Julia Tulipans' Evolution Radio Show

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Episoden

Fasten mit Typ-1-Diabetes: Geht das wirklich? (Dr. Bettina Berger im Interview)
30.06.2026
1 Stunde 27 Minuten
Das Video zur Folge findest du hier


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MITFASTEN – DAS RETREAT ZUR FOLGE: Dr. Bergers begleitetes Fasten-Retreat „Raum für Eigensinn" findet vom 2. bis 13. August 2026 statt. Hier informieren und anmelden


Ich bin leidenschaftlicher Anwender von CBD-Produkten. Vielleicht kennst du das. Stressige Tage, schlechter Schlaf oder das Gefühl, nicht richtig abschalten zu können. Als Coach arbeite ich mit vielen Menschen zusammen, die ähnliche Herausforderungen haben. Dabei habe ich schon etliche Tipps und Produkte getestet und eines meiner absoluten Favoriten ist dieses CBD-Öl von Nature Can aus sorgfältig angebautem Bio-Hanf. Es ist ein echtes Bioprodukt mit 10 % CBD-Gehalt, zertifizierter Qualität, nahezu THC-frei und als Breitspektrum-Öl für den Entourage-Effekt. Mit dem Rabattcode TULIPAN15 bekommst du 15 % Rabatt auf deine Bestellung. Schau einfach auf juliatulipan.at/cbd.


WAS DU IN DIESER EPISODE LERNST:


🩸 Fasten bei Typ-1-Diabetes ist möglich – unter ärztlicher Begleitung. Die FaMeD1-Studie zeigte sieben Tage Buchinger-Fasten mit geringem Risiko für Unterzucker und Ketoazidose Während des Fastens lagen die durchschnittlichen Glukosewerte zwischen 100 und 140 mg/dl – für jeden Typ-1er ein nahezu perfekter Verlauf Ketose ist nicht Ketoazidose: Eine echte Ketoazidose ist erst durch Blutzucker über 250 mg/dl plus pH unter 7,3 definiert – nicht durch erhöhte Ketonwerte allein Überraschend: Die Teilnehmer mit Typ-1-Diabetes entwickelten niedrigere Ketonwerte als die ohne – weil sie häufiger eine kleine Hypo-Einheit essen mussten Die durchschnittliche Insulindosis sank während des Fastens von rund 31 auf nur 9 Einheiten pro Tag (Bolus weglassen, Basalrate schrittweise senken) ️ Insulin niemals absetzen: Eine ausreichende Insulinabdeckung ist die Grundvoraussetzung – Fasten ist keine Heilungs- oder Absetz-Intervention Fasten als „Urlaub vom Diabetes": Pause vom 24-Stunden-Job des ständigen Rechnens und Kontrollierens – die psychische Belastung wird ebenso adressiert wie der Stoffwechsel Signifikant verbessert: Gewicht, BMI, Cholesterin und Lebensqualität (WHO-5) unmittelbar nach dem Fasten – Gewicht und BMI blieben auch vier Monate später signifikant niedriger Das Mikrobiom verändert sich: Sieben Tage Fasten verschieben die Darmflora Richtung höherer Diversität – ein biologischer Mechanismus für die Wirkung des Fastens Metabolische Flexibilität als Trainingsziel: die Fähigkeit, zwischen Zucker- und Ketonstoffwechsel zu wechseln – in der Diabetologie noch weitgehend unbekannt ️ Ketone als Sicherheitsnetz gegen Unterzucker: Der ketogene Stoffwechsel schützt vor Hypoglykämien, weil eine alternative Energiequelle bereitsteht ️ Double Diabetes: Bis zu 25 % der Typ-1er entwickeln zusätzlich einen Typ-2 oder ein metabolisches Syndrom – Fasten kann hier sekundärpräventiv helfen Brücke zur ketogenen Ernährung: Wer im Fasten schon in Ketose ist, kann den Übergang in eine dauerhaft kohlenhydratreduzierte Ernährung leicht schaffen Klare Grenzen: Kein Online-Fasten, keine Essstörungs-Vorgeschichte, kein schlecht eingestellter Diabetes (HbA1c um 9) – Sicherheit und ärztliche Begleitung haben immer Vorrang


Wichtig: Berger macht ausdrücklich keine Heilversprechen. Longos Mäuse-Daten zur Heilung von Autoimmunerkrankungen seien nicht auf Menschen übertragbar, Insulin dürfe niemals abgesetzt werden, und Fasten bei Typ-1 bleibt eine Risikoindikation, die ärztliche Begleitung erfordert. Ihr Plädoyer gilt einer integrativen Typ-1-Diabetologie, die den Menschen nicht auf seinen Blutzuckerwert reduziert. Wer selbst teilnehmen möchte: Das nächste begleitete Fasten-Retreat „Raum für Eigensinn" findet vom 2. bis 13. August 2026 in Brandenburg statt.


