Podcaster
Episoden
19.02.2026
53 Minuten
Wie etabliert man Gummibärchen als ernstzunehmendes
Premium-Supplement und behält dabei die Margen im Griff? In dieser
Folge von Pricing Friends spricht Sebastian Voigt mit Marlena Hien
und Laurence Saunier, den Gründerinnen von Bears with Benefits,
über Unit Economics, Omnichannel-Strategien und den Weg vom
Bootstrapping zum Exit an die Havéa-Gruppe. Bears with Benefits
startete mit einem klaren psychologischen Preispunkt von 24,90
Euro, um im Amazon-Umfeld Kaufbarrieren zu senken. Heute liegt der
Fokus auf einem durchschnittlichen Warenkorb von fast 60 Euro. Die
Economics sind dabei strikt kalkuliert: Bei Herstellungskosten
(COGS) von gut 20 Prozent und Marketingkosten im D2C-Bereich von 30
bis 40 Prozent entsteht Profitabilität primär über die Retention.
Da der Erstkauf über Meta-Ads oft kaum noch Deckungsbeitrag
liefert, muss eine Kundin idealerweise viermal im Jahr kaufen. Ein
datenbasiertes CRM setzt dafür bereits ein bis zwei Wochen nach dem
Erstkauf an, um die Wiederkaufrate zu sichern. Um Preisparität über
alle Kanäle zu wahren und Konflikte zu vermeiden, nutzt das
Unternehmen eine differenzierte Verpackungsstrategie. Während im
Drogeriemarkt (z. B. DM, Rossmann) kleinere Einheiten zu
günstigeren Einstiegspreisen platziert werden, bietet der eigene
Online-Shop größere Vorratspackungen und Bundles an. Im Marketing
verzichten die Gründerinnen auf aggressive Rabattschlachten (70-80
%) und nutzen Influencer stattdessen als messbaren
Performance-Kanal. Der Verkauf an die Havéa-Gruppe ermöglichte
schließlich die Professionalisierung der Strukturen und den Start
in den USA – ein Expansionsschritt, der ohne strategischen Partner
kaum möglich gewesen wäre. Über die Gäste Marlena Hien und
Laurence Saunier sind die Gründerinnen von Bears with Benefits. Aus
ihrer gemeinsamen Zeit in einer Werbeagentur entwickelten sie die
Idee, den angestaubten Supplement-Markt mit einem femininen
Lifestyle-Ansatz zu revolutionieren. Sie führten das Unternehmen
von den ersten Amazon-Verkäufen bis zum erfolgreichen Exit an die
französische Havéa-Gruppe im Jahr 2022 und verantworten heute als
Geschäftsführerinnen die internationale Expansion der Marke.
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12.02.2026
50 Minuten
Wie steuert man Pricing, wenn Journalismus, Events, Communities und
B2B-Geschäft zusammenwachsen? In dieser Folge von Pricing Friends
spricht Sebastian Voigt mit Wiebke Meeder, CMO der Handelsblatt
Media Group, über Subscription-Modelle, Preislogiken und den Umbau
eines Medienhauses zur Wirtschaftsplattform. Das Handelsblatt setzt
auf klar differenzierte Angebote statt eines einheitlichen Abos.
Drei Digitalprodukte erfüllen unterschiedliche Funktionen: Standard
treibt Volumen, Premium stabilisiert über das E-Paper den
Bestandswert, Business adressiert Tiefe und B2B-Nutzung.
Kurzfristige 1-Euro-Trials spielen eine untergeordnete Rolle.
Stattdessen dominieren rabattierte 12-Monats-Abos mit 30 bis 40
Prozent Nachlass, um den Subscription Lifetime Value zu erhöhen und
Nutzer früh zu filtern. Preisdifferenzierung erfolgt datenbasiert
nach Nutzung, Endgerät und Abschlusswahrscheinlichkeit. Vertrauen
markiert dabei die Grenze jeder Dynamik. Parallel diversifiziert
die Handelsblatt Media Group ihr Geschäftsmodell. Rund die Hälfte
der Erlöse stammt aus Events, Memberships und New Business.
Communities wie der KI-Circle sowie geplante CMO- und CFO-Formate
verbinden Inhalte, Netzwerke und Veranstaltungen. Im B2B-Geschäft
wird Account-Sharing aktiv adressiert, um Lizenzmodelle sauber zu
monetarisieren. Perspektivisch sieht Meeder Potenzial in daten- und
analysebasierten Lizenzmodellen, da generative KI die
Archivfunktion des offenen Netzes schwächt und verlässliche
historische Daten an Wert gewinnen. Über den Gast Wiebke Meeder ist
Chief Marketing Officer der Handelsblatt Media Group und
verantwortet Marketing und Vertrieb für Handelsblatt und
WirtschaftsWoche. Zuvor war sie unter anderem bei der Süddeutschen
Zeitung, beim SPIEGEL und bei Amazon tätig und arbeitete dort an
digitalen Abo- und Publisher-Modellen. Ihr Fokus liegt auf
Subscription-Wachstum und der Weiterentwicklung journalistischer
Geschäftsmodelle.
