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Beschreibung
vor 1 Woche
Um „Eh-Da-Kosten“ und laufende Kosten bei der Projektarbeit geht
es in der siebten Episode der Shorts des IT-Berufe-Podcasts.
Ich zeige dir, dass du in der Kostenbetrachtung deines
Abschlussprojekts nicht nur neu angeschaffte Dinge einplanen
solltest, sondern auch vorhandene Ressourcen wie Arbeitszeit,
Server, VMs oder Lizenzen. Solche „EDA-Kosten“ sind nicht
kostenlos, weil sie Ressourcen binden und damit
Opportunitätskosten verursachen. Außerdem solltest du laufende
Kosten wie Betrieb, Wartung, Strom, Lizenzen oder Support immer
mit berücksichtigen und dir dafür möglichst Pauschalen oder
Stundensätze aus deinem Unternehmen geben lassen.
Inhalt Worum es mir geht
Ich zeige dir, dass in Projektdokumentationen und Präsentationen
oft wichtige Kosten vergessen werden. Dadurch wirkt ein
Abschlussprojekt schnell zu günstig oder amortisiert sich
unrealistisch schnell. Für eine realistische Kostenbetrachtung
solltest du nicht nur neu angeschaffte Dinge berücksichtigen,
sondern alle Kosten, die durch dein Projekt entstehen.
Vorhandene Ressourcen sind nicht kostenlos
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass vorhandene Ressourcen
nichts kosten, nur weil sie schon im Unternehmen da sind. Genau
darum geht es bei den sogenannten "EDA-Kosten":
der Server ist schon da
die Lizenz ist schon bezahlt
der/die Kolleg:in ist sowieso im Unternehmen
du erhältst ohnehin deine Ausbildungsvergütung
Ich mache klar: Das ist keine sinnvolle Rechnung. Alles, was du
für dein Projekt nutzt, kostet Geld und muss letztlich von
Kund:innen mitfinanziert werden.
Opportunitätskosten
Ein wichtiger Gedanke dabei sind die Opportunitätskosten, also
die Kosten der entgangenen Gelegenheit.
Beispiele:
Wenn ein:e Softwareentwickler:in zwei Stunden deinen Code
reviewt, kann diese Person in der Zeit nichts anderes für das
Unternehmen leisten.
Wenn dein Projekt auf einem vorhandenen Server läuft, stehen
CPU, RAM, Storage oder Netzwerkkapazität nicht mehr vollständig
für andere Anwendungen zur Verfügung.
Wenn eine VM im Cluster Ressourcen belegt, können diese
Ressourcen nicht für andere VMs genutzt werden.
Auch wenn diese Ressourcen schon vorhanden sind, entstehen deinem
Projekt dadurch also reale Kosten.
Kosten fair und anteilig umlegen
Ich erkläre, dass Kosten nicht zufällig bei einem einzelnen
Projekt landen dürfen. Wenn mehrere Projekte dieselbe
Infrastruktur nutzen, sollten die Kosten fair verteilt werden.
Beispiel:
Wenn auf einem Server bereits zehn Projekte laufen und durch
das elfte ein neuer Server nötig wird, darf nicht nur dieses
elfte Projekt die gesamten Kosten tragen.
Stattdessen müssen die Kosten anteilig auf alle Projekte
umgelegt werden, die diese Ressource nutzen.
Das gilt auch für:
Server
VMs
Lizenzen
Arbeitszeit von Kolleg:innen
andere gemeinsam genutzte Ressourcen
Kosten nicht selbst im Detail berechnen
Ich empfehle dir, diese Kosten möglichst nicht selbst bis ins
kleinste Detail auszurechnen. Besser ist es, dir Werte aus dem
Unternehmen geben zu lassen, zum Beispiel von:
Personalabteilung
IT-Betrieb
Rechnungswesen
Buchhaltung
Controlling
Sinnvoll sind zum Beispiel:
Stundensätze für Mitarbeiter:innen
Pauschalen für VMs oder Serverbetrieb
Gemeinkostensätze
anteilig umgelegte Lizenzkosten
So zeigst du, dass du an die Kosten gedacht hast, ohne unnötige
Rechenfehler einzubauen.