PRODUKTEMPFEHLUNGEN


Buch „Keto dich glücklich" von Miriam Eiswirth


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ALLES ÜBER DR. BETTINA BERGER:


Dr. phil. Bettina Berger ist Gesundheitswissenschaftlerin und Senior Researcher am Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin (Gerhard-Kienle-Lehrstuhl) der Universität Witten/Herdecke. Sie ist selbst seit 48 Jahren Mensch mit Typ-1-Diabetes – aus dieser persönlichen Betroffenheit entstand ihre patienteninitiierte Fastenforschung. (Hinweis: Sie trägt einen Dr. phil. in Gesundheits- und Kulturwissenschaften, ist Forscherin, nicht Ärztin.)


Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Evaluation komplexer nicht-pharmakologischer Interventionen zur Förderung von Selbstmanagement-Kompetenzen bei chronischen Autoimmunerkrankungen, insbesondere Typ-1-Diabetes. Sie leitet die Arbeitsgruppe „Integrative Typ-1-Diabetologie" und ist Konsortialleitung des mit rund 4,4 Mio. Euro geförderten Innovationsfonds-Projekts GaDiaKi (ganzheitliche Diabetes-Gruppenschulung für Kinder, 2026–2029).


International bekannt wurde sie durch ihre Machbarkeitsstudie FaMeD1, die zeigte, dass auch Menschen mit Typ-1-Diabetes unter Begleitung sieben Tage nach dem Buchinger-Programm fasten können – mit geringem Risiko für Hypoglykämien und Ketoazidose. Dafür wurde sie mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin ausgezeichnet. Sie entwickelte zudem das Konzept „Raum für Eigensinn" zur Gesundheitsförderung bei komplexen chronischen Erkrankungen und veröffentlichte zahlreiche Peer-Review-Arbeiten zu Fasten, integrativer Medizin und Lebensqualität bei Typ-1-Diabetes (u. a. in Nutrition, Frontiers in Endocrinology und dem European Journal of Integrative Medicine).


[Fasten-Retreat / Raum für Eigensinn](https://juliatulipan.at/t1d-retreat LinkedIn YouTube ResearchGate (Publikationen)


KAPITEL:


00:00:00 Einleitung 00:01:44 Bettinas Weg mit Typ-1 00:06:00 Aus Wut die eigene Studie 00:11:34 Die FaMeD1-Studie 00:14:00 Warum Fasten abgeraten wird 00:19:52 Ketose ist nicht Ketoazidose 00:24:16 Studienablauf und Buchinger-Fasten 00:30:54 Insulin im Fasten anpassen 00:34:03 Überraschende Ketonwerte 00:44:18 Grenzen und Risiken 00:48:16 Double Diabetes und Fazit 00:55:02 Keine Heilversprechen 01:01:09 Ketose schützt vor Unterzucker 01:06:57 Vision integrative Diabetologie 01:18:00 Angebote und Fasten-Retreat 01:24:01 Keto dich glücklich


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Migräne verstehen und selbst beeinflussen (Anne Goldhammer-Michl im Interview)
25.06.2026
1 Stunde 4 Minuten
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WAS DU IN DIESER EPISODE LERNST:


Migräne ist ein Energiemangel-Signal: Der Körper erzwingt durch den Schmerz Ruhe, damit das Gehirn sein Energiedefizit ausgleichen kann – ein Schutzmechanismus, kein Versagen Blutzuckerschwankungen als Haupt-Trigger: Viele Migräne-Betroffene reagieren besonders sensibel auf Kohlenhydrate – der schnelle Blutzuckeranstieg und -abfall erzeugt einen Energiemangel im Gehirn, der eine Attacke auslösen kann Schokoladencraving ist kein Auslöser, sondern ein Vorbote: Das bekannte Verlangen nach Schokolade vor einer Migräne-Attacke ist ein frühes Signal eines Blutzuckerabfalls – nicht die Ursache der Migräne Blutzuckerstabiles Frühstück als Tagesanker: Ein fett- und proteinreiches Frühstück (z. B. ein Keto-Energiemüsli aus Saaten, Kokosöl, Joghurt und Beeren) legt die Grundlage für einen stabilen Energiehaushalt den ganzen Tag Entzündungshemmende Ernährung in drei Schritten: Verarbeitete Lebensmittel und Omega-6-reiche Öle reduzieren, mehr Gemüse und Omega-3-Fettsäuren essen, antientzündliche Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Kreuzkümmel einsetzen Epigenetik: Gene sind kein Schicksal: Genetische Veranlagung für Migräne lässt sich durch Lebensstil – Ernährung, Schlaf, Stressmanagement – aktiv beeinflussen. Gene haben An- und Ausschalter ️ Drei Mahlzeiten statt sieben Snacks: Die Reduktion auf maximal drei Hauptmahlzeiten pro Tag senkt chronische Entzündungsreize, fördert die metabolische Flexibilität und gibt dem Körper echte Erholungspausen Kein Dogmatismus nötig: Nicht alle brauchen strikte Ketose. Manche profitieren schon von weniger Kohlenhydraten bei den Sättigungsbeilagen – statt fünf Kartoffeln einfach zwei. Nachhaltigkeit schlägt Perfektion ️ Geduld ist entscheidend: Wer jahrelang unter Migräne litt, braucht oft Monate, bis die Ernährungsumstellung Wirkung zeigt. Zuversicht und Selbstwirksamkeit sind genauso wichtig wie die richtige Ernährung Ernährung als Einstieg in eine Positivspirale: Mehr Energie durch bessere Ernährung ermöglicht Bewegung, besseren Schlaf und weniger Stress – Ernährung ist der Hebelpunkt, von dem aus weitere Veränderungen möglich werden Metabolische Flexibilität als Gesundheitsziel: Ein gesunder Stoffwechsel kann sowohl den Kohlenhydrat- als auch den Fettstoffwechsel nutzen. Wer diese Flexibilität trainiert, hat immer Energie – auch ohne ständiges Essen


