Ping Pong und Pricing mit Waldemar Zeiler und Kian Pariwar: Wie verkauft man etwas, das jeder für umsonst hält? (#117)

Ping Pong und Pricing mit Waldemar Zeiler und Kian Pariwar: Wie verkauft man etwas, das jeder für umsonst hält? (#117)

vor 1 Woche
52 Minuten
Podcast
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Der Podcast für Pricing-Enthusiasten

Beschreibung

vor 1 Woche
Über 70 Prozent der Deutschen haben schon einmal Tischtennis
gespielt, es gibt mehr als 15.000 Platten im Land und trotzdem kaum
ein überdachtes, kommerzielles Angebot in der Innenstadt. Waldemar
Zeiler und Kian Pariwar haben mit Ding Dong Ping Pong in Berlin
genau diese Lücke besetzt: ein personalloser Tischtennis-Club, der
über eine App gesteuert wird, ab 25 Prozent Auslastung profitabel
ist und im Februar bei 53 Prozent lag. In dieser Videofolge trifft
Sebastian Voigt seine Gäste direkt an der Tischtennisplatte und
spricht mit den beiden Gründern über ein Geschäftsmodell, das
zwischen Billard und Padel positioniert ist, und über die
vielleicht ungewöhnlichste Pricing-Herausforderung im Sport: „Ich
glaube, der Ankerpreis ist 0 Euro bei den Leuten in den Köpfen,
wenn du gehst raus an die Platte." Der Club in Berlin-Prenzlauer
Allee funktioniert ohne Personal vor Ort. Licht, Zugang,
Punktezählung und Videoaufzeichnung laufen über App, Bildschirme
und Sensoren unter dem Tisch. Das Preismodell ist klar zweigeteilt:
15 Euro pro Stunde in der Off-Peak-Zeit, 20 Euro abends und am
Wochenende, eine Membership für 59 Euro im Monat inklusive Gast und
50 Prozent Rabatt außerhalb der Happy Hour. Dazu ein Video-Download
der gespielten Stunde für 15 Euro. Warum kein Café, kein Personal,
keine Gastronomie? Waldemars Antwort ist knapp: „Gastro ist gleich
Personal, ist gleich Pain." Dass das Modell skaliert, zeigt der
erste Franchise-Standort in Essen, intern „Friend-Chise" genannt,
mit weiteren Standorten in Hamburg und Berlin in Planung. Außerdem
in dieser Folge: Wie eine Spezialkamera am Center Court den Spin
des Balls misst, Profis kommen auf 160 Rotationen pro Sekunde,
Hobbyspieler auf 40 bis 50, und was das für Coaching-Angebote
bedeutet. Wie ein KI-System erkennt, wenn jemand oberkörperfrei
spielt, und automatisch per Sound und Licht eingreift. Warum eine
One-Point-Challenge mit 65 Teilnehmern à 10 Euro finanziell ein
Minus war, aber marketingtechnisch ein klarer Gewinn. Und wie ein
Repost von Timothée Chalamet auf Instagram einem kleinen Berliner
Club millionenfache Reichweite bescherte. Über die Gäste Waldemar
Zeiler ist Mitgründer von Ding Dong Ping Pong und verantwortet
Marke, Marketing und Design. Um das Geschäftsmodell zu prüfen, flog
er nach New York, mietete sich direkt neben dem dortigen
Tischtennis-Club ein und beobachtete das Treiben mit Jetlag quasi
rund um die Uhr. Er sieht Tischtennis als IRL-Gegenbewegung zur
Digitalisierung: echte Begegnungen, echter Sport, echter Ort.
Nebenbei investiert er nach eigener Aussage 100 Prozent des Profits
in seine eigenen Tischtennis-Skills. Kian Pariwar ist Mitgründer
von Ding Dong Ping Pong und verantwortet Technologie, Finanzen und
operative Prozesse. Der gebürtige Essener hat für das Projekt sogar
die Starterausbildung zum Tischtennis-Trainer absolviert und
berechnet den Break-Even per Bottom-up-Kalkulation auf Basis aller
Kostenblöcke. Da er direkt um die Ecke des Clubs wohnt, erklärt er
regelmäßig Neugierigen, die durchs Fenster schauen, wie das Konzept
funktioniert. Dass der erste Franchise-Standort in seiner
Heimatstadt Essen eröffnet, freut ihn besonders.
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