Laufende Kosten nicht vergessen
Ein weiterer häufiger Fehler ist, nur die einmaligen
Projektkosten zu betrachten. Ich mache deutlich, dass IT-Projekte
fast immer auch laufende Kosten verursachen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Stromkosten
Wartung
Updates
Lizenzkosten
Cloud-Kosten
Support-Verträge
Betriebsaufwand durch Admins
Diese Kosten fallen auch nach Projektende weiter an. Wenn du sie
nicht berücksichtigst, wird die Amortisationszeit zu kurz
dargestellt und die Kalkulation unrealistisch.
Warum das für die Amortisation wichtig ist
Ich betone, dass eine längere Amortisationszeit nicht schlimm
ist. Problematisch ist vielmehr, wenn laufende Kosten weggelassen
werden. Dann scheint das Projekt wirtschaftlicher, als es
tatsächlich ist. Auf Dauer würde ein Unternehmen Verluste machen,
wenn solche laufenden Kosten bei allen Projekten ignoriert
würden.
Beispiele für mögliche Kosten Für Systemintegration
Mögliche Kosten können sein:
Server oder VM-Ressourcen
CPU, RAM und Storage
Backup-Systeme
Monitoring
Arbeitszeit von Admins für Einrichtung, Betrieb und Wartung
Für Anwendungsentwicklung
Mögliche Kosten können sein:
IDE-Lizenzen
weitere Software-Tools
Testsysteme oder Staging-Systeme
Datenbanken
CI/CD-Pipelines oder Build-Server
genutzte Infrastruktur-Ressourcen
Für andere IT-Berufe gilt sinngemäß dasselbe.
Meine Empfehlung für deine Projektdokumentation
Ich würde dir empfehlen:
Erstelle zuerst eine Liste aller genutzten Ressourcen. Prüfe
dann, welche Kosten dafür im Unternehmen angesetzt werden. Nutze
möglichst Pauschalen, Stundensätze oder Gemeinkosten statt eigener
Detailrechnungen. Berücksichtige sowohl einmalige als auch laufende
Kosten. Lege gemeinsam genutzte Ressourcen bei Bedarf anteilig auf
dein Projekt um. Verwende diese Werte anschließend für eine
realistische Amortisationsrechnung. Fazit
Meine Kernaussage ist: Nicht nur neue Anschaffungen verursachen
Kosten, sondern auch alles, was bereits vorhanden ist und von
deinem Projekt genutzt wird. Vorhandene Ressourcen sind nie
kostenlos. Zusätzlich solltest du immer laufende Kosten mit
einplanen. Wenn du das sauber machst, wirkt deine
Kostenbetrachtung realistischer und vollständiger.
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Betriebsabrechnungsbogen (BAB) für die IT-Berufe (AP1 und
AP2)
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[0:20] Heute möchte ich mich mal mit einem Thema
beschäftigen, was ich sehr häufig falsch in Anführungszeichen
in Projektdokus und Präsentationen wähle. Und zwar das Thema
der EDA-Kosten, beziehungsweise auch der laufenden Kosten. Und
ich bringe noch ein Passwort mit rein, die Opportunitätskosten.
Heute soll es also um die Kostenbetrachtung deines
Abschlussprojekts gehen. Und wir haben da oft ein Problem, dass
nicht alle Kosten betrachtet werden. Und dass das Projekt sich
dann super schnell amortisiert oder halt viel zu geringe Kosten
einfach hat, um das irgendwie realistisch einplanen zu können
in so einem Unternehmen. Und deswegen will ich da heute einmal
kurz darauf eingehen, was da häufig vergessen wird, was das
überhaupt ist, was ich damit meine und wie man das dann besser
machen könnte. Also Nummer eins, es geht darum, bei deiner
Projektarbeit dein Projekt auch realistisch einzuschätzen, was
die Kosten angeht. Du sollst ja nicht einfach sagen, ja, ich
habe da 80 Stunden als Zubi daran gesessen. Ich bin ja eh im
Unternehmen, die bezahlen mir Ausbildungsvergütung. Ja, ich
habe da so ein bisschen rumprogrammiert und ich habe da so ein
paar Server installiert und ja, das hat das Unternehmen am Ende
eigentlich nichts gekostet.
