Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Tag
Wer Serkan Akman begegnet, trifft keinen kühlen
Paragraphenreiter, sondern einen wachen, zugewandten Geist mit
Sinn für Präzision – und Humor. In seiner Kanzlei in Feldkirch,
ergänzt durch eine Dependance in Wien, verbindet der 42-jährige
Jurist wirtschaftsrechtliche Expertise mit einer klaren Haltung:
konsequent, zielgerichtet, menschlich. Und manchmal auch
überraschend komisch.
Der Weg in die Juristerei war bei Akman kein geradliniger
Kindheitstraum. Nach der Matura schwankte er zwischen Medizin und
Jus – bis ein eher drastisches Erlebnis im Seziersaal die
Entscheidung beschleunigte:
„Das Erste, was ich gemacht habe, war den Nerv zu durchtrennen,
den ich nicht durchtrennen durfte. Da wusste ich: Medizin wird
schwierig.“
Was zunächst wie ein Umweg wirkte, entpuppte sich als glücklicher
Volltreffer. Das Interesse wuchs mit jedem Semester, die Inhalte
lagen ihm – und bald wurde klar: Hier passt alles zusammen.
Sprache, Struktur, Strategie.
Akman gehört nicht zu jenen Juristen, die ihre Motivation mit
pathetischen Gerechtigkeitsfloskeln erklären. Sein Zugang ist
nüchterner – und gerade deshalb überzeugend.
Er arbeitet dort, wo wirtschaftliche Interessen, Verantwortung
und rechtliche Präzision zusammenkommen. Emotionale
Konfliktfelder wie Familien- oder Erbrecht meidet er bewusst.
Stattdessen konzentriert er sich auf das, was er „sein Terrain“
nennt: Zivil- und Wirtschaftsrecht.
Diese Klarheit zeigt sich auch im Umgang mit Mandanten. Wer zu
ihm kommt, bekommt keine juristischen Worthülsen, sondern
strukturierte Lösungen – und eine ehrliche Einschätzung.
Seine Kanzlei in der Feldkircher Altstadt spiegelt genau das
wider: Individualität statt Standard. Alte Möbel, neu gedacht,
zusammengestellt von einem Künstler mit Blick fürs Ganze.
Akman wollte bewusst keinen austauschbaren Designraum, sondern
eine Umgebung mit Geschichte. Das Ergebnis: ein Ort, der nicht
geschniegelt wirkt, sondern lebendig – genau wie seine Arbeit.
Neben Feldkirch ist Wien ein zweiter wichtiger Standort. Die
Stadt hat ihn geprägt, und sie lässt ihn nicht los.
Dazu kommt ein internationaler Blick: Istanbul spielt sowohl
privat als auch beruflich eine Rolle. Dort ist Akman unter
anderem im Verwaltungsrat einer Versicherung tätig. Die
Verbindung zwischen West und Ost, zwischen Okzident und Orient
ist für ihn kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Er ist ein
Brückenbauer und kennt beide Kulturen und Sprachen gut.
So ernst der Beruf oft ist – gerade die außergewöhnlichen Momente
bleiben hängen. Zwei Fälle zeigen, wie nah Recht und Komik
manchmal beieinander liegen.
Fall 1: Der ehrliche Angeklagte
Ein junger Mann gesteht zahlreiche Einbrüche und soll mit einer
milden Lösung davonkommen – alles läuft perfekt. Reue, Einsicht,
Tränen.
Bis aus dem Zuschauerraum plötzlich die Mutter aufsteht und
ruft:
„Dejan, warum lügst du?“
Der Moment? Unbezahlbar. Die Stimmung kippt – ins Heitere. Am
Ende gibt es trotzdem eine milde Lösung.
Akman kommentiert trocken:
„Manchmal entscheidet nicht nur das Gesetz, sondern auch das
Timing der Familie.“
Fall 2: Ausführlich im Podcast anzuhören
Akman dazu:
„Ich bin danach ins Auto gestiegen und habe einfach gelacht.
Solche Tage retten dir manchmal den ganzen Beruf.“
Hinter all dem Humor steht jedoch ein klarer Blick auf das
Rechtssystem. Akman betont die hohe Qualität der österreichischen
Justiz und widerspricht populären Schnellurteilen aus Medien und
Öffentlichkeit.
Neben der Arbeit bleibt Raum für Leidenschaft: Fußball –
insbesondere für Fenerbahçe – gehört dazu. Früher war Serkan
Akman aktiv, heute als Fan.
Und vielleicht beschreibt genau das seine Haltung am besten:
engagiert, loyal, mit Ausdauer – und immer mit einem gewissen
Augenzwinkern.
Weitere Episoden
14 Minuten
vor 1 Woche
12 Minuten
vor 3 Wochen
36 Minuten
vor 1 Monat
18 Minuten
vor 1 Monat
47 Minuten
vor 1 Monat
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.