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  4. Jürgen Habermas: Warum wir Religion dann doch brauchen
In dieser Folge sprechen Manuel und Peter darüber, warum Jürgen
Habermas ausgerechnet als postmetaphysischer Denker so beharrlich
auf Religion zurückkommt. Sie gehen der Frage nach, was einer
säkularen Vernunft fehlt, weshalb Habermas das Gespräch mit
Ratzinger sucht und warum seine Öffnung zur Religion zugleich stark
und unbefriedigend wirkt. Nach der ersten Folge zu Jürgen Habermas
vertiefen Manuel und Peter diesmal dessen Religionsbegriff.
Ausgangspunkt ist Habermas’ bekannte Frage, wie Verständigung,
Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter
nachmetaphysischen Bedingungen überhaupt noch möglich sind — also
dann, wenn kein gemeinsamer religiöser oder weltanschaulicher
Horizont mehr vorausgesetzt werden kann. Von dort aus zeichnen die
beiden nach, weshalb Habermas trotz seines aufklärerischen und
ausdrücklich nicht-religiösen Ansatzes seit Jahrzehnten immer
stärker auf Religion als Gesprächspartnerin der Vernunft
zurückgreift. Im Zentrum stehen Habermas’ Texte «Glauben und
Wissen», «Ein Bewusstsein von dem, was fehlt», das Gespräch mit
Joseph Ratzinger und das späte Alterswerk zur Geschichte der
Philosophie. Manuel und Peter arbeiten heraus, wie Habermas
Religion nicht als Rückkehr zu alten Wahrheitsansprüchen ins Spiel
bringt, sondern als Speicher von Deutungen, moralischen Intuitionen
und motivationalen Kräften, die eine säkulare Gesellschaft nicht
einfach selbst hervorbringt. Dabei geht es um das
Böckenförde-Diktum, um die Idee der postsäkularen Gesellschaft und
um die Frage, weshalb religiöse Traditionen für Menschenwürde,
Solidarität und Widerstandskraft offenbar mehr liefern als bloss
diskursiv einholbare Argumente. Zugleich bleibt die Folge nicht bei
der Würdigung stehen. Manuel und Peter fragen, ob Habermas mit
seinem Diskursmodell die Realität menschlicher Kommunikation nicht
zu idealistisch beschreibt, ob sein Wahrheitsbegriff zu fragil ist
und ob sein Religionsbegriff die dunklen, intoleranten und
gewaltförmigen Seiten religiöser Traditionen unterschätzt. Gerade
dort wird das Gespräch besonders spannend: Habermas öffnet die
säkulare Vernunft für Religion, ohne deren Offenbarungsansprüche zu
rehabilitieren — und genau darin liegt für Peter sowohl die Stärke
als auch die Grenze dieses Ansatzes. So wird diese Folge zu einer
pointierten Auseinandersetzung mit der Frage, ob Religion im
öffentlichen Denken nur Motivationsreserve ist oder ob sie auf
etwas verweist, das die Vernunft selbst nicht ersetzen kann.
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„Jürgen Habermas: Warum wir Religion dann doch brauchen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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