[1:20] Nee, so ist es nicht. Sondern alles, was du
für dein Projekt machst und was auch im Unternehmen für dein
Projekt gemacht wird, bereitgestellt etc., kostet irgendetwas.
Das Geld dafür muss irgendwo herkommen. Auch deine
Ausbildungsbegütung bezahlt ja irgendwer am Ende. Und ich
spoiler schon mal, wer das macht, eure Kunden bezahlen das.
Dein Chef überweist dir das zwar, aber der kriegt das Geld ja
auch nicht aus dem, das fällt ja auch nicht vom Himmel, sondern
das kommt von den Kunden, die am Ende dann eure Produkte kaufen
oder eure Dienstleistungen in Anspruch nehmen, eure Waren
kaufen, was auch immer. Und alle diese Kosten an deinem Projekt
müssen auf die Kosten für die Kunden umgelegt werden, damit die
am Ende das Ding bezahlen. Weil das Geld fällt nicht vom
Himmel, auch wenn man das vielleicht glaubt. Das ist nicht so,
das muss erwirtschaftet werden. Und ja, dein Projekt verursacht
Kosten und die musst du einplanen. Und heute gehe ich mal auf
die Kosten ein, die dabei gerne vergessen werden. Weil, was so
die low hanging fruit ist, ich habe als Anwendungsentwickler
zum Beispiel 80 Stunden gearbeitet, also plane ich mich 80
Stunden ein. Oder als Systemintegrator plane ich mich 40
Stunden ein. Ja, okay. Offensichtlich sind das Kosten natürlich
anfallen, aber es gibt noch ganz viele mehr. Und da geht es
halt eben nicht nur darum, was extra für dein Projekt zum
Beispiel gekauft wurde. Also wenn extra für dein Projekt eine
Hardware angeschafft wurde, ein Server gemietet wurde oder
sowas. Das ist natürlich offensichtlich. Aber mir geht es heute
um die vielleicht etwas versteckten Sachen, an die ganz viele
Prüflinge leider nicht denken. und das sehe ich dann immer in
den Dokus. Und zwar, ähm.
[2:42] Geht es mir um diese E-Da-Kosten. Das ist
jetzt kein Fachbegriff. Ich weiß gar nicht, wo ich den selber
mal gehört habe. Ich glaube, irgendwo im
Rechnungswesenunterricht oder Vorlesung mal irgendwo. Also es
geht darum, Dinge, die E-Da sind. Also es ist keine Abkürzung,
sondern du formulierst das so, ja, der Server, der ist ja E-Da.
Der steht ja unten im Keller, den haben wir ja E. Dann lasst
uns doch nochmal eben mein Projekt da mit drauf installieren
und fertig. Dann haben wir keine Kosten quasi. Also die Dinger
sind ja E-Im-Unternehmen. Der Kollege sitzt da E. Der kriegt
sein Gehalt. ja, also der muss ja nicht nur für mein Projekt
jetzt mehr Geld bekommen. Deswegen, ja, EDA kostet nichts. Und
das sind meine sogenannten EDA-Kosten. Und das ist leider
Quatsch. Denn auch wenn die EDA sind, machen wir mal jetzt
verschiedene Beispiele, den Softwareentwickler, der am Ende
dein Projekt reviewen soll, ja. Der sitzt da vielleicht zwei
Stunden dran. Und ja, der ist eh im Büro, die zwei Stunden.