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05.02.2026
56 Minuten
Wie verkauft man eine Arena mit 14.200 Plätzen zu 99 % Auslastung,
ohne Rabattschlachten? In dieser besonderen Videofolge von Pricing
Friends sind wir nicht im Studio, sondern mitten in der Uber Arena.
Während die Eisbären Berlin ihr Morning Skate absolvieren, spricht
Sebastian Voigt mit Marten Schumacher, Senior Director Ticketing
bei den Eisbären Berlin, über ein Ticketpricing-System, das bewusst
anders funktioniert als klassische Topspiel-Logiken. Statt „großer
Gegner gleich hoher Preis“ setzen die Eisbären auf Nachfrage,
Timing und Zielgruppen. Über 7.000 Dauerkarteninhaber füllen fast
die Hälfte der Arena. Wer früh bucht, erhält den besten Preis.
Späte Buchungen sind teurer, Frühentscheider werden nicht
benachteiligt. Im Eishockey zählen weiche Faktoren stärker als im
Fußball. Wochentag, Uhrzeit und Publikumsmix beeinflussen die
Zahlungsbereitschaft. Freitag bedeutet höhere Nachfrage, Sonntag
mehr Familien und geringere Zahlungsbereitschaft. Der Gegner spielt
eine Rolle, aber nicht die zentrale. Die Fankurve bleibt
preisstabil. Rund 2.000 Stehplätze sind dauerhaft von
Preiserhöhungen ausgenommen. Einstiegspreise beginnen bei 18 Euro,
Premium-Tickets liegen bei bis zu 85 Euro, Suiten bei rund 280
Euro. Die Preise werden vor der Saison festgelegt und nicht nach
unten korrigiert. Es gibt keine Last-Minute-Rabatte und keine
Panikmechaniken. Wer sich früh entscheidet, soll den besten Preis
bekommen. Seit Corona ist dieses Modell auch wirtschaftlich
tragfähig. Die Uber Arena ist ganzjährig ausgelastet. Neben den
Eisbären spielen Alba Berlin, dazu kommen Konzerte und
internationale Events. Das Eis bleibt liegen, wird abgedeckt und
funktioniert selbst bei Shows und Großveranstaltungen. Am 25.
Februar 2026 veranstalten die Eisbären Berlin ihren ersten
Business-Spieltag inklusive Eisbären-Summit in der Uber Arena.
Weitere Informationen und Buchung findet Ihr hier. Über den Gast
Marten Schumacher ist Senior Director Ticketing bei den Eisbären
Berlin. Er verantwortet Ticketumsatz, Budget und
Ticketing-Strategie bei den Eisbären Berlin in der Uber Arena mit
14.200 Plätzen und gehört zur Anschutz Entertainment Group.
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29.01.2026
1 Stunde 3 Minuten
KI wird oft als Abkürzung verstanden. Schneller schreiben,
schneller rechnen, schneller veröffentlichen. In dieser Folge
spricht Dr. Sebastian Voigt mit Laura Lewandowski darüber, warum
genau diese Erwartung problematisch ist. Laura arbeitet täglich mit
KI, ihre Friends nennen sie „AI Queen“. Trotzdem sagt sie klar,
dass Disziplin und Erfolg wie ein Muskel sind, den man trainieren
muss. Niemand habe Lust, Preise sauber durchzurechnen oder einen
Artikel von Grund auf zu schreiben. Mit KI glaube man oft, sich
diese Arbeit sparen zu können. Genau dort beginne das Problem. Ein
zentrales Thema der Folge ist Mindset. Laura sagt offen, dass man
sich jetzt mit KI beschäftigen muss, sonst gibt es den eigenen Job
vielleicht bald gar nicht mehr. Entscheidend sei aber nicht
Tool-Wissen, sondern die Haltung dahinter. Neugier, Freude am
Ausprobieren und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. KI
sei ein Werkzeug, kein Ersatz für Denken. Besonders deutlich wird
das beim Thema Content. Laura sagt, dass Intellectual Property das
ist, was Inhalte in Zukunft wirklich outstanding macht. Wer das
Internet nach Trends durchsucht, bleibt Mitläufer und wird niemals
Trendsetter. KI kann strukturieren und beschleunigen. Eine eigene
Perspektive entwickelt sie nicht. Auch Pricing spielt eine Rolle.
