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Episoden
21.05.2026
53 Minuten
Seat-based Pricing war jahrelang der Standardvertrag zwischen Softwareunternehmen und ihren Kunden: pro Nutzer, pro Monat, planbar für beide Seiten. KI verändert diese Logik grundlegend, weil Unternehmen Software nicht mehr nach Nutzerzahl, sondern nach Ergebnis bewerten. In Folge 126 lädt Sebastian Voigt live auf dem vierten hy Pricing Summit im Journalistenclub bei Axel Springer in Berlin vier Gäste zum Gespräch, die den Wandel aus genau den richtigen Perspektiven beleuchten: Gülsah Wilke bringt den VC-Blick auf frühe SaaS- und KI-Investments, Dr. Toni Schmidt den PE-Blick auf mittelständische Softwareunternehmen in der Transformation, Gordian Braun die Innenperspektive eines der am schnellsten wachsenden KI-Modellanbieter weltweit und Felix Rahlmeyer die Datenperspektive aus über 10.000 gelisteten Softwareprodukten auf OMR Reviews. Outcome-based Pricing ist für DN Capital längst Pflicht, nicht Kür: Investitionen in Unternehmen ohne ROI-Komponente im Preismodell werden kritisch beäugt. Flex Capital sieht das differenzierter: Für deterministische Prozesse braucht es klassische Software, die keine LLM-Lösung ersetzen kann. ElevenLabs löst die Frage der Token-Kommunikation pragmatisch, indem Credits direkt in Nutzungsminuten übersetzt werden, die teuerste Einheit auf der Agents-Plattform liegt bei rund 8 Cent pro Minute. Und OMR Reviews zeigt, dass Käufer trotz allem Wandel Planungssicherheit einfordern und Flat-Fee-Modelle weiter bevorzugen. Wie Gülsah Wilke es auf den Punkt bringt: „Ich glaube schon, dass in den Zeiten, wo wir Unternehmen sehen, die immer mehr KI-Agenten einsetzen wollen, Seat-based Pricing nicht mehr ganz funktioniert, sondern der Fokus viel, viel stärker auf Outcome, echten ROI oder Revenue-Impact liegt. Trotzdem sehen wir gerne hybride Modelle, wo du eine Art Platform-Fee hast, kombiniert mit einem klaren Revenue oder ROI. Es ist immer ein Outcome-Based-Element dabei, und das kommt auch sehr stark aus dem Kunden-Pull." Über die Gäste Gülsah Wilke ist Partnerin bei DN Capital, einem der ältesten aktiven VCs in Berlin mit einer Milliarde Assets under Management und Investments in Auto1, Mr. Spex, Shazam und zuletzt Cognizy, verkauft mit einem 22x Multiple an die US-amerikanische KI-Firma NICE. Dr. Toni Schmidt ist Partner bei Flex Capital, einem Berliner PE-Haus mit Fokus auf mittelständische B2B-Software- und Technologieunternehmen im DACH-Raum, und war zuvor CEO der AVEX Group, einem vertikalen ERP-Roll-up für Optiker und Akustiker. Gordian Braun leitet das Growth-Geschäft für Europa und Lateinamerika bei ElevenLabs, dem führenden Anbieter für Audio-KI-Modelle mit einer aktuellen Bewertung von 11 Milliarden Dollar und 75 Prozent aller Fortune-500-Unternehmen als Kunden. Zuvor war er als Interim General Manager und Growth Consultant in PE-finanzierten Unternehmen tätig. Felix Rahlmeyer ist Mitgründer von OMR Reviews, einer Vergleichsplattform für über 10.000 Softwareprodukte, und Co-Autor des jährlichen SaaS- und AI-Pricing-Reports gemeinsam mit dem hy Pricing Summit.