Aber in diesen zwei Stunden kann er ja nichts anderes machen,
weil er ja deinen Code reviewt zum Beispiel, ne. Und das nennt
man dann sogenannte Opportunitätskosten. Opportunity auf
Englisch, Gelegenheit. Und das sind die Kosten der entgangenen
Gelegenheit. Das heißt, während dieser Softwareentwickler zwei
Stunden deinen Code reviewt, kann er eben nicht richtig coole
Software fürs Unternehmen programmieren, mit der dann richtig
Geld gemacht wird, sondern die zwei Stunden seiner Arbeitszeit
sind dann halt weg, weil sie für dein Projekt draufgegangen
sind. Oder machen wir was für die Systemintegratoren.
[3:59] Wir haben irgendwo einen Server stehen, auf
dem eine neue Firewall installiert werden soll. Wenn die
Firewall da läuft, kann der Server halt nicht noch 37 andere
Applikationen hosten, Weil der vielleicht, keine Ahnung, so
starkes Netzwerk eingebunden ist, dass gar keine andere
Applikation mehr laufen kann, weil die gar keinen
Netzwerktraffic mehr abkriegt. Oder die Firewall blockiert so
viel CPU, dass einfach andere Applikationen auf dem Server
nicht mehr laufen können. Und das heißt, der Server könnte für
was anderes benutzt werden, wird er aber nicht, weil dein
Projekt jetzt drauf läuft. Also sind das natürlich Kosten, die
für dein Projekt anfallen. Auch wenn der Server eh schon da ist
und nicht nochmal angeschafft werden muss. Aber jedes neue
Projekt, was ich auf einen Server, ich bleibe jetzt mal bei dem
Beispiel, installiere, belastet ja den Server. kostet CPUs,
kostet RAM, kostet Strom und da kann in der Zeit halt
vielleicht nichts anderes auf dem Server laufen, weil da ein
Projekt draufläuft. Und jetzt überlegen wir mal weiter.
Angenommen, alle Projekte würden das so machen. Ja, der Server
ist ja eh da. Komm, ich installiere das mal mit drauf. Was
glaubst du, wie lange kann man das machen? Also wie viele, ich
sage jetzt mal, Software-Nemikungsprojekte, Web-Anwendungen
oder so, kann ich auf dem Server installieren, bis der dann
irgendwann mal die Grätsche macht, weil er eben keine CPU-RAM,
was er auch immer mehr frei hat. Das kann man ja nicht
unendlich betreiben. Die sind ja nicht unendlich skalierbar,
diese Ressource, nur weil sie da sind.
[5:04] Und dann passiert Folgendes. Auf dem Server
habe ich zehn Projekte laufen. Jetzt kommt das elfte Projekt
und mit diesem elften Projekt kommt der Server jetzt an seine
Grenzen. Was müssen wir machen? Neuen Server kaufen. Und wird
jetzt die Anschaffung, der Anschaffungspreis für diesen Server,
wird das jetzt auf dieses elfte Projekt gelegt. Das heißt, das
elfte Projekt hat leider Pech gehabt, weil es aus Versehen das
elfte Projekt war und hat jetzt zufällig einen neuen Server
quasi zur Folge und muss dieses Projekt jetzt den kompletten
Server bezahlen, einfach nur, weil es in der Reihenfolge
zufällig an der falschen Position war. Sorry, so kann man noch
nicht rechnen. Das geht nicht. Das heißt, jedes Projekt, jedes
der elf Projekte muss anteilig diese Serverkosten tragen. Und
das elfte übernimmt natürlich nicht die kompletten Kosten für
den neuen Server, auf dem dann noch neun andere Applikationen
wieder installiert werden können. Das muss natürlich verteilt
werden. Und um wieder bei der Systemintegration auch mal ein
Beispiel zu finden. Wir haben eine neue VM, die wir brauchen.