Laura spricht darüber, wie sie über faire und psychologisch
sinnvolle Preise nachdenkt und warum das mittlere Paket oft das
eigentliche Ziel ist. Über den Gast Laura Lewandowski ist
Journalistin, Unternehmerin und Investorin. Sie ist Gründerin des
Newsletters Smart Chiefs und des KI-Wissensformats AI Americano,
mit dem sie Unternehmen beim Aufbau eines tragfähigen KI-Mindsets
unterstützt. Zuvor arbeitete sie unter anderem als
dpa-Journalistin, Kolumnistin bei Business Insider, Podcasterin und
NGO-Reporterin in Ostafrika. Weitere Stationen waren Google, der
Bayerische Rundfunk, die Deutsche Welle sowie UFA und MESH
Collective. Laura ist bekannt für ihren Brückenschlag zwischen
Journalismus, Entrepreneurship und Künstlicher Intelligenz.
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22.01.2026
1 Stunde 7 Minuten
Warum orientieren sich Unternehmen bei zentralen Entscheidungen
immer noch am niedrigsten Preis, obwohl sie selbst nicht über
Billigkeit gewinnen wollen? Dr. Sebastian Voigt spricht mit Gerd
Kerkhoff über die Spannungsfelder zwischen Einkauf, Pricing und
Wertschöpfung und über die Denkfehler, die entstehen, wenn
Kostenoptimierung isoliert betrachtet wird. Gerd Kerkhoff
beschreibt Einkauf als Disziplin, die weit über Verhandeln und
Sparen hinausgeht. Anhand zahlreicher Anekdoten aus
Beratungsprojekten zeigt er, wie Entscheidungen entstehen, wenn
Transparenz fehlt oder Verantwortung über den Preis delegiert wird.
Besonders bei Beraterauswahl werde häufig der günstigste Anbieter
gewählt, obwohl allen Beteiligten klar sei, dass Erfahrung,
Umsetzungskraft und Wirkung entscheidend sind. Wenn ein Projekt
dann scheitert, sei der niedrige Preis kein Argument, sondern ein
schlechtes Alibi. Unternehmen, so Kerkhoff, müssten dieselben
Maßstäbe anlegen, die sie auch für ihre eigenen Produkte und Preise
gelten lassen. Das Gespräch spannt den Bogen von harten
Einkaufsverhandlungen über Cost Engineering und Machtverhältnisse
bis hin zu Beispielen aus dem Profifußball, in denen Emotion,
Status und Preislogik aufeinandertreffen. Ob Beraterhonorare,
Lieferanten, die ihre eigenen Kosten nicht kennen, oder
Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß – immer wieder wird deutlich, dass
Einkauf vor allem bedeutet, Kostenstrukturen zu verstehen,
Wirkungen einzuordnen und bewusste Entscheidungen zu treffen.
Einsparungen im Einkauf verlieren ihren Wert, wenn sie durch
falsches Pricing oder schlechte Umsetzung wieder aufgezehrt werden.
Wert entsteht erst dann, wenn Einkauf und Pricing gemeinsam gedacht
werden. Über den Gast Gerd Kerkhoff ist Gründer von Kerkhoff
Consulting und einer der bekanntesten Experten für Einkauf, Supply
Chain und Verhandlungsstrategien im deutschsprachigen Raum. Seit
vielen Jahren berät er Unternehmen bei der Optimierung von
Einkaufs- und Wertschöpfungsstrukturen und verbindet operative
Einkaufslogik mit einem klaren Fokus auf Wirkung und Value
Creation.
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Über diesen Podcast
“Pricing Friends” ist ein Interviewformat, in dem Sebastian Voigt
mit führenden Unternehmenslenkern und weiteren spannenden
Persönlichkeiten über sein Lieblingsthema “Pricing” spricht. Das
sind keine "Fachidiotengespräche" – Sebastian und seine Gäste
liefern vielfältige Perspektiven und Anekdoten, um das komplexe
Thema Pricing auf eine verständliche und unterhaltsame Weise zu
präsentieren. Dem "schweren", analytischen Thema Pricing verleiht
er eine gewisse Leichtigkeit und adressiert die Hörer informativ
und unterhaltend. Der “Pricing Friends” Podcast erscheint ab
Donnerstag, 11. Januar 2024, immer donnerstags um 5:55 Uhr. ÜBER
DR. SEBASTIAN VOIGT Dr. Sebastian Voigt ist Partner sowie Mitglied
der Geschäftsleitung der Axel Springer hy GmbH und verantwortlich
für die Pricing and Sales Business Unit. Sebastian studierte
Wirtschaftsinformatik und promovierte an der TU Darmstadt zu
Monetarisierungsstrategien von digitalen Marktplätzen. Seit über 15
Jahren entwickelt er profitable digitale Geschäftsmodelle. Er
arbeitete u.a. als Director bei der Unternehmensberatung
Simon-Kucher & Partners, leitete die Projektteams der
Investmentholding von Axel Springer und nahm operative
Führungspositionen innerhalb von Bertelsmann und ProSiebenSat1 ein.
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