Podcaster
Episoden
09.04.2026
47 Minuten
Die SaaS-Welt steht vor einem Umbruch, da KI-Agenten zunehmend Aufgaben übernehmen, die früher klassische Play-User Unternehmenssoftware waren. Sebastian Voigt spricht mit Veronika Wax, CEO von Demodesk, über die Herausforderungen neuer Nutzungsmodelle und wie das Unternehmen gerade live sein Pricing umbaut. Im Gespräch geht es um das klassische Seat-based Modell von Demodesk, für 49 Euro pro User pro Monat, und warum es zwar für den Kern des Produkts nach wie vor Sinn ergibt, aber das Modell für selbst gebaute KI-Agenten anders bepreist werden muss. Veronika erklärt auch, warum Outcome-based Pricing für sie kein Thema ist. Außerdem in der Folge: Warum Demodesk erst auf Real-Time-Coaching verzichtet hat, es jetzt aber wieder auf die Roadmap nimmt. Wie der KI-Coach aus aggregierten Call-Daten lernt und es ermöglicht, dass Kollegen voneinander lernen. Und was Veronika an einem ganz bestimmten Pricing-Modell wirklich nervt. Über den Gast Veronika Wax ist Co-Founderin und CEO von Demodesk, einer Sales-Intelligence-Plattform mit Sitz in München. Sie verfügt selbst über langjährige Erfahrung in der Sales- und Customer-Strategy. Unter anderem war sie als Case Team Leader bei Bain & Company. Sie studierte am Center for Digital Technology and Management (CDTM), einem Zentrum das für seine hohe Dichte an erfolgreichen Startup-Gründungen bekannt ist, bevor sie mit ihrem Team am Y Combinator im Silicon Valley teilnahm.
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02.04.2026
51 Minuten
Der deutsche Fahrradmarkt liegt stabil bei rund vier Milliarden Euro Jahresumsatz, und das, obwohl die Produktion rückläufig ist. Seit Corona sind es vor allem teurere Räder, die nachgefragt werden: E-Bikes, Lastenräder, Gravelbikes. Und ein Großteil davon wird nicht mehr gekauft, sondern geleast. Benedikt Kollmar ist Chief Commercial Officer bei Company Bike und mein-dienstrad.de, den beiden größten Bikeleasing-Anbietern Deutschlands. Sebastian Voigt spricht mit ihm über ein Geschäftsmodell, das nach außen simpel wirkt und bei näherer Betrachtung eines der komplexesten Pricing-Konstrukte im deutschen Konsummarkt ist: Arbeitgeber, Leasingbank, Versicherung, Händler und Arbeitnehmer spielen alle gleichzeitig eine Rolle bei der Preisfindung. Im Gespräch geht es um das Direktmodell von Company Bike, bei dem das Fahrrad ohne klassischen Händler-Verkaufspreis direkt vom Hersteller zur Leasingbank wandert, warum die monatliche Zahlung über die Gehaltsumwandlung dazu führt, dass sich Arbeitnehmer tendenziell teurere Räder holen als beim Direktkauf und wieso quasi 100 Prozent der Kunden das Rad am Ende der Laufzeit zum Restwert übernehmen. Benedikt erklärt, was das für den entstehenden Gebrauchtmarkt bedeutet und wie Restwert, Leasingrate, Saisonalität und Zinsentwicklung zusammen den Preis bestimmen, und warum Pricing im Bikeleasing-Markt lange kein Thema war. Außerdem in dieser Folge: Warum volle Lager bei Händlern gerade den Preiskampf befeuern und wann sich das wieder normalisiert. Wie saisonales Pricing zwischen Frühjahrsansturm, Black Bike Month und Zinsentwicklung funktioniert. Und welches neue Produkt innerhalb von 48 Stunden Soloselbständige aufs Rad bringt. Über den Gast Benedikt Kollmar ist Chief Commercial Officer bei Company Bike und mein-dienstrad.de, zwei der führenden Bikeleasing-Anbieter in Deutschland unter dem Dach der Green Mobility Holding. Den Einstieg fand er über seinen Marketinghintergrund und kann heute Hobby und Beruf vereinen. Für den täglichen Arbeitsweg nutzt er sein Dienstrad, fürs Wochenende ein Gravelbike. Eine Alpenüberquerung mit seinem Bruder hat er ebenfalls schon gemeistert.
