Warum falsches Atmen dich krank macht – Deep Breath Methode (Dr.-Ing. Thomas Mäder)

Warum falsches Atmen dich krank macht – Deep Breath Methode (Dr.-Ing. Thomas Mäder)

vor 2 Tagen
Atmung ist das, was wir am selbstverständlichsten tun – und gleichzeitig das, worüber wir am wenigsten nachdenken. Dr.-Ing. Thomas Mäder, Ingenieur und Gründer des Health-Tech-Startups Deep Breath, erklärt in dieser Episode, warum genau das zum Problem ge
39 Minuten
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vor 2 Tagen

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Was du lernst

Atmung ist die primäre Energiequelle des Körpers – und das
einzige Tor zum Unterbewusstsein, über das wir autonome
Körperfunktionen aktiv beeinflussen können

Resilienz als Falle: Das Atemsystem funktioniert so lange
zuverlässig, dass wir eine chronisch dysfunktionale Atmung über
Jahre tolerieren, ohne es zu merken

Kinder atmen intuitiv tief, langsam und diaphragmal – mit
Schule, Sitzen und Social-Media-Stress gehen diese gesunden
Muster verloren

E-Mail-Apnoe: Viele Menschen hören beim konzentrierten
Arbeiten am Bildschirm schlicht auf zu atmen – ein unterschätztes
Phänomen mit großen Gesundheitsfolgen

️ Zwerchfellatmung aktiviert den Parasympathikus – nur tiefes
Bauchatmen führt das Nervensystem aus dem Kampf-oder-Flucht-Modus
heraus

Gesundes Ziel: unter 7 Atemzüge pro Minute – die meisten
Menschen atmen heute über 12 Mal pro Minute und überatmen sich
chronisch

Nasenatmung produziert Stickoxid (NO), das antiviral,
antibakteriell wirkt und Blutgefäße weitet – Mundatmung
verhindert genau diese Schutzwirkung

CO2-Toleranz-Training vor dem Schlafen (4 Sek. ein, 8–10 Sek.
aus, 5–10 Min. Luftanhalten) senkt die Atemfrequenz und fördert
tiefen Schlaf

Boxatmung im Alltag: Atemübungen lassen sich diskret beim
Gehen praktizieren – 4 Schritte ein, 4 halten, 4 aus, 4 halten

Deep Breath – Thomas' patentierter Sensorik-Gürtel misst die
Zwerchfellatmung in Echtzeit und gibt per App visuelles
Biofeedback

Über 550 Personen wurden mit dem Deep Breath System behandelt
– über 40 konnten ihr Schnarchen vollständig ablegen

Holotropes Atmen (Stanislav Grof): Kontinuierliches
verbundenes Atmen löst emotionale Blockaden und wurde
ursprünglich als therapeutische LSD-Alternative entwickelt

"Getting high on your own supply" – der Körper kann durch
Atemtechniken selbst Hochgefühl, Fokus und tiefe Entspannung
erzeugen, ohne externe Substanzen

Zusammenfassung

Atmung ist das, was wir am selbstverständlichsten tun – und
gleichzeitig das, worüber wir am wenigsten nachdenken. Dr.-Ing.
Thomas Mäder, Ingenieur und Gründer des Health-Tech-Startups Deep
Breath, erklärt in dieser Episode, warum genau das zum Problem
geworden ist: Unser Atemsystem ist so resilient, dass es eine
chronisch dysfunktionale Atmung über Jahre kompensiert – bis
irgendwann der Körper die Rechnung präsentiert. Für Thomas selbst
war es ein Burnout, der ihn zurück zu jenen spielerischen
Atemübungen geführt hat, die er als Kind intuitiv praktiziert
hatte.


Im Gespräch mit Julia Tulipan beleuchtet Thomas sowohl die
Biomechanik als auch die Biochemie der Atmung. Das
Schlüsselprinzip: Zwerchfellatmung aktiviert den Parasympathikus
und führt den Körper aus dem Dauerstress-Modus heraus. Flache
Brustatmung hingegen hält uns im Kampf-oder-Flucht-Modus – ein
Teufelskreis, der sich durch Schule, Sitzen, Social Media und die
sogenannte "E-Mail-Apnoe" (das unbewusste Aufhören zu atmen bei
Bildschirmarbeit) täglich verstärkt. Viele Menschen atmen heute
über zwölf Mal pro Minute, wo sieben oder weniger das gesunde
Ziel wären.