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14.05.2026
50 Minuten
Benzinpreise sind politisch aufgeladen, medial präsent und für Millionen Menschen täglich relevant. Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland die sogenannte Österreich-Regel. Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, genau um 12 Uhr mittags. Senkungen sind weiterhin jederzeit möglich. Was als Verbraucherschutz vermarktet wird, ist aus Pricing-Sicht ein tiefer Eingriff in ein dynamisches Preissystem, das über Jahrzehnte gewachsen ist. In Folge 125 spricht Sebastian Voigt mit Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken, über die Mechanik hinter Tankstellenpreisen und darüber, warum die neue Regel den Markt ausbremst. Der Tankstellenmarkt folgt einer klaren Oligopollogik. Aral und Shell setzen Preiserhöhungen durch, kleinere Anbieter und Supermarkt-Tankstellen lösen die Senkungen aus. Historisch gab es im Schnitt 22 Preisänderungen pro Tag und Tankstelle, mit ausgeprägten Tief- und Hochpunkten, die Verbrauchern echte Sparmöglichkeiten boten. Seit der neuen Österreich-Regel fällt genau dieses Muster weg. Steffen Bock erklärt es in der Folge so: „Es ist keine Regelung oder keine Hilfe, sondern es ist eine Beruhigungspille." Clever Tanken zieht alle zwei Minuten rund 40.000 Kraftstoffpreise von der Markttransparenzstelle ab und hilft Verbrauchern seit 1999 über clevertanken.de und die App, Benzinpreise zu vergleichen und günstig zu tanken. Aktuell verzeichnet die App bis zu 700.000 Downloads im Monat, mehr als dreimal so viel wie in normalen Phasen. Über den Gast Steffen Bock ist Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken, das er 1999 in Nürnberg als Community-Projekt startete: Er fuhr selbst mit dem Motorrad Tankstellen ab und trug die Preise manuell in eine Datenbank ein. Aus dieser Idee entstand eine der reichweitenstärksten Mobilitäts-Apps in Deutschland. Bock ist Diplomkaufmann und heute gefragter Medienexperte für Kraftstoffpreise, unter anderem regelmäßig bei Stern TV.
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HRtech und Pricing mit Jenny Podewils: Warum KI bei Leapsome kein eigenes Preisschild bekommt (#124)
07.05.2026
47 Minuten
Der HRtech-Markt ist 150 bis 180 Milliarden US-Dollar groß und wächst. Leapsome hat den Konsolidierungstrend früh antizipiert: Das Unternehmen startete als Talent-Management-Lösung, sammelte 60 Millionen Dollar mit US-Investor Inside Partners ein und ist heute mit rund 2.000 Kunden eine vollständige HR-Plattform, die in den USA mittlerweile schneller wächst als in Europa. Sebastian Voigt spricht mit Co-Founderin und Co-CEO Jenny Podewils über den Weg dorthin und die Pricing-Entscheidungen dahinter. Im Gespräch geht es um das modulare Per-User-Pricing von Leapsome, die bewusste Entscheidung KI tief in bestehende Module zu integrieren statt sie separat zu bepreisen, und warum Outcome-based Pricing perspektivisch interessant aber aktuell keine Priorität ist. Außerdem: Warum Engagement-Daten als Frühwarnsystem für Retention funktionieren und der Pricing Fail der Woche, Token-basiertes Pricing für KI-Präsentationstools. Über den Gast Jenny Podewils ist Co-Founderin und Co-CEO von Leapsome, einer HR-Plattform mit rund 2.000 Kunden weltweit. Sie gründete Leapsome vor fast zehn Jahren gemeinsam mit Kajetan Armansperg, lebt seit drei Jahren in New York und verantwortet von dort das US-Geschäft. Wer Interesse an Leapsome hat oder eine Stelle sucht, findet Jenny auf LinkedIn.
