«Schwoobe», «Zücchin» und «Wälschi»

«Schwoobe», «Zücchin» und «Wälschi»

vor 1 Woche
Mit Bezeichnungen für die Bevölkerung von Kontinenten, Ländern, Regionen, Städten oder Dörfern balancieren wir oft auf der Grenze zwischen liebevoll-neckisch und herabwürdigend-rassistisch. Wie kommt es zu diesen sogenannten Ethnophaulismen und warum ...
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Dini Mundart - Schnabelweid

Beschreibung

vor 1 Woche
Mit Bezeichnungen für die Bevölkerung von Kontinenten, Ländern,
Regionen, Städten oder Dörfern balancieren wir oft auf der Grenze
zwischen liebevoll-neckisch und herabwürdigend-rassistisch. Wie
kommt es zu diesen sogenannten Ethnophaulismen und warum brauchen
wir sie so gern? Am Einfachsten kann man über Fremdbezeichnungen
reden, die einem selber betreffen - dann verletzt man niemanden und
muss nur mit sich selbst aushandeln, wie abwertend man es
empfindet. Zum Beispiel der chinesische Begriff Changbizi, der
wörtlich «Langnase» heisst und ein Ethnophaulismus für uns Westler
ist. Oder die Beschimpfung «Kuhschweizer». Klingt harmlos,
schliesslich verstehen wir uns noch heute als Bauernvolk. Aber
dahinter steckt eine deftige spätmittelalterliche Beleidigung, die
damals Saubannerzüge aus der Eidgenossenschaft nach Süddeutschland
auslöste... Motive für Ethnophaulismen können jede Art von
vermeintlicher Typizität sein: Personennamen wie «Fritz», womit
Engländer und US-Amerikanerinnen Deutsche bezeichnen. Kulinarisches
wie bei «Maiser», einem Spitznamen für Italiener wegen der Polenta.
Die Herkunft, etwa wenn man in Bayern alle Norddeutschen als
«Preissn» bezeichnet. Eigenschaften wie Dickköpfigkeit, die man im
Tessin den Deutschschweizern nachsagt und sie deshalb «Zücchin»
schimpft, wörtlich «Kürbiskopf». Oder auch, oft auf der Ebene von
spöttischen Bezeichnungen zwischen den Dörfern, sagenhafte
Tätigkeiten. Zürichseegemeinden bezeichnen einander als
«Lungesüüder», «Gäissehänker» oder «Chrotteschätzer». Und nicht
zuletzt beziehen sich Spottnamen auf sprachliche Eigenheiten der
Bezeichneten. Schon die alten Griechen nannten alle Nichtgriechen
Barbaren - weil sie in ihren Augen keine richtige Sprache hatten
und nur stottern konnten. Viel Humor, viel Augenzwinker, nicht
selten am Rand der Rassismusstrafnorm. Welche Funktionen
Ethnophaulismen im Zusammenleben haben, erläutert in der Sendung
die Soziologin Lea Stahel. Familienname Schlup Der Familienname
Schlup ist (zusammen mit seinen graphischen Varianten Schluep,
Schlub, Schlueb und Schlupp, ein Übername nach einem mundartlich
noch in oberdeutschen Dialekten erhaltenen Wort für den Schmollmund
oder herabhängende Mundwinkel. Er stand also für eine Person, die
aus dem Blickwinkel des Benennenden öfters den Mund verzog oder
unzufrieden dreinblickte.
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