Jürgen Habermas: Wie funktioniert Kommunikation?

Jürgen Habermas: Wie funktioniert Kommunikation?

vor 6 Tagen
1 Stunde 3 Minuten
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Der Philosophiepodcast

Beschreibung

vor 6 Tagen
In dieser Folge sprechen Manuel und Peter aus aktuellem Anlass über
Jürgen Habermas: über seinen Rang als Philosoph und
Sozialtheoretiker, über seine Theorie des kommunikativen Handelns
und über sein Ideal einer deliberativen Demokratie. Dabei geht es
auch um die Frage, ob die «Macht des besseren Arguments» in einer
polarisierten Öffentlichkeit noch trägt – oder ob Habermas an der
Wirklichkeit scheitert. Jürgen Habermas hat die Bundesrepublik
nicht nur philosophisch, sondern auch politisch mitgeprägt. Manuel
und Peter zeichnen nach, wie er aus der Frankfurter Schule
hervorgeht, warum er sich früh in öffentliche Debatten einmischt
und weshalb sein Denken bis in die Gegenwart hinein so wirkmächtig
geblieben ist. Im Zentrum steht dabei Habermas’ Versuch,
Orientierung nicht mehr metaphysisch oder religiös zu begründen,
sondern aus den Bedingungen menschlicher Verständigung selbst zu
gewinnen. Die Folge entfaltet Grundzüge seiner Theorie des
kommunikativen Handelns: den Austausch von Gründen, die
gegenseitige Anerkennung der Gesprächspartner und die Hoffnung auf
einen herrschaftsfreien Diskurs, in dem nicht Macht, sondern das
stärkere Argument zählt. Manuel und Peter zeigen, weshalb dieses
Modell für pluralistische Gesellschaften bis heute attraktiv ist.
Zugleich fragen sie, ob Habermas die Gegenkräfte unterschätzt:
asymmetrische Machtverhältnisse, elitäre Öffentlichkeiten, digitale
Echokammern, Aufmerksamkeitsökonomie und die schlichte Tatsache,
dass sich Menschen oft gerade nicht vernünftig verständigen wollen.
So wird diese Sonderfolge zu mehr als einem Nachruf. Sie ist eine
pointierte Auseinandersetzung mit einem Denker, der auf
Verständigung setzte, ohne die Konflikte der Moderne zu leugnen.
Und sie endet mit einer offenen Spannung: Ist Habermas’ Vision
einer rationalen, demokratischen Öffentlichkeit heute nötiger denn
je – oder gerade an ihren Grenzen angekommen?
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