Meintwegen die Firewall, da wird nichts mehr Hardware
installiert, lassen wir auf einer VM laufen. Aber auch die VM
braucht ja Ressourcen. Die blockiert vielleicht CPUs oder RAM
im VMware-Cluster, der teuer lizenziert wird. Und für diese
blockierten CPUs und RAM kann halt eben keine andere VM
irgendwas anderes machen, was Geld einbringt zum Beispiel. Das
heißt, diese Sachen kann man nicht einfach unter den Tisch
fallen lassen. Die müssen einkalkuliert werden. Die müssen
meistens anteilig einkalkuliert werden, weil halt meine
Applikationen oft nicht die einzige auf dem Server ist. Da
laufen halt noch andere. Aber ich darf diese Kosten halt nicht
unter den Tisch fallen lassen.
[6:25] Es darf nicht Zufall sein, welches Projekt
die Kosten trägt. Das muss fair sein, verteilt werden, anteilig
über die Nutzung aller Projekte, die diese Ressource, ob es ein
Mitarbeiter ist oder ein Server oder was auch immer.
Meinetwegen auch eine Lizenz, die lese ich ja auch ganz oft bei
Software-Mitglungs-Projekten, die ich ja nun mal hauptsächlich
lese. Ja, wir haben eine IntelliJ-Lizenz, die packe ich zwar in
meine Liste der Ressourcen, aber dafür setze ich keine Kosten
an, weil die habe ich ja eh. Die IntelliJ-Lizenz kostet
irgendwie, keine Ahnung, 1000 Euro im Jahr, aber für mein
Projekt war die kostenfrei, weil die ist ja schon bezahlt. So
kann man das, wie gesagt, nicht rechnen. Man muss das umlegen,
anteilig. Ich spoilere das schon mal. Genau das ist die Lösung.
Anteilig auf deinem Projekt umlegen. Das musst du im Zweifel
auch nicht selber machen. Also keiner erwartet von dir in
deiner Projektdokumentation, dass du jedes einzelne
kostenanteiligstes Teilchen, was dir irgendwie einfällt in
deinem Projekt, genau umlegst und Cent genau ausrechnest und so
weiter. Dafür gibt es hoffentlich Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen
in deinem Unternehmen, die das machen, zum Beispiel im
Rechnungswesen, in der Buchhaltung, im Personal, wo auch immer.
Und die sagen dir dann einfach, was das pauschal kostet. So
würde ich dir auch dringend empfehlen, das zu machen. Bitte
berechnet das nicht selbst, da kannst du nur irgendwas
vergessen, irgendwelche Fehler einbauen, noch eine
Rundungsdifferenz und du hast irgendwas vergessen und das
nehmen dir die Prüfenden dann auseinander, sondern lass dir
einfach die Zahlen geben. Frag in der Personalabteilung, was
kostet mich ein Softwareentwickler, eine Softwareentwicklerin
pro Stunde?
[7:46] Zwei Stunden Code Review mal diesen
Stundensatz, das sind die Kosten. Ende. Frag in deinem
IT-Betrieb, in deinem Support, was kostet uns eigentlich eine
VM im Jahr im Durchschnitt? Und dann kommt da raus, was auch
immer, 100 Euro oder wie auch immer das da umgelegt wird. Und
das packst du dann in deiner Projektkosten. Berechne das nicht
selber, aber zeige, dass du dran gedacht hast und recherchiere
die vernünftigen Zahlen in deinem Unternehmen und damit
rechnest du dann. Genau das Gleiche eben bei meinem
Lizenzbeispiel für IntelliJ. Das kann man ja auch umlegen. Das
wird auch irgendwer wahrscheinlich gemacht haben. Da gibt es
dann irgendeinen Kostenpunkt, den du noch mit reinnehmen
kannst. Und im besten Fall machst du das nicht für jedes
einzelne Ding, das da benutzt wird, sondern du kriegst einfach
einen Gemeinkostensatz, den du dann mit in deine
Projektkostenbrechnung mit einnimmst. Zum Beispiel anteilig auf
deine Stunden aufgerechnet oder auf die der Kollegen,
Kolleginnen, die mit dir da zusammen dran arbeiten. Das wäre
meine Empfehlung dafür.
