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Beschreibung
vor 2 Tagen
Die Aufregung war groß im Frühjahr, als in Berlin bekannt wurde,
dass es die beliebte Sommer-Mehrfachkarte nicht mehr geben soll.
Für alle Nicht-Berliner: Diese Karte erlaubt bis zu 20 Eintritte
in die Freibäder der Stadt und war im letzten Jahr im Vorverkauf
noch für 60 Euro, danach dann für 70 Euro (online) oder 80 Euro
(an der Kasse) zu haben. So oder so - ein unschlagbar günstiger
Preis.
Doch die Berliner Bäderbetriebe haben ihr Tarifsystem umgestellt
und sich bei der Gelegenheit - quasi unter Ausschluss der
Öffentlichkeit - auch von der Sommer-Mehrfachkarte verabschiedet.
Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, der Protest hatte
Erfolg: Es wird die Sommer-Mehrfachkarte für 80 Euro weiterhin
geben. Wann und wie steht noch nicht fest - aber immerhin: sich
wehren lohnt sich!
Für uns war das die Gelegenheit mal zu schauen, wie es im
Vergleich zu Berlin eigentlich in anderen deutschen Großstädten
aussieht. Also haben wir uns die Preise in den Hallen- und
Freibädern von Hamburg, Rostock, Magdeburg, Dortmund, Köln,
Frankfurt, Leipzig, Chemnitz, Stuttgart und München angeschaut.
Eins vorweg: Um die Datenmenge etwas zu sortieren, haben wir KI
genutzt. Wir haben aber trotzdem bei jedem einzelnen Bad nochmal
selber nachrecherchiert. Dennoch kann es sein, dass sich bei
aller Sorgfalt mal ein Fehler eingeschlichen hat, was nur
Menschen vor Ort wirklich beurteilen können. Wir freuen uns über
entsprechende Hinweise!
Was auffällt: Die teuersten Schwimmbäder sind definitiv in
Hamburg und München. Und das, obwohl hier der Eintrittspreis pro
Badegast mit 11 bzw. 10 Euro am höchsten subventioniert wird.
Dafür bieten beide Städte aber auch ganz besondere Highlights an:
In Hamburg gibt es sieben so genannte Ganzjahresbäder, in denen
man auch im Winter draußen bei angenehmen Wassertemperaturen
seine Bahnen ziehen kann. In München wiederum hat das
Dante-Winter-Warmfreibad ganzjährig auch draußen geöffnet, und
zwar jeden Tag von 7:00/7:30 bis 23 Uhr! In beiden Städten kann
man sich auf der Webseite die Echtzeit-Auslastung der Hallenbäder
anschauen. Ob die mit der Wirklichkeit übereinstimmt, wissen
allerdings nur die Nutzer:innen.
Ebenfalls auffällig: Die Dichte öffentlicher Bäder pro Einwohner
ist in den ostdeutschen Städten deutlich höher. Das könnte an den
Nachwirkungen der DDR-Sport-Infrastrukturprogramme liegen, aber
auch daran, dass man hier weiter eher auf kleinere Stadtteilbäder
als auf große private Freizeitbäder setzt. Auch der Eintritt ist
hier oft günstiger, in Magdeburg beispielsweise kostet die
Saisonkarte für die Freibäder 100 Euro. Hier soll übrigens jetzt
auch das seit Jahren geplante nationale Schwimmzentrum gebaut
werden. Möglich macht die die so genannte „Sportmilliarde“ vom
Bund, der Spatenstich soll noch 2026 erfolgen.
Im Westen sieht dagegen vieles ziemlich trübe aus. Trauriger
Spitzenreiter: Dortmund. Hier kommt auf rund 200.000 Einwohner
gerade mal ein öffentliches Bad, es gibt nach unseren Recherchen
nur zwei städtische Hallenbäder und ein Freibad in der Stadt. Wer
übrigens wissen will, wie hoch die Bäderdichte in der eigenen
Region so ist, kann dies im Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft
für das Badewesen nachschauen.
Interessant fanden wir auch, wie mit den Eintritten für Kinder
umgegangen wird. Während in München und Frankfurt/Main Kinder
unter 12 bzw. 14 Jahren kostenlos die Bäder nutzen können, sind
woanders zwischen 0,50 und über 2 Euro fällig. Natürlich gibt es
überall auch noch unterschiedliche Ermäßigungsmöglichkeiten, das
aber ist von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich.
Fazit am Ende: So richtig vergleichbar sind die Ticketpreise
nicht. Mal ist es teurer, mal günstiger, aber auch die
Infrastruktur ist eben sehr unterschiedlich.
Für uns sind am Ende vor allem zwei Fragen offen geblieben:
Wie schwimmt das Ruhrgebiet? Und:
Was ist euer Kultbad und warum?
Schreibt uns! Gern auch hier in den Kommentaren.
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