ZUSAMMENFASSUNG:


Anne Goldhammer-Michl weiß aus eigener, schmerzhafter Erfahrung, wie einschränkend Migräne sein kann: Ende 20 begann ihre Migräne, steigerte sich über 10 Jahre von ein bis zwei Attacken pro Monat auf zwei bis drei Mal pro Woche – und raubte ihr als Mutter und Vollzeitangestellte jeden Spielraum für ein freudvolles Leben. Was ihr schließlich half, war keine neue Medikation, sondern ein konsequenter Ernährungswechsel hin zur ketogenen Ernährung. Heute ist Anne Ernährungsberaterin und Epigenetik-Coach mit eigener Praxis avocadooo, hat ein Buch geschrieben und begleitet Migräne-Betroffene auf ihrem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit.


Im Gespräch mit Julia Tulipan erklärt Anne das biochemische Kernprinzip hinter der Ernährungs-Migräne-Verbindung: Das Gehirn reagiert bei vielen Betroffenen extrem sensibel auf Blutzuckerschwankungen. Essen wir viele schnelle Kohlenhydrate, schießt der Blutzucker hoch – und fällt dann steil ab. Dieser Absturz wird vom Gehirn als Energiemangel registriert, was eine Migräne-Attacke auslösen oder begünstigen kann. Die Lösung liegt nicht im häufigen Essen mit vielen Kohlenhydraten – wie es oft empfohlen wird – sondern im Trainieren des Fettstoffwechsels und dem Erreichen metabolischer Flexibilität: der Fähigkeit, sowohl Zucker als auch Fett als Energiequelle zu nutzen.


Besonders wertvoll ist Annes pragmatischer, nicht-dogmatischer Ansatz. Sie beschreibt drei Stufen der Kohlenhydratreduktion: von einer einfachen Blutzuckerstabilisierung (kleinere Portionen Sättigungsbeilagen, Rohkost vor den Mahlzeiten, blutzuckerstabiles Frühstück) über Low Carb bis hin zur ketogenen Ernährung. Nicht jeder braucht die strengste Form. Wer unter chronischer Migräne leidet und wenig Energie hat, sollte sanft einsteigen und sich schrittweise vorarbeiten. Das Blutzuckermessgerät ist dabei ein nützliches, günstiges Feedback-Instrument, das zeigt, wie der eigene Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert – individuell und überraschend aufschlussreich.


Entzündungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Migräne-Entstehung. Chronische stille Entzündungen, gefördert durch verarbeitete Lebensmittel, Omega-6-reiche Pflanzenöle und häufiges Essen, können das Migräne-Geschehen verstärken. Dagegen helfen viel Gemüse, Omega-3-Fettsäuren, hochwertiges Protein und antientzündliche Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel und Gewürznelke. Eine clean, nährstoffreiche Küche ist gleichzeitig eine entzündungshemmende Küche.


Die Epigenetik rundet das Bild ab: Ja, Migräne hat eine genetische Komponente. Aber Gene haben An- und Ausschalter, die durch den Lebensstil bedient werden. Ernährung, Schlaf, Stress und soziale Kontakte beeinflussen, welche Gene aktiv werden. Das bedeutet: Selbst mit ungünstiger genetischer Ausgangslage hat jeder Mensch echten Einfluss auf seinen Gesundheitsverlauf. Diese Botschaft der Selbstwirksamkeit – weg vom Gefühl des Ausgeliefertseins – ist der Kern von Annes Arbeit.


PRODUKTEMPFEHLUNGEN


Buch "Dein Ernährungsratgeber bei Migräne" von Anne Goldhammer-Michl


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ALLES ÜBER ANNE GOLDHAMMER-MICHL:


Anne Goldhammer-Michl ist Ernährungsberaterin mit Sitz im Raum München und auf das Thema Migräne spezialisiert. Ihren Weg in die Ernährungsberatung fand sie über die eigene Betroffenheit: Jahrelang litt sie unter chronischer Migräne, bis eine konsequente Ernährungsumstellung zur entscheidenden Wende führte – diese persönliche Erfahrung wurde zum Herzensthema und Antrieb ihrer beruflichen Neuausrichtung.