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30.04.2026
55 Minuten
Der Software-M&A-Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich ausdifferenziert. Während die Multiples nach dem Covid-Hype wieder auf das Niveau von 2014/15 zurückgekehrt sind, entscheidet heute nicht mehr nur Wachstum über die Bewertung, sondern zunehmend auch Effizienz, Churn-Kohorten und KI-Strategie. Sebastian Voigt spricht mit Mark Miller, Gründer und Managing Partner bei Carlsquare, über die Mechanismen hinter erfolgreichen Exit-Prozessen und was Unternehmer heute wirklich vorbereiten müssen. Im Gespräch geht es darum, warum Pricing eine der wirkungsvollsten Stellschrauben vor einem Exit ist, wie Investoren zwischen ARR-Multiples und EBITDA-Betrachtung abwägen und warum transactional-based Pricing gerade zum neuen Lieblingskind der Käuferseite wird. Und wie Mark bestätigt: „Wenn du einen Prozess machst ohne richtige Auktion, geht der Preis eher runter. Wenn du einen Prozess mit einer richtig gestalteten Auktion machst, dann geht er eher hoch." Außerdem in der Folge: Warum Preiserhöhungen besser im eigenen P&L stehen als im Information Memorandum. Wie ein progressives Erfolgshonorar Berater und Verkäufer auf dasselbe Ziel einzahlt. Und warum eine fehlende KI-Strategie heute zum echten Bewertungsrisiko wird. Über den Gast Mark Miller ist Gründer und Managing Partner bei Carlsquare, einer spezialisierten M&A-Beratung für Software- und Technologieunternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden an zwölf Standorten in acht Ländern. Er begleitet seit über 25 Jahren Inhaber-geführte Unternehmen auf der Verkäuferseite durch komplexe Transaktionsprozesse. Erreichbar ist Mark am besten per LinkedIn oder E-Mail.
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23.04.2026
59 Minuten
Der deutsche Einzelhandel operiert in einem harten Verdrängungswettbewerb, in dem psychologische Preisschwellen und Intransparenz oft die Oberhand gewinnen. Während die Inflation offiziell sinkt, erleben Verbraucher an der Kasse durch „Shrinkflation“ oder dynamische Preisanpassungen oft eine andere Realität. Sebastian Voigt spricht mit Frank Ochse, dem Sparfochs von Bild, über seine Rolle als selbsternannter Anwalt der Leser. Mit einer Millionenreichweite deckt er unter anderem auf, wie Anbieter mit Preislogiken, Rabatten und Intransparenz arbeiten. Im Gespräch geht es darum, warum die Eigenmarken der Discounter oft die preisstabilere Alternative zu Markenprodukten sind. Außerdem erklärt Frank, weshalb transparente Kommunikation bei Preisänderungen häufig besser funktioniert als viele Unternehmen denken und wie Verbraucher mit den richtigen Routinen jedes Jahr spürbar sparen können. Über den Gast Frank Ochse alias der „Sparfochs“ ist einer der bekanntesten Verbraucherjournalisten Deutschlands. Er schreibt auf bild.de, in Newslettern und in Spiegel-Bestsellern über Schnäppchen, Verbraucherfallen und Preistricks. Er ist seit 2003 bei Axel Springer, war zunächst im Aufbau von Bild.de aktiv, später unter anderem Polizeireporter und ist heute Ressortleiter Sparfochs & Leserdialog bei BILD, Moderator und Autor. Und wer einen Preis-Fail, eine Verbraucherfalle oder einen starken Spartipp entdeckt hat, kann Frank gerne per Mail schreiben: sparfochs@bild.de
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Über diesen Podcast
“Pricing Friends” ist ein Interviewformat, in dem Sebastian Voigt
mit führenden Unternehmenslenkern und weiteren spannenden
Persönlichkeiten über sein Lieblingsthema “Pricing” spricht. Das
sind keine "Fachidiotengespräche" – Sebastian und seine Gäste
liefern vielfältige Perspektiven und Anekdoten, um das komplexe
Thema Pricing auf eine verständliche und unterhaltsame Weise zu
präsentieren. Dem "schweren", analytischen Thema Pricing verleiht
er eine gewisse Leichtigkeit und adressiert die Hörer informativ
und unterhaltend. Der “Pricing Friends” Podcast erscheint ab
Donnerstag, 11. Januar 2024, immer donnerstags um 5:55 Uhr. ÜBER
DR. SEBASTIAN VOIGT Dr. Sebastian Voigt ist Partner sowie Mitglied
der Geschäftsleitung der hy Consulting Group GmbH und
verantwortlich für die Pricing and Sales Business Unit. Sebastian
studierte Wirtschaftsinformatik und promovierte an der TU Darmstadt
zu Monetarisierungsstrategien von digitalen Marktplätzen. Seit über
15 Jahren entwickelt er profitable digitale Geschäftsmodelle. Er
arbeitete u.a. als Director bei der Unternehmensberatung
Simon-Kucher & Partners, leitete die Projektteams der
Investmentholding von Axel Springer und nahm operative
Führungspositionen innerhalb von Bertelsmann und ProSiebenSat1 ein.
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