#5/8: Sabbaticals, Schönheit, Sea of Sameness

#5/8: Sabbaticals, Schönheit, Sea of Sameness

vor 6 Tagen
Stefan Sagmeister über Sabbaticals, Glück, Schönheit – und warum echte Kreativität Pausen, Risiko und Lebensfreude braucht.
57 Minuten
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Podcast
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Der Podcast für alle, die Marketing und Werbung neu denken wollen.

Beschreibung

vor 6 Tagen
Stefan Sagmeister hat Cover für die Rolling Stones und Lou Reed
gestaltet, Designgeschichte mitgeschrieben und Ausstellungen von
New York bis Indonesien umgesetzt. Gleichzeitig ist er bekannt
dafür, sein Studio regelmäßig für ein Jahr zuzusperren – für
Sabbaticals, die mehr sind als verlängerte Urlaube. In dieser
Episode von „Less of the Same“ spricht Charlotte Buffler mit ihm
darüber, wie man in einer globalisierten Ästhetik und in
effizienzgetriebener Kreativarbeit bewusst Brüche schafft.
Sagmeister erzählt von einer Karriere, die mit einer
Einladungskarte mit Nacktbild begann – einem Projekt, das ihn fast
seinen einzigen Kunden gekostet hätte und ihm am Ende
internationale Sichtbarkeit verschafft hat. Er beschreibt, wie aus
einem Studio mit klassischer Auftragsarbeit Schritt für Schritt ein
Sabbatical Studio wurde, das heute fast ausschließlich an eigenen,
langfristigen Themen arbeitet: Glück, Schönheit, Langzeitdenken. Im
Zentrum steht die Frage, was Kreativität wirklich nährt. Sagmeister
spricht über seine Sabbaticals in New York, Indonesien, Mexiko,
Madrid und den österreichischen Alpen – mal ohne Plan, mal mit
strengem Stundenplan, immer als Versuch, Routinen zu unterbrechen
und Platz für neue Gedanken zu schaffen. Er erzählt, warum
ausgerechnet die Projekte, die während dieser Pausen entstanden
sind, heute den Kern seines Werks ausmachen. Das Gespräch bewegt
sich zwischen persönlicher Biografie, Designgeschichte und
Kulturkritik: von einer Designszene, die in den 90ern noch über
Provokation gestritten hat, über eine Gegenwart, in der
Instagram-Ästhetik und globale Markenbilder vieles glattziehen, bis
zur Frage, ob wir uns gerade in einer neuen „Sea of Sameness“
bewegen. Sagmeister erklärt, warum Menschen gleichzeitig Vertrautes
und Neues brauchen – und wie die Balance kippt, wenn Sicherheit,
Angst oder wirtschaftlicher Druck ins Spiel kommen. Ein
wiederkehrendes Motiv ist das Glück. Aufbauend auf seiner „Happy
Show“ und dem „Happy Film“ spricht Sagmeister darüber, warum
Information allein – ob aus 100 Büchern oder einer
KI-Zusammenfassung – nicht reicht. Entscheidend sei die tiefe
Beschäftigung mit einem Thema und die Frage, wie sich Erkenntnisse
wirklich ins Leben integrieren lassen. Er erzählt, wie ihn die
Arbeit mit dem Psychologen Jonathan Haidt dazu gebracht hat,
Beziehungen, Arbeit und größere Projekte neu zu sortieren – mit
überraschend pragmatischen Konsequenzen. „Glück macht mich
produktiver“, sagt Sagmeister – und widerspricht damit der
romantischen Idee, dass Leiden automatisch zu besserer Kunst führt.
Er plädiert für eine ernst genommene Lebensfreude, verbunden mit
Disziplin und harter Arbeit. Picasso, Warhol, Lou Reed: Für ihn
sind sie Beispiele dafür, wie Fleiß, Neugier und eine fast
obsessive Produktion Teil einer kreativen Biografie werden. Wer
diese Folge hört, bekommt nicht nur Einblicke in die Arbeitsweise
eines der bekanntesten österreichischen Designer, sondern auch in
eine Haltung zu Zeit, Risiko und Schönheit. Es geht darum, wie man
Pausen so plant, dass aus ihnen wirklich Neues entsteht, wie man
sich nicht von Algorithmen den Geschmack diktieren lässt – und
warum die wichtigste Entscheidung oft die ist, etwas wirklich
anders zu machen, auch wenn niemand danach gefragt hat. Diese
Episode ist für alle, die sich fragen, wie man über Jahre kreativ
bleibt, warum es Mut braucht, Arbeit zu unterbrechen, und wie man
in einer Welt voller Templates eine eigene visuelle und inhaltliche
Sprache findet.
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