Besonders aufschlussreich ist die Erklärung zur CO2-Toleranz:
Nicht zu wenig Sauerstoff, sondern zu wenig CO2-Toleranz ist das
eigentliche Problem der meisten Überatmer. Wer chronisch
überatmet, schiebt nur das sogenannte Totraumvolumen hin und her,
ohne frischen Sauerstoff tief in die Lunge zu bringen – mit
Folgen wie kalten Extremitäten, Blutdruckproblemen und einer
überlasteten Schleimhaut. Nasenatmung ist hier ein einfacher,
aber wirkungsvoller Hebel: Die Nase produziert Stickoxid (NO),
das antiviral, antibakteriell wirkt und die Blutgefäße weitet.


Thomas stellt konkrete Techniken vor, die sich nahtlos in den
Alltag integrieren lassen: CO2-Toleranz-Training direkt vor dem
Schlafen (4 Sekunden einatmen, 8–10 ausatmen, dann Luftanhalten),
Boxatmung beim Mittagsweg synchronisiert mit dem Schritttempo,
die 4-7-8-Technik zur Unterbrechung von Gedankenschleifen sowie
die Wim-Hof-Methode gegen das Mittagstief. Für tiefere Arbeit
empfiehlt Thomas holotropes Atmen nach Stanislav Grof – eine
therapeutische Technik, die durch kontinuierliches verbundenes
Atmen veränderte Bewusstseinszustände erzeugt und zur Trauma- und
Blockadeauflösung eingesetzt wird.


Den Kern seiner unternehmerischen Arbeit bildet das Deep Breath
System: ein patentierter Sensorik-Gürtel, der die
Zwerchfellatmung in Echtzeit misst und per App visuelles
Biofeedback sowie angeleitete Atemübungen liefert. Das Spin-off
des Fraunhofer IWU wurde 2023 mit dem Publikumspreis des
Sächsischen Gründerpreises ausgezeichnet und hat bisher über 550
Personen im therapeutischen Einsatz behandelt. Für alle, die
Atmung endlich ernst nehmen wollen – diese Episode ist der ideale
Einstieg.
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Alles über Dr.-Ing. Thomas Mäder

Dr.-Ing. Thomas Mäder ist Ingenieur, Wissenschaftler und Gründer
des Health-Tech-Startups Deep Breath mit Sitz in Chemnitz. Er
studierte Maschinenbau an der Technischen Universität Chemnitz
(Diplom 2007) und promovierte dort 2014 im Bereich Maschinenbau
mit Schwerpunkt auf neuartigen Dehnungssensoren für Kunststoffe
und Faserverbundwerkstoffe.


Nach seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut
für Werkstoffwissenschaft der TU Chemnitz arbeitete Thomas als
PostDoc in der Abteilung Mechatronik und Leichtbau am
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU)
in Chemnitz. Aus dieser Forschungsarbeit entstand die Idee zu
Deep Breath – einem intelligenten Atemtraining-System, bestehend
aus einem patentierten Sensorik-Gürtel und einer Begleit-App, die
die tiefe Bauchatmung in Echtzeit erfasst und analysiert.


Deep Breath wurde im April 2025 als offizielles Spin-off des
Fraunhofer IWU gegründet und erhielt 150.000 Euro Förderung durch
Fraunhofer AHEAD. 2023 wurde das Projekt mit dem Publikumspreis
des Sächsischen Gründerpreises (futureSAX) ausgezeichnet. Über
550 Personen wurden bisher therapeutisch mit dem System
behandelt, mehr als 40 davon konnten ihr Schnarchen vollständig
ablegen.


Neben seiner wissenschaftlichen und unternehmerischen Tätigkeit
praktiziert Thomas Meditation, Atemarbeit, Qi Gong und Kung-Fu
und engagiert sich in der Männerarbeit.


Website Deep Breath

Instagram

LinkedIn

Kapitel

00:00:00 Einleitung: Warum Atmung?
00:01:34 Resilienz als Falle
00:03:27 Kindheit vs. moderne Atemgewohnheiten
00:05:46 Eigene Atmung beobachten
00:08:37 Biochemie: Stickoxid und Blutgefäße
00:11:17 Zwerchfellatmung erklärt
00:14:00 Überatmung: Doppelt so viel wie vor 70 Jahren
00:17:07 Nasenatmung priorisieren
00:17:40 CO2-Toleranz-Training vor dem Schlafen
00:23:00 Atmung für Fokus und Entspannung
00:24:33 Boxatmung im Alltag integrieren
00:25:50 Wim Hof und holotropes Atmen
00:28:02 Deep Breath: Die Technologie dahinter
00:32:19 Therapeutischer Einsatz des Gürtels
00:37:24 Abschluss und Empfehlungen


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