[8:38] Und dann, nächster Punkt, die laufenden
Kosten. Die werden halt auch sehr oft vergessen. Jetzt haben
wir diesen ganzen Kram da eingeplant. Ich habe meine
Stundensätze, da sind auch die Gemeinkosten drin und alles
super und Lizenzen umgelegt und tralala. Ja, aber dann ist es
vorbei. So, dann kostet das Projekt einmalig 3.000 Euro.
Beispiel ist eine Zahl, die sehr häufig vorkommt. Und dann
amortisieren wir das und dann ist es fertig. Ja, und da wird
dann vergessen, dass diese ganzen Ressourcen ja nicht umsonst
laufen, wenn man sie einmal angeschafft hat. Beispiel,
offensichtliches Beispiel, ein Server, der irgendwo steht, der
verursacht Stromkosten, der muss gewartet werden, Updates
müssen installiert werden, mal Stundensatz des IT-Admins, der
das macht. Wir haben Lizenzen, wenn es ein Windows-Server ist
zum Beispiel. Oder wenn das Ding nicht bei uns im Keller steht,
in der Cloud, ja, die wird ja sogar stündlich oder täglich
abgerechnet, was so ein Server da kostet, ja. Oder ich habe
vielleicht Support-Verträge mit Dienstleistern, die für mich
die Wartung machen, ja, so Full-Service-mäßig und so. Das sind
alles Kosten, die auch anfallen, wenn dein Projekt beendet ist.
Und angenommen, du hast jetzt ein Software-Dickle, die auf
diesem Server läuft, der Server muss halt weiter betrieben
werden, gepatcht werden. Der braucht Strom.
[9:36] Das heißt, auch das musst du natürlich
einplanen in deine Kosten. Und das reduziert eventuell, nein,
verlängert die Amortisationszeit. Aber das ist gar nicht
schlimm. Im Gegenteil, es wäre schlimm, wenn du diese Kosten
weglässt, weil das ist unrealistisch. Ich behaupte einfach,
dass du kein IT-Projekt umsetzen kannst, was keine laufenden
Kosten hat. Das ist einfach eine pauschale Aussage, die ich
jetzt hier mal treffe, weil alles, was du entweder
programmierst oder installierst oder konfigurierst oder was
auch immer du machst in einem IT-Beruf, das wird nicht einmalig
sein und dann wird das Ding ausgeschaltet, weggeschmissen,
gelöscht, wie auch immer, sondern das wird ja dauerhaft laufen.
Das ist hoffentlich die Idee deines Projekts. Und alles, was
irgendwo läuft, verursacht wenigstens irgendwie Strom,
Wartungs, Lizenzkosten, irgendwas fällt da ganz sicher an. Und
es geht ja auch nicht darum, ob es vielleicht Cent-Beträge
sind. Das ist ganz egal. Also es geht darum, dass du zeigst,
dass du daran gedacht hast, dass diese Kosten anfallen. Ganz
egal, wie hoch die sind. Aber du kannst nicht sagen, mein
Projekt ist jetzt fertig und jetzt kümmere ich mich nicht mehr
drum und jetzt verursacht das keine Kosten mehr. Doch. Und
diese laufenden Kosten müssen halt eben auch von euren Kunden
erwirtschaftet werden. Die muss irgendwer irgendwo mit
einplanen, weil sonst kommt das Geld nicht rein und dann kostet
dein Projekt im wahrsten Sinne des Wortes dein Unternehmen
Geld, weil die Kunden über die Umlage das nicht wieder
reinholen. Und das wollen wir vermeiden, weil wenn wir das alle
machen würden, in allen Projekten, wäre das Unternehmen
irgendwann pleite. Wenn alle sagen, so, das Projekt hat 5.000
Euro bezahlt, der Kunde bezahlt mir das jetzt einmalig, sagen
wir mal mit Gewinnaufschlag, zahlt er 6.000 und dann ist es
vorbei. Aber dass wir ihm jetzt noch jahrelang die Server
betreiben müssen und einen monatlichen Betrag für uns fällig
wird, habe ich leider vergessen.
