu
sehen.
Das brauche ich auch nicht. Den Ball tippen ohne hinzusehen, das
kann ein Handballer einfach. Meine Augen sehen auch nicht in die
Runde, wo ich den Ball vielleicht hinspielen will. Meine Augen
sehen ungewöhnlich steil nach oben. Denn über mir fliegt der
Engel des HERRN. Auch der in vollem Schwung in dieselbe Richtung
wie ich. Und er zwinkert mir wohlwollend zu. Ich bin als junger
Pfarrer zu erkennen. Denn statt eines Sporthemds trage ich einen
halblangen Talar mit halblangen Ärmeln, wie ich ihn in voller
Länge im Gottesdienst anhabe.


Mit dem Engel des HERRN, mit Gott selbst habe ich Augenkontakt.
In dieser Woche vom
3. Sonntag der Passionszeit mit dem Namen Okuli werde ich daran
besonders erinnert.
So beginnt in Psalm 25 Vers 15 auf Latein der Vers: „Okuli“ –
„Meine Augen“. Eben:
„Meine Augen sehen stets auf den HERRN.“ Mein
Handballergemälde im Treppenhaus trifft diesen Satz vollendet. Es
erinnert mich jeden Tag, wenn ich auf das Bild zulaufe. Es ist
eine witzige Erinnerung, damit ich immer wieder nach Gott sehe,
frage, was er mit mir vorhat, was er mir gegeben hat, wo er mich
brauchen will. „Meine Augen sehen stets auf den
HERRN.“ Das ist täglich eine neue Entscheidung. Eine
befreiende. Wegschauen von mir und meinem Überfordert-Sein,
Wegschauen auch von den scheinbar unüberwindbaren Hindernissen,
die Angst machen. Einfach auf Gott und seine Möglichkeiten sehen
und seinen Willen für mich, der voller Lust am Leben ist, wie ich
als junger Mann beim Handballspielen.


Das Augenzwinkern des Engels des HERRN ist mir auch wichtig. Gott
hat ein Auge auf mich. Ich bin ihm wichtig und wertvoll. Dazu
fällt mir ein anderes Wort ein aus Psalm 32 Vers 8. Das sagt Gott
zu mir und dir auch: „Ich will dich mit meinen Augen
leiten.“ Gott im Auge haben, weil Gott seine Augen auf
mich richtet. Mit Gott im Augenkontakt bleiben. Er hat noch etwas
mit mir vor. Augenkontakt mit Gottes Wort. Augenkontakt im Gebet.
Darauf vertrauen, dass er uns zugesagt hat:
„Ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Auf
diese Zusage und Verheißung will ich antworten: „Meine
Augen sehen stets auf den HERRN.“ Und im Augenkontakt
mit Gott mich üben.


Mit augenzwinkernden Grüßen
Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

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