Ihr beruflicher Hintergrund ist ungewöhnlich breit: Sie ist gelernte Köchin und Diplom-Statistikerin (mit Nebenfach Psychologie). In der Ernährungswissenschaft absolvierte sie eine einjährige Ausbildung zur zertifizierten EMB-Coachin und Beraterin am Zentrum für Naturheilkunde in München sowie einen sechsmonatigen Intensivkurs Ernährungstherapie. Ihre Abschlussarbeit widmete sich der Frage, ob Migräne durch kohlenhydratreduzierte Ernährung beeinflussbar ist. Ergänzend ist sie zertifizierter Epigenetik-Coach (Healversity) und dnalife-Practitioner.


Seit 2018 führt sie ihre eigene Ernährungsberatungspraxis avocadooo, berät Privatpersonen und Unternehmen, hält Online-Vorträge und Kochkurse und hat den großen Migräne-Kongress organisiert. Als Autorin veröffentlichte sie den Ratgeber "Dein Ernährungsratgeber bei Migräne" (Humboldt-Verlag), in dem sie zeigt, wie eine blutzuckerstabile, entzündungshemmende Ernährung den Verlauf einer Migräne aktiv beeinflussen kann.


Website Instagram (Hauptkonto) Instagram avocadooo_ernaehrung LinkedIn Buch "Dein Ernährungsratgeber bei Migräne"


KAPITEL:


00:00:00 Einleitung 00:02:01 Annes ungewöhnlicher Weg 00:05:06 Migräne wird schlimmer 00:07:00 Abrupter Keto-Einstieg 00:09:50 Epigenetik: Gene als Schalter 00:16:44 Evolutionärer Mismatch 00:19:43 DNA-Test und Alkohol-Gen 00:22:08 Häufige Migräne-Irrtümer 00:25:56 Der Mythos "unheilbar" 00:28:29 Migräne als Energieproblem 00:33:52 Hast du ein Blutzuckerthema? 00:40:10 Stille Entzündungen 00:44:50 Antientzündliche Gewürze 00:46:00 Moderat bis ketogen 00:53:30 Die drei Schritte 00:55:00 Das Energiemüsli 00:58:17 Ohne Dogmatismus 01:00:53 Annes Botschaft


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Keto-Adaption: Die 5 Stellschrauben, die wirklich zählen
19.06.2026
14 Minuten
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WAS DU IN DIESER EPISODE LERNST:


Keto-Adaption dauert nicht Tage, sondern oft Wochen bis Monate – besonders nach jahrzehntelanger kohlenhydratreicher Ernährung oder hormonellen Veränderungen ️ 1,6 g Protein pro kg Körpergewicht ist eine wissenschaftlich fundierte Orientierung – und oft die wirkungsvollste Intervention gegen Heißhunger Fett ist kein „je mehr, desto besser": Bei Hunger hilft mehr Fett; wer Körperfett verlieren möchte, muss nicht jede Energieeinheit über die Nahrung zuführen 🩸 Cortisol erhöht den Blutzucker – chronischer Stress und schlechter Schlaf können Ketone vorübergehend senken, ohne dass die Ernährung falsch ist Keto-Grippe ist oft ein Elektrolyt-Problem, kein Beweis dafür, dass Keto nicht passt – mehr Wasser allein reicht nicht, Salz und Mineralstoffe müssen mitkommen 🫀 Überhydration kann den Natriumspiegel gefährlich verdünnen – Trinken ja, aber immer mit Elektrolyten Gallenunterstützung und Verdauungsenzyme können den Keto-Umstieg erleichtern, wenn Übelkeit oder Völlegefühl nach fettigem Essen auftreten Maltit erhöht den Blutzucker stärker als erwartet; Erythrit ist für die meisten Menschen die verträglichste Süßalternative – sowohl für Blutzucker als auch für den Darm Ein Ketonmessgerät zeigt nur einen Momentwert – subjektive Marker wie stabile Energie, klarer Kopf und regulierter Hunger sind mindestens ebenso aussagekräftig Keto ist ein Werkzeug, kein Dogma: Manchmal brauchst du strengere Kohlenhydratgrenzen, manchmal mehr Protein, manchmal einfach weniger Stress und mehr Schlaf


ZUSAMMENFASSUNG:


Viele Menschen starten Keto mit einer klaren Erwartung: Kohlenhydrate reduzieren, Ketose erreichen, abnehmen – und nach ein paar Wochen sollte der Körper das eigentlich „können". Doch dann kommen die Ketonwertschwankungen, der Heißhunger kehrt zurück, die Verdauung spielt nicht mit. In dieser Folge nimmt Julia Tulipan die häufigsten Fragen aus ihren Inner-Circle-Q&A-Calls als Ausgangspunkt und erklärt, warum ein holpriger Keto-Einstieg kein Versagen ist – sondern Biologie.