[11:05] Ja, dann sind die Rechnungen alle bezahlt,
aber nach zwei Monaten sind wir trotzdem insolvent, weil die
ganzen Kosten, an die keiner gedacht hat, uns leider
auffressen. So, das geht nicht. Also bitte auch die laufenden
Kosten, und ich habe gerade ein paar genannt, immer mit
einplanen, egal wie hoch und in die Riechse sind. Und da kannst
du es ähnlich machen wie bei den EDA-Kosten. Du holst einfach
Pauschalen. Beispiel hatte ich gerade schon. Was kostet denn
der Betrieb einer VM im Jahr das Unternehmen zum Beispiel? Da
wird dir hoffentlich ein IT-Admin irgendwie eine grobe Zahl
nennen können. Und zur Not schätzt du die einfach. Im besten
Fall lässt du sie von Kollegen schätzen, die da mehr Ahnung von
haben, keine Frage. Aber wenn das nicht geht, gibt ja auch
viele kleine Unternehmen, wo man vielleicht diese Zahlen gar
nicht hat, dann schätzt du es halt selbst. Aber du musst jetzt
nicht noch eine riesen BAB, so Betriebsabrechnungsbogen in
deiner Prodoku machen, das will keiner sehen, das ist viel zu
aufwendig. Aber wir wollen sehen, dass du diese Kosten gedacht
hast. So, zum Abschluss jetzt noch mal ein paar konkrete
Beispiele. Fangen wir mal mit System-Integration an. Was
könnten solche Kosten jetzt sein, von denen ich heute rede und
geredet habe? Wenn du einen neuen Server brauchst zum Beispiel,
wenn du VM hast, was heute natürlich der Standard sein sollte
oder Container, ganz egal. Auf jeden Fall brauchen die auch
Ressourcen. CPU, RAM, irgendwie Storage vielleicht. Wir haben
vielleicht ein Backup-System, was angebunden werden muss. Das
wird auch belastet dadurch. Mehr Backup heißt, die Medien
müssen vielleicht erweitert werden, weil du keinen Platz mehr
hast und so weiter. Es gibt hoffentlich ein Monitoring-System
für irgendwelche kritischen Sachen, die da laufen. Du hast
natürlich auch die Zeit, vor allem deine eigene, aber auch die
der Admins, die dann zum Beispiel Einrichtung, Wartung, eben
den Betrieb übernehmen. Das sind alles Dinge, die dir anfallen
können.
[12:34] Bei der Anwendungsentwicklung habe ich
auch schon genannt. Die IDE, die meistens Geld kostet, manchmal
auch nicht. Da musst du es natürlich nicht einen planen, klar.
Aber irgendwelche anderen Software-Tools, die du noch im
Einsatz hast. Vielleicht habt ihr ein dediziertes Testsystem,
ein Staging-System. Das läuft auch nicht einfach so aus Spaß.
Das kannst du anteilig mit reinnehmen. Du hast vielleicht eine
Datenbank im Einsatz, die anteilig von dir genutzt wird. Eine
CICD-Pipeline auf dem Bild-Server. Auch die kostet Ressourcen.
Kann man vielleicht sogar genau sehen. Auch die läuft für fünf
Minuten, kostet 20 Prozent CPU. Dann könntest du das ziemlich
genau in Cent-Beträgen ausrechnen, was das kostet. Musst du
nicht, wie gesagt, aber könntest du. Und das sind so ein paar
Beispiele jetzt, an welche Kosten man denken kann für diese
beiden Fachrichtungen.
[13:13] Für alle anderen IT-Berufe gilt das
Ähnliche, aber im Kern geht es meist um solche Ressourcen, wie
ihr genannt. So, was würde ich dir jetzt empfehlen für deine
Projektdokumentation und Projektpräsentation? Nummer eins, mach
erstmal eine Liste der Ressourcen. Das sehe ich auch in ganz
vielen Projektdokumentationen, das ist für mich so ein
Standardinhalt, finde ich auch gut. Was habe ich für Ressourcen
gebraucht? Das geht vom Stuhl und Tisch, auf dem ich sitze,
über den Laptop bis hin zu tatsächlich VM-Infrastruktur für
mein Projekt am Ende. Alle diese Ressourcen erstmal auflisten.
