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Beschreibung
vor 1 Woche
Ein Dorf in Zimbabwe. Hier haben seit jeher alte Männer das
letzte Wort, wenn es um die Angelegenheiten der Familien geht,
dass gerade sie dieses Privileg einsetzen würden, um gegen
Kinderehen vorzugehen, hätte unser Interviewgast Julia Selle
nicht erwartet. Dennoch erlebte sie während ihrer Arbeit für die
Hilfsorganisation Plan International Deutschland vor Ort mit, wie
die Gemeindeältesten ein Netzwerk über Dorfgrenzen hinweg
bildeten, das Mädchen vor einer der schlimmsten Praktiken der
Welt schützt. Solche Momente sind es, die sie in ihrer Arbeit
antreiben und die der Grund sind, warum sie ihren Weg vom
Großkonzern in die Welt der gemeinnützigen NGOs (non-governmental
organizations) nie bereut hat.
Heute ist Julia Geschäftsführerin der Stiftung Hilfe mit Plan bei
Plan International Deutschland, einer Kinderrechtsorganisation,
die in über 45 Ländern aktiv ist und sich besonders für Frauen
und Mädchen im globalen Süden einsetzt. In ihrer Rolle
verantwortet sie Strategie, Finanzen und Personal, pflegt
Beziehungen zu Unterstützenden und repräsentiert die Stiftung
nach außen. Was sie dabei am meisten begeistert, ist die
Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen, sowohl mit ihren
Teammitgliedern als auch jenen, die ihre Arbeit durch ihre
finanzielle und anderweitige Unterstützung, z.B. im Rahmen von
Patenschaften, überhaupt erst möglich machen.
Bevor sie diese Position antrat, war Julia fast elf Jahre lang
jedoch in einem ganz anderen Umfeld tätig: Sie arbeitete bei der
Metro AG, zunächst in der Unternehmenskommunikation, später im
Bereich Corporate Social Responsibility. Hier war Julia Teil
eines großen internationalen Konzerns mit entsprechenden
hierarchischen Strukturen und fand heraus, dass ihr Herz viel
mehr für soziale Projekte schlug: Schon bei Metro hatte sie mit
den Tafeln und dem World Food Programme zusammengearbeitet und
gespürt, wo sie wirklich beruflich hinwollte. Nach einer
dreieinhalb Monate langen Auszeit, die sie auf Reisen verbrachte,
war Julia sich sicher: Ihre Arbeit sollte sinnvoll sein und die
Welt zum Guten verändern.
Genau in dieser Phase entschied sie sich für den
berufsbegleitenden Masterstudiengang MBA Sustainability
Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Den Studiengang
beschreibt sie als generellen MBA (Master of Business
Administraton), in dem sich das Thema Nachhaltigkeit durch alle
Module wie ein roter Faden hindurch zog. Besonders in Erinnerung
geblieben sind ihr die Präsenzwochenenden in Lüneburg, die für
sie trotz weitem Weg aus Düsseldorf die beste Zeit waren. Julia
betont, wie sehr es sie gefreut hat, hier Menschen mit völlig
unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen, die durch ihr
gemeinsames Interesse an nachhaltigem Wirtschaften verbunden
werden. Außerdem verrät sie, mit welchem umstrittenen
Konzept sie sich in ihrer Masterarbeit beschäftigt hat und auch,
was es mit sogenannten Change Agents auf sich hat. Zudem zeigt
Julia, wie es auch nach dem Studium an der beruflich an der Uni
weitergehen kann, indem sie Einblicke in ihre Tätigkeit als
Gastdozentin an der Leuphana gewährt.
Im Gespräch mit Moderator Daniel gibt sie Antworten auf Fragen
wie diese: Was denkt sie über das Gehaltsgefälle zwischen
Non-Profit-Organisationen und Unternehmen? Warum sind
Hartnäckigkeit und Leidenschaft im NGO-Sektor keine Buzzwords,
sondern wirklich notwendig? Und was hat Karneval mit all dem zu
tun? Hört rein und lasst euch von Julias Weg vom Großkonzern über
das Studium bis an die Spitze einer gemeinnützigen Stiftung
inspirieren.
Moderiert wird diese Episode von Daniel Persiel.
Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen:
https://studium-und-dann.com/?p=26728
Diese Folge ist Teil unseres Vorgängerformats „Karriere leupht“
der Leuphana Universität Lüneburg und wurde für die
Neuveröffentlichung gekürzt und bearbeitet.
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