Der erste zentrale Punkt ist Zeit: Echte Keto-Adaption bedeutet, dass Enzyme, Hormonsignale, Elektrolyte und die gesamte Energieproduktion neu einpendeln müssen. Das kann Monate dauern, besonders bei Menschen, die jahrzehntelang kohlenhydratreich gegessen haben oder aus Stressphasen, Hormonveränderungen und Diät-Geschichte kommen. Die drei zuverlässigsten Hebel in dieser Phase sind ausreichend Protein (ca. 1,6 g/kg Körpergewicht), klare Kohlenhydratbegrenzung und Fett als bewusster Energiehebel – nicht als unbegrenzte Ressource.


Ein oft übersehener Faktor ist Stress. Cortisol gibt der Leber das Signal, mehr Glukose bereitzustellen – das kann Ketone vorübergehend senken, selbst bei sauberer Ernährung. Julia betont: Messwerte erzählen nicht die ganze Geschichte. Wer sich gut fühlt, klar denkt und stabilen Hunger hat, zeigt bereits echte Adaptionszeichen – auch wenn das Ketonmessgerät gerade niedrige Werte anzeigt.


Verdauung und Elektrolyte runden die fünf Stellschrauben ab. Wer von fettarmer Kost kommt, braucht Zeit, um Fett gut zu verdauen – schrittweise Erhöhung, einfache Lebensmittel und bei Bedarf Verdauungsenzyme oder Gallenunterstützung können helfen. Bei der berühmten Keto-Grippe fehlt es meist nicht an Wasser, sondern an Salz und Mineralstoffen. Und bei Süßungsmitteln gilt: Erythrit ist für die meisten die verträglichste Option, während Maltit den Blutzucker unerwartet stark beeinflussen kann.


Am Ende zieht Julia eine klare Linie: Informationen gibt es im Überfluss. Was wirklich hilft, ist Einordnung – zu verstehen, welche Stellschraube für den eigenen Körper gerade relevant ist. Genau dafür ist der Inner Circle mit seinen Gruppen-Livecalls und persönlichen Q&A-Sessions konzipiert: nicht mehr lose Informationen, sondern Struktur, Muster erkennen, Umsetzung im echten Leben. Alle Infos unter juliatulipan.at/innercircle.


INNER CIRCLE – DEIN KETO- & LOW-CARB-BEGLEITPROGRAMM:


Genau diese Folge ist im Inner Circle entstanden. Du weißt schon viel über Keto und Low Carb, aber im Alltag fehlt dir manchmal die klare Struktur? Im Inner Circle findest du alle meine Kurse, Ernährungspläne, über 200 Rezepte, Bücher, Community und regelmäßige Live-Calls mit mir – alles an einem Ort. Starte mit dem 3-Monats-Paket und teste 14 Tage ohne Risiko.


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PRODUKTEMPFEHLUNGEN:


In dieser Folge erwähnt – meine Empfehlungen rund um Keto-Adaption (Rabattcodes inklusive):


Keto-Mojo – Blut-Keton- & Blutzuckermessgerät – Code Julia10 * SiBio Keton-Sensor – kontinuierliche Messung im Gewebe – Code JULIA * MCT-Öl – zum gezielten Hochfahren der Ketone * Verdauungsenzyme (For You) – Code JULIA20 * Alpen Power Whey Protein * NORSAN Omega-3 – Code AT185 *


MEHR VON JULIA TULIPAN:


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Der Keto Kompass * Keto - Alles was du wissen musst *


KAPITEL:


00:00:00 Warum Keto stockt 00:00:56 Die Anpassungsreise 00:01:14 Fragen aus dem Q&A 00:01:51 Stellschraube 1: Anpassungszeit 00:02:43 Protein, Kohlenhydrate, Fett 00:03:11 Heißhunger heißt Protein 00:04:51 Stellschraube 2: Stress 00:06:17 Was Messwerte verraten 00:06:35 Stellschraube 3: Verdauung 00:08:02 Stellschraube 4: Elektrolyte 00:08:45 Stellschraube 5: Alltag 00:09:49 Welcher Süßstoff passt 00:10:13 Einordnung statt Information 00:12:16 Keto als Werkzeug