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26.03.2026
52 Minuten
Über 70 Prozent der Deutschen haben schon einmal Tischtennis gespielt, es gibt mehr als 15.000 Platten im Land und trotzdem kaum ein überdachtes, kommerzielles Angebot in der Innenstadt. Waldemar Zeiler und Kian Pariwar haben mit Ding Dong Ping Pong in Berlin genau diese Lücke besetzt: ein personalloser Tischtennis-Club, der über eine App gesteuert wird, ab 25 Prozent Auslastung profitabel ist und im Februar bei 53 Prozent lag. In dieser Videofolge trifft Sebastian Voigt seine Gäste direkt an der Tischtennisplatte und spricht mit den beiden Gründern über ein Geschäftsmodell, das zwischen Billard und Padel positioniert ist, und über die vielleicht ungewöhnlichste Pricing-Herausforderung im Sport: „Ich glaube, der Ankerpreis ist 0 Euro bei den Leuten in den Köpfen, wenn du gehst raus an die Platte." Der Club in Berlin-Prenzlauer Allee funktioniert ohne Personal vor Ort. Licht, Zugang, Punktezählung und Videoaufzeichnung laufen über App, Bildschirme und Sensoren unter dem Tisch. Das Preismodell ist klar zweigeteilt: 15 Euro pro Stunde in der Off-Peak-Zeit, 20 Euro abends und am Wochenende, eine Membership für 59 Euro im Monat inklusive Gast und 50 Prozent Rabatt außerhalb der Happy Hour. Dazu ein Video-Download der gespielten Stunde für 15 Euro. Warum kein Café, kein Personal, keine Gastronomie? Waldemars Antwort ist knapp: „Gastro ist gleich Personal, ist gleich Pain." Dass das Modell skaliert, zeigt der erste Franchise-Standort in Essen, intern „Friend-Chise" genannt, mit weiteren Standorten in Hamburg und Berlin in Planung. Außerdem in dieser Folge: Wie eine Spezialkamera am Center Court den Spin des Balls misst, Profis kommen auf 160 Rotationen pro Sekunde, Hobbyspieler auf 40 bis 50, und was das für Coaching-Angebote bedeutet. Wie ein KI-System erkennt, wenn jemand oberkörperfrei spielt, und automatisch per Sound und Licht eingreift. Warum eine One-Point-Challenge mit 65 Teilnehmern à 10 Euro finanziell ein Minus war, aber marketingtechnisch ein klarer Gewinn. Und wie ein Repost von Timothée Chalamet auf Instagram einem kleinen Berliner Club millionenfache Reichweite bescherte. Über die Gäste Waldemar Zeiler ist Mitgründer von Ding Dong Ping Pong und verantwortet Marke, Marketing und Design. Um das Geschäftsmodell zu prüfen, flog er nach New York, mietete sich direkt neben dem dortigen Tischtennis-Club ein und beobachtete das Treiben mit Jetlag quasi rund um die Uhr. Er sieht Tischtennis als IRL-Gegenbewegung zur Digitalisierung: echte Begegnungen, echter Sport, echter Ort. Nebenbei investiert er nach eigener Aussage 100 Prozent des Profits in seine eigenen Tischtennis-Skills. Kian Pariwar ist Mitgründer von Ding Dong Ping Pong und verantwortet Technologie, Finanzen und operative Prozesse. Der gebürtige Essener hat für das Projekt sogar die Starterausbildung zum Tischtennis-Trainer absolviert und berechnet den Break-Even per Bottom-up-Kalkulation auf Basis aller Kostenblöcke. Da er direkt um die Ecke des Clubs wohnt, erklärt er regelmäßig Neugierigen, die durchs Fenster schauen, wie das Konzept funktioniert. Dass der erste Franchise-Standort in seiner Heimatstadt Essen eröffnet, freut ihn besonders.
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19.03.2026
59 Minuten
Der europäische Brillenmarkt wächst von 57 auf 83 Milliarden US-Dollar bis 2034, angetrieben von einer alternden Bevölkerung, der Brille als Fashionprodukt und einer globalen Myopie-Krise. Sebastian Voigt spricht mit Dr. Tim Frommeyer, Head of Category Management bei Mr. Spex, über einen Markt, der nach außen vergleichbar wirkt und es bei näherer Betrachtung kaum ist. Das liegt am Glas: individuell gefertigt, in Hunderten Varianten, für Kunden nahezu unvergleichbar. Mr. Spex nutzt das konsequent mit einem Good-Better-Best-Glassortiment, einer Eigenmarke mit über zehn Prozent Umsatzanteil und MrSpex Switch, einem Mietmodell für zwei Brillen über zwei Jahre zum Kaufpreis minus 15 Prozent. Dazu gibt Frommeyer eine pointierte Einschätzung zu Rabattkampagnen im Markt: "Sind Kampagnen dafür da, den Umsatz zu pushen, der sowieso gekommen wäre, und sich dann für eine gute Kampagne zu feiern, oder hat man damit gezielt Zusatzkäufe generiert?" Außerdem in dieser Folge: Warum der Sehtest der letzte Schritt ist, den die Branche nicht digitalisieren kann, und was das für die Omnichannel-Strategie von Mr. Spex bedeutet. Wie Sonnenbrillen-Pricing auf Wetterdaten reagiert und warum Luxusmarken wie Prada oder Miu Miu strukturell preisstabil bleiben. Und welche Rolle Smart Glasses und Myopie-Technologie in den nächsten Jahren spielen werden. Über den Gast Dr. Tim Frommeyer studierte und promovierte in Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn mit Schwerpunkt Spieltheorie. Danach war er mehrere Jahre bei Simon-Kucher & Partners im Bereich Pricing und Monetarisierung tätig. Seit 2022 ist er bei Mr. Spex im Category Management und verantwortet die Kategorien Kontaktlinsen und Brillengläser.
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12.03.2026
48 Minuten
Der CEP-Markt (Courier, Express und Parcel) wird laut Studien für das Jahr 2026 auf 180 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dabei beläuft sich allein der Umsatz von DHL Express global auf ca. 25 Milliarden Euro. Sebastian Voigt spricht mit Dr. Holger Herbst, der als VP Pricing & Products Europe das Pricing bei DHL Express verantwortet, darüber, wie die Preisgestaltung in einem hochkomplexen globalen Netzwerk funktioniert und was es braucht, um Verlässlichkeit für B2B-Kunden mit profitabler Kapazitätsauslastung zu vereinen. Im Gespräch geht es um Value-based Pricing in der Logistik und wie sich aus Millionen von Sendungen, Flugzeugen und globalen Hubs eine nachvollziehbare Preisstruktur ergibt. Den Preis bestimmt nicht zwingend die reine geografische Distanz, sondern der Kundenwert und die tatsächliche Auslastung des Netzwerