#3/8: Kunst, Algorithmen und Authentizität
vor 2 Wochen
Deborah Sengl über Authentizität, Provokation, Kunstfreiheit und
warum wir mehr Reibung statt „more of the same“ brauchen.
Podcast
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Beschreibung
vor 2 Wochen
In dieser Folge von „Less of the Same“ sprechen wir mit der Wiener
Künstlerin Deborah Sengl über Kunst in einer Welt, in der
Algorithmen unsere Wahrnehmung sortieren und eine „Sea of Sameness“
erzeugen. Es geht darum, wie Social Media, Plattformisierung und
Personalisierung Bilder glätten, Unterschiede minimieren und eine
visuelle Monokultur schaffen – und warum Kunst genau dieses
Gleichförmige stören muss. Deborah Sengl arbeitet seit Jahrzehnten
als Künstlerin und ist bekannt für ihren unverwechselbaren Stil
zwischen Maskerade, Tierköpfen, Humor und politischer Schärfe. Sie
erzählt, wie sie digitale Plattformen gleichzeitig als Verstärker
und als Gleichmacher erlebt: Algorithmen verkleiden Wiederholung
als Innovation, dieselben Ideen tauchen immer wieder mit leicht
verändertem Filter auf, und dennoch bleiben viele unbequeme Themen
unsichtbar. Die Folge kreist um drei große Linien: Authentizität,
Provokation und Kunstfreiheit. Sengl macht deutlich, dass sie ihre
Themen nicht nach Markt, Trend oder Verkäuflichkeit auswählt,
sondern nach innerem Druck – nach dem, was sie persönlich nicht
loslässt. Sichtbarkeit und „Marke“ entstehen für sie aus Konsequenz
und Haltung, nicht aus kalkuliertem Selbstbranding. Gleichzeitig
nutzt sie Social Media pragmatisch als Bühne, ohne die Logik der
Plattform ihre Kunst bestimmen zu lassen. Besonders eindrücklich
sind die Passagen, in denen es um Provokation geht: vom
gekreuzigten Huhn mit KFC-Schriftzug als Kommentar zur
Massentierhaltung bis zu Arbeiten, die sich mit Missbrauch in
Institutionen auseinandersetzen. Sengl spricht über
Missverständnisse, Shitstorms, Drohungen und öffentliche Aufregung
– und darüber, warum ihre Kunst keine Provokation um der
Provokation willen ist, sondern eine Reaktion auf eine Welt, die
sie selbst als hart und von Krisen geprägt erlebt. Ein zentrales
Motiv ist Reibung. Sengl beschreibt, wie wichtig Widerspruch,
Dialog und Grautöne für eine lebendige Öffentlichkeit sind – und
wie sehr sie in einer Kultur des „Senden ohne Zuhören“ fehlen. Sie
warnt davor, dass aus Angst vor Kontroversen nur noch harmlose,
unpolitische Kunst gefördert wird und Kunstfreiheit so schleichend
unter Druck gerät. Gleichzeitig gibt die Folge Einblicke in ihren
kreativen Prozess: woher ihre Themen kommen, wie Neugier sie dazu
bringt, immer wieder neue Medien und Formate auszuprobieren, und
warum ein Werk für sie in dem Moment abgeschlossen ist, in dem sie
den berühmten letzten Punkt setzt. So verbindet das Gespräch
gesellschaftliche Analyse mit sehr persönlichen Einblicken in das
Arbeiten einer Künstlerin, die sich konsequent dem „more of the
same“ verweigert.
Künstlerin Deborah Sengl über Kunst in einer Welt, in der
Algorithmen unsere Wahrnehmung sortieren und eine „Sea of Sameness“
erzeugen. Es geht darum, wie Social Media, Plattformisierung und
Personalisierung Bilder glätten, Unterschiede minimieren und eine
visuelle Monokultur schaffen – und warum Kunst genau dieses
Gleichförmige stören muss. Deborah Sengl arbeitet seit Jahrzehnten
als Künstlerin und ist bekannt für ihren unverwechselbaren Stil
zwischen Maskerade, Tierköpfen, Humor und politischer Schärfe. Sie
erzählt, wie sie digitale Plattformen gleichzeitig als Verstärker
und als Gleichmacher erlebt: Algorithmen verkleiden Wiederholung
als Innovation, dieselben Ideen tauchen immer wieder mit leicht
verändertem Filter auf, und dennoch bleiben viele unbequeme Themen
unsichtbar. Die Folge kreist um drei große Linien: Authentizität,
Provokation und Kunstfreiheit. Sengl macht deutlich, dass sie ihre
Themen nicht nach Markt, Trend oder Verkäuflichkeit auswählt,
sondern nach innerem Druck – nach dem, was sie persönlich nicht
loslässt. Sichtbarkeit und „Marke“ entstehen für sie aus Konsequenz
und Haltung, nicht aus kalkuliertem Selbstbranding. Gleichzeitig
nutzt sie Social Media pragmatisch als Bühne, ohne die Logik der
Plattform ihre Kunst bestimmen zu lassen. Besonders eindrücklich
sind die Passagen, in denen es um Provokation geht: vom
gekreuzigten Huhn mit KFC-Schriftzug als Kommentar zur
Massentierhaltung bis zu Arbeiten, die sich mit Missbrauch in
Institutionen auseinandersetzen. Sengl spricht über
Missverständnisse, Shitstorms, Drohungen und öffentliche Aufregung
– und darüber, warum ihre Kunst keine Provokation um der
Provokation willen ist, sondern eine Reaktion auf eine Welt, die
sie selbst als hart und von Krisen geprägt erlebt. Ein zentrales
Motiv ist Reibung. Sengl beschreibt, wie wichtig Widerspruch,
Dialog und Grautöne für eine lebendige Öffentlichkeit sind – und
wie sehr sie in einer Kultur des „Senden ohne Zuhören“ fehlen. Sie
warnt davor, dass aus Angst vor Kontroversen nur noch harmlose,
unpolitische Kunst gefördert wird und Kunstfreiheit so schleichend
unter Druck gerät. Gleichzeitig gibt die Folge Einblicke in ihren
kreativen Prozess: woher ihre Themen kommen, wie Neugier sie dazu
bringt, immer wieder neue Medien und Formate auszuprobieren, und
warum ein Werk für sie in dem Moment abgeschlossen ist, in dem sie
den berühmten letzten Punkt setzt. So verbindet das Gespräch
gesellschaftliche Analyse mit sehr persönlichen Einblicken in das
Arbeiten einer Künstlerin, die sich konsequent dem „more of the
same“ verweigert.
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