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Wenn dein Nervensystem lügt (Dr. Stephanie Lilja im Interview)
12.06.2026
53 Minuten
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Epigenetik schlägt Genetik: Deine Gene sind das Kochbuch — was tatsächlich auf den Teller kommt, bestimmen Schlaf, Stress, Sport und Ernährung. SNP-Analysen zeigen nur Risiken, keine Diagnosen Karotinoid-Score per Raman-Spektrometer: Ein nicht-invasives Device misst über die Haut, wie viel Obst und Gemüse wirklich bioverfügbar bei dir ankommt — oft zeigt sich hier ein Mikrobiom- oder Stressproblem statt eines Ernährungsproblems Nervensystem-Dysregulation ist häufig die unsichtbare Primärursache hinter IBS, Nahrungsmittelintoleranzen, Schlafproblemen und chronischer Erschöpfung — und muss vor jeder Diät adressiert werden ️ Das trügerische Wohlbefinden: Wer im Dauerstress lebt, fühlt sich oft „tiefenentspannt", während HRV, Schlaftracking und Blutzuckermessung das Gegenteil zeigen. Körperhaltung verrät mehr als Selbstauskunft 🩺 Fundament vor Dach: Schlaf, Stressregulation, Obst/Gemüse und Kraftsport sind die Basis. Supplements und Spezialdiäten ohne dieses Fundament sind verschwendete Energie Mikrobiom-Diagnostik (Leaky Gut, Glutensensitivität, Butyrat-Produzenten) ist besonders bei hormonellen Beschwerden, Endometriose und Wechseljahren aufschlussreich — bestimmte Darmbakterien fördern Östrogen-Dominanz Schlaf-Hygiene-Protokoll: Feste Schlafenszeiten, Abendessen mindestens 3 Stunden vor dem Schlafen, Handy eine Stunde vorher weg — sonst supprimiert Blutzucker die Melatonin-Ausschüttung Kraftsport bleibt zentral, besonders in und nach den Wechseljahren — aber bei Nervensystem-Erschöpfung gilt: maximal eine intensive Einheit pro Woche, der Rest Stretching, Meditation, Spazierengehen Kognitives Reframing: Stephanie hat selbst Burnout überwunden. Ihr stärkstes Werkzeug: der bewusste innere Satz „Du bist safe, du bist nicht in einer Alarmsituation." 7-Tage-Anamnese-Protokoll statt Einmalberatung: Hormone, Lebenssituation und Stresslevel verändern sich ständig — kontinuierliche Begleitung ist essenziell Maximal zwei Prioritäten gleichzeitig — wer mehr will, landet im Freeze-Modus und ändert gar nichts Fasten-Mimetika (sekundäre Pflanzenstoffe) als Alternative für Menschen mit Kontraindikationen gegen Intervall- oder Buchinger-Fasten ZUSAMMENFASSUNG

In dieser Folge der Evolution Radio Show spricht Julia Tulipan mit der promovierten Ernährungswissenschaftlerin Dr. rer. nat. Stephanie Lilja über personalisierte Gesundheitsberatung — einen Ansatz, der weit über klassische Diätpläne hinausgeht. Stephanie verbindet ihre akademische Expertise in Genetik, Epigenetik, neuromuskulärer Forschung und gesundem Altern mit einem tiefen Verständnis für die Alltagsrealität ihrer Klientinnen. Ihr roter Faden: Bevor man mit Supplements oder Spezialdiäten beginnt, muss das Fundament stimmen — Schlaf, Stressregulation, Bewegung und Ernährungsbasis.


Ein zentrales Werkzeug in Stephanies Praxis ist der Karotinoid-Score, gemessen über ein handliches Raman-Spektrometer-Device, das nicht-invasiv die Karotinoid-Konzentration in der Haut bestimmt. Der Score gibt Auskunft über die tatsächliche Bioverfügbarkeit von Obst und Gemüse und korreliert mit zellulärer Resilienz und gesundem Altern. Anhand von Fallbeispielen — einer Dame mit Leaky Gut, einem veganen Extremsportler mit chronischem Stress und einem Morbus-Crohn-Patienten — zeigt sie, wie derselbe Score völlig unterschiedliche Interventionen erfordert: mal Mikrobiom-Therapie, mal Stressreduktion, mal gar keine Ernährungsänderung.


Das Thema SNP-Genanalysen behandelt Stephanie differenziert: Sie sind kein Diagnosewerkzeug, sondern zeigen erhöhte Risiken, die nur bei familiärer Vorbelastung (z. B. MTHFR-Mutation bei B12-Mangel) gezielt eingesetzt werden sollten. Die Epigenetik — also der Einfluss von Stress, Schlaf, Sport und Ernährung auf die Genexpression — gibt dem Individuum die eigentliche Handlungsmacht zurück.


Den breitesten Raum nimmt das Nervensystem ein. Stephanie beschreibt ausführlich den Fall eines Geschäftsmanns mit 10-jähriger IBS/Morbus-Crohn-Geschichte, der sich subjektiv „tiefenentspannt" fühlt, körperlich aber die Zeichen kompletter Erschöpfung zeigt. Sie vermutet ein Chronic-Fatigue-Syndrom, verzichtet vorerst auf jede Ernährungs- oder Supplement-Anpassung und setzt ausschließlich auf Schlaf-Hygiene, Zeitstruktur und minimierte Trainingsbelastung. Ihr Fazit: Ein kaputtes Nervensystem zu reparieren kann Jahre dauern — aber es ist möglich, wenn man langsam und konsequent vorgeht.