Und dann schaust du dir an, was kosten die denn? kriege ich
vielleicht konkrete Kosten von meiner Personalabteilung für
alle Menschen, von meinem IT-Betrieb oder aus dem
Rechnungswesen oder aus dem Controlling für meine anderen
Ressourcen oder kriege ich einfach einen pauschalen Satz
genannt. Kann ja auch sein, dass man einfach die Sachen über
Gemeinkosten auf die Stundensätze umlegt und dann hast du
deinen Gemeinkostenzuschlag und damit ist alles abgedeckt. Ist
ja auch okay. Hauptsache, du denkst dran und vergisst da
nichts.
[14:05] Meistens wird es für die Projekte auf
solche Stundensätze hinauslaufen. Da kannst du damit einplanen.
Plus irgendwie eine Pauschale für den Betrieb pro Jahr oder so.
Und dann hättest du ja normalerweise alles abgedeckt. Wie
gesagt, du sollst das nicht alles im letzten kleinen Detail
selber ausrechnen. Nimm am besten Pauschalen. Da kannst du am
wenigsten falsch machen, aber zeigst trotzdem, dass du dran
gedacht hast. Und wenn du dann noch irgendwie, keine Ahnung,
dir den Server teilen musst mit fünf anderen Applikationen,
dann kannst du das ja natürlich nochmal geteilt durch sechs
machen. Dann hast du deine Anteile an diesen Kosten berechnet.
Das ist ja manchmal nötig, habe ich aber noch nicht so oft
gesehen. Wie gesagt, lass dir am besten Pauschalen geben und
dann musst du da gar nicht so rumrechnen. So, und das planst du
dann alles mit ein. Du hast deine einmaligen Kosten, wo dann
hoffentlich schon diese EDA-Kosten anteilig mit drin sind, plus
die laufenden Kosten. Und dann machst du eine ganz klassische
Amortisationsrechnung, schaust dir an, wann habe ich diese
Kosten wieder reingeholt. Aber das ist ein Thema für eine
andere Episode.
[14:58] So, Fazit für heute. Kosten für dein
Projekt. Denk dran, nicht nur das, was neu angeschafft wird für
dein Projekt, sind Kosten, sondern auch alles, was schon da ist
und was du nutzt, musst du potenziell mit einplanen in deinem
Projektkosten. Die vorhandenen Ressourcen sind nie kostenlos.
Genau diese EDA-Kosten, das ist ein geflügeltes Wort, weil die
Leute sagen, es ist ja EDA. Ja, aber das muss trotzdem bezahlt
werden. Die Dinger werden, und das haben wir heute noch gar
nicht angesprochen, zum Beispiel, wenn du teure Hardware
angeschafft hast, wird die abgeschrieben. Das heißt, über die
Abschreibung wird der jährliche Wertverlust dieser Hardware zum
Beispiel mit in deine Kostenplanung einfließen müssen.
[15:36] Also alles, was da ist, kostet auch Geld
und muss mit eingeplant werden. Das ist die Kernauslage für
heute. Und zweiter Punkt, laufende Kosten. Ich behaupte, dass
jedes IT-Projekt irgendwelche laufenden Kosten produziert,
außer es ist wirklich ein Wegwerfprojekt, was sofort gelöscht
wird, nachdem es umgesetzt wurde. Aber das kann ich mir einfach
nicht vorstellen.
[15:57] So, ich hoffe, du hast heute ein bisschen
was mitgenommen, wie du deine Kosten für dein Projekt in deiner
Projektdokumentation und Präsentation gut einplanst und sauber
und ohne, dass du was vergisst, vorstellst. Und ja, dann
wünsche ich dir viel Erfolg bei deiner Projektdokumentation und
Präsentation.
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