Die Zukunft war früher bunter

Die Zukunft war früher bunter

vor 2 Wochen
Flop, Flop, Flop; Der Tresor-Klang der Floppy und warum Nostalgie manchmal lauter klingt als die Erinnerung selbst.
54 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Wochen

Flop, Flop, Flop; Der Tresor-Klang der Floppy und warum
Nostalgie manchmal lauter klingt als die Erinnerung
selbst. 


 


Chris drückt den Aufnahmeknopf und überfällt Alex mit einer
Liebeserklärung an die 5,25-Zoll-Floppy. Dieses flimsige Stück
Plastik, das sich anhörte wie ein Deadbolt, wenn man es
reinschob. Ein Tresor-Mechanismus für einen Magnetscheibenfilm.
Großartig. Die kleine 3,5-Zoll-Diskette? Hat nur geklickt. Kein
Vergleich. Alex hält dagegen: Nostalgie ist die Erinnerung an ein
Gefühl, nicht an die Sache selbst. Und vielleicht liebt Chris die
große Floppy gerade deshalb, weil er sie nie wirklich benutzt
hat. 


Dann Minidisc. Opa Kolb in Hochform. Von der Sony Lissa mit
gebürstetem Alu und Firewire-Kabeln, über das Überspielen von CDs
in vierfacher Geschwindigkeit bis hin zu einem Panasonic-Player,
der nicht viel größer war als die Disc selbst. Eine Technologie,
die „never was" und vielleicht genau deshalb so schön. Fünf Jahre
später kam der iPod Nano und die Minidisc wurde Geschichte. Ist
nicht mal halb gegoogelt. Ist wirklich gefühlt.


Kommen physische Medien zurück? Abo-Fatigue setzt ein,
Lieblingsfilme verschwinden aus dem Streaming, Lizenzen wandern
zum Höchstbietenden. Bei Musik existiert zumindest die Illusion
des Gesamtkatalogs. Bei Filmen brauchst du 25 Services. Und dann
hat sich auch die Art verändert, wie wir hören. Playlisten statt
Alben. Singles statt Gesamtwerke. Chris erinnert sich daran, wie
er sich Tools „10,000 Days" beim Saturn kaufte, im Opel Astra die
CD einlegte, an einer Tankstelle anhielt und die Augen schloss.
Eines seiner größten musikalischen Erlebnisse. Früher entwickelte
man Geduld mit Songs, die einem erst beim dritten Hören gefielen.
Acquired Taste. Heute: Skip.


Alex bringt Hitster mit. Das Kartenspiel, bei dem man Songs per
QR-Code hört und in einen Zeitstrahl einsortiert. 80er erkennt
jeder, aber nach 2000? Schwierig. Warum fühlen sich die Epochen
vor der Jahrtausendwende so klar an, während danach alles
verschwimmt? 


Alex hat ein Video gesehen: Mit dem Farbfernsehen entstand das
Gefühl, Farbe sei Zukunft. Star Trek in Neon. Die 70er
explodierten in Buntheit. Und irgendwann wurde die Zukunft weiß.
Kubricks weißer Raum in „2001". Slick, glatt, organisch. Chris
kontert mit dem iMac G3 von 1998: Ein Bonbon, das kein Computer
sein durfte, aber dann doch alles veränderte. 


Die Legendäre Grace Hopper und der Mythos des „Debugging“, COBOL
und die Frage, ob die blinkenden Lichter an Mainframes jemals
Nullen und Einsen dargestellt haben oder einfach nur
Systemlichter waren. 


Von der Nostalgie der Zukunft in bunt oder in weiß.


 


In der Folge erwähnt:


Grace hopper: https://de.wikipedia.org/wiki/Grace_Hopper

Floppy-Disks: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskette

MiniDisc: https://de.wikipedia.org/wiki/MiniDisc

Spiel Hitster: https://hitstergame.com/de-de/

StarkTrek: https://www.imdb.com/de/title/tt0060028/

2001: https://www.imdb.com/de/title/tt0062622



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Noch ein Podcast:


Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex.


www.bessermit.design
 


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