Das Gespräch schließt mit dem Hinweis, dass leistungsgetriebene, ehrgeizige Menschen besonders gefährdet sind, in diese Erschöpfungsspirale zu geraten — und dass manchmal ein ruhiger Spaziergang wertvoller ist als ein weiteres intensives Workout. MEHR VON JULIA TULIPAN

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Der Keto Kompass * Keto - Alles was du wissen musst * ALLES ÜBER DR. STEPHANIE LILJA

Dr. rer. nat. Stephanie Lilja ist Ernährungswissenschaftlerin aus Wien und promovierte am Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien. Im Rahmen ihrer Dissertation untersuchte sie die Effekte von Buchinger-Fasten sowie von Fastenmimetika auf die Genexpression von Sirtuinen, epigenetische Longevity-Marker sowie auf die Modulation des Darmmikrobioms. Ihre Erstautorinnenarbeit „Five Days Periodic Fasting Elevates Levels of Longevity Related Christensenella and Sirtuin Expression in Humans" zeigte, dass periodisches Fasten longevity-assoziierte Bakterien und die Sirtuin-Expression beim Menschen erhöht.


Parallel zu ihrer akademischen Tätigkeit arbeitete sie bei der Wiener HealthBioCare GmbH, einem Unternehmen, das personalisierte Ernährungsberatung auf Basis von SNP-Analysen, Methylierungsmustern und Entzündungsmarkern anbietet. Anschließend war sie rund fünf Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) in der Diagnostik seltener neuromuskulärer Erkrankungen an der Medizinischen Universität Wien tätig.


Seit April 2026 ist Stephanie Lilja vollständig selbständig und bietet Vitalberatungen mit den Schwerpunkten Ernährung, Mikrobiom, Sport, Biohacking sowie Healthspan vs. Lifespan an. Mittwochs und samstags ist sie in der Recovery Box in Wien vor Ort und bietet dort Messungen (Bioimpedanz, Karotinoid-Score) und persönliche Beratung an. Links

Instagram: @stephanielilja LinkedIn Studie (PubMed Central) KAPITEL

00:00:00 Einleitung 00:02:05 Stephanies Werdegang 00:05:20 SNP-Analysen erklärt 00:10:40 Fundament vor Dach 00:13:00 Stuhldiagnostik und Mikrobiom 00:17:00 Anamnese und Schlaf-Hygiene 00:22:00 Carotinoid-Score als Biomarker 00:27:30 Messung in der Praxis 00:32:30 Fall Morbus Crohn 00:39:30 Stressmanagement und Recovery 00:44:00 Nervensystem heilen 00:49:30 Zwei Prioritäten setzen


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Cheaten bei Keto: Schädigt das wirklich deine Gefäße?
07.06.2026
11 Minuten
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Schau auch das nächste Video zu Blutzucker und Insulin


WAS DU IN DIESER EPISODE LERNST:


🩸 Messen bedeutet nicht Schaden: Ein kurzfristig messbarer Wert an der Gefäßfunktion heißt nicht automatisch, dass dauerhaft etwas kaputtgeht – dein Körper reagiert ständig auf Reize und reguliert wieder zurück


Endothel als Sensorsystem: Die innere Zellschicht deiner Blutgefäße reagiert auf Blutzucker, Insulin, Entzündung, oxidativen Stress, Schlafmangel, Blutdruck und Bewegung – nicht nur auf Zucker


Die berühmte Studie genauer betrachtet: Untersucht wurden neun junge, gesunde Männer – keine Risikogruppe, kein Diabetes, kein metabolisches Syndrom


️ 75 g reine Glukose ≠ Cheat Meal: Getestet wurde mit einem standardisierten Glukosetoleranztest, nicht mit einer echten gemischten Mahlzeit aus Fett, Eiweiß und Ballaststoffen


Adaptives Glukosesparen: Nach 7 Tagen Low Carb / High Fat (≈70 % Fett, ≈10 % KH) stellt der Stoffwechsel auf Zuckersparen um – ein schlechterer Glukosetest ist dann eine normale Anpassung, kein Krankheitszeichen


Die richtigen Fragen: Entscheidend ist immer, wie stark ein Reiz ist, wie oft er auftritt und wie gut dein Körper danach zurückregulieren kann


Peak vs. chronisches Muster: Gefäße leiden nicht an einem Stück Kuchen, sondern an chronisch erhöhtem Blutzucker, Insulin, Bauchfett, Bluthochdruck und dauerhafter Belastung über Jahre


Der eigentliche Denkfehler: Viele Low-Carb-/Keto-Anhänger haben Angst vor dem einen Ausrutscher, fragen sich aber nicht, warum sie überhaupt so empfindlich auf Kohlenhydrate reagieren


Ziel: metabolische Flexibilität: Baue einen Stoffwechsel auf, der mit normalen Lebenssituationen umgehen kann und bei einer Ausnahme nicht komplett entgleist – statt in Angst vor jedem Gramm Kohlenhydrate zu leben


🩺 Nüchtern-Insulin statt nur Blutzucker: Viele haben lange normale Blutzuckerwerte, aber bereits erhöhte Insulinwerte – Nüchtern-Insulin und HbA1c zeigen ein vollständigeres Bild deines Stoffwechsels


Ausnahme darf nicht zur Regel werden: Ein seltener Ausrutscher ist unproblematisch – wird aus einmal Kuchen wieder täglich Süßes, wird das Muster zum eigentlichen Risiko


Kenne deine Ausgangslage: Nicht "nie wieder Zucker", sondern wissen, wo du stehst – nur so kannst du bewerten, ob ein Ausrutscher für dich relevant ist oder ob du überreagierst


ZUSAMMENFASSUNG:


Du machst Low Carb oder Keto, fühlst dich stabil – und dann kommt der Geburtstagskuchen, die Pizza oder das Dessert im Restaurant. Spätestens am nächsten Tag schleicht sich der Gedanke ein: "Habe ich jetzt alles ruiniert? Habe ich mir gerade meine Gefäße geschädigt?" Genau diese Angst greift Julia Tulipan in dieser Monolog-Folge auf. Online kursiert die Behauptung, ein Cheat Meal nach Keto sei besonders gefährlich für die Blutgefäße – untermauert von einer oft zitierten Studie. Doch die eigentliche Frage ist nicht, ob man nach Zucker kurzfristig etwas messen kann, sondern was dieser Messwert wirklich bedeutet.


Julia erklärt zunächst, warum unsere Blutgefäße keine starren Rohre sind: Das Endothel, die innere Zellschicht, reagiert auf Blutzucker, Insulin, Entzündung, oxidativen Stress, Schlafmangel, Blutdruck und Bewegung. Eine kurzfristig messbare Veränderung der Gefäßfunktion ist also nicht gleichbedeutend mit bleibendem Schaden – der Körper reagiert ständig auf Reize und reguliert wieder zurück. Entscheidend sind drei Fragen: Wie stark ist der Reiz, wie oft tritt er auf und wie gut erholt sich der Körper?


Anschließend nimmt sie die berühmte Studie auseinander: Neun junge, gesunde Männer – keine Risikogruppe – machten zuerst einen Glukosetoleranztest mit 75 Gramm reiner Glukose, aßen dann sieben Tage ketogen (≈70 % Fett, ≈10 % Kohlenhydrate) und wiederholten den Test. Dass danach die Glukoseverarbeitung schlechter und die Gefäßweitstellung beeinträchtigt war, klingt dramatisch, ist aber Ausdruck des adaptiven Glukosesparens: Nach einer Low-Carb-Phase stellt der Körper auf Zuckersparen um, ein 75-g-Glukose-Bolus ist dann ein bewusst starker, untypischer Reiz – und eben kein realistisches Cheat Meal mit Fett, Eiweiß und Ballaststoffen.


Die zentrale, evidenzbasierte Botschaft: Gefäße leiden nicht an einem einzelnen Stück Kuchen, sondern an chronisch erhöhtem Blutzucker, hohen Spitzen nach jeder Mahlzeit, dauerhaft erhöhtem Insulin, Bauchfett, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, schlechtem Schlaf und Dauerstress über Jahre. Ein einzelner Peak in einem stabilen Stoffwechsel ist kurzer Stress mit anschließender Erholung – ein ständiges Muster aus Zucker, Crash und Heißhunger ist etwas völlig anderes.


Daraus folgt Julias eigentliche Empfehlung: Statt "nie wieder Zucker" sollst du deine metabolische Ausgangslage kennen. Wer ständig müde nach dem Essen ist, Heißhunger und den 15:30-Crash kennt oder am Bauch zunimmt, hat ein anderes Problem als die einzelne Pizza. Hilfreich sind bessere Informationen über den eigenen Stoffwechsel – nicht nur Blutzucker und HbA1c, sondern auch das Nüchtern-Insulin, denn normale Blutzuckerwerte können bereits erhöhte Insulinwerte verdecken. Das Fazit: Ein Ausrutscher ist keine Katastrophe. Die richtige Frage ist, ob es Ausnahme oder chronisches Muster ist – nüchtern eingeordnet statt aus Panik.


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KAPITEL:


00:00:00 Der Panik-Moment nach dem Cheat 00:00:33 Der virale Keto-Mythos 00:01:02 Gefäßstress und Endothel 00:02:07 Messen ist kein Schaden 00:02:49 Die oft zitierte Studie 00:04:14 Adaptives Glukosesparen 00:05:36 Einzelner Peak oder Muster 00:06:36 Deine Ausgangslage entscheidet 00:07:27 Der eigentliche Denkfehler 00:07:54 Stabilen Stoffwechsel aufbauen 00:08:34 Ausnahme oder Alltag 00:09:14 Nüchtern-Insulin messen


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Cheaten bei Keto: Schädigt das wirklich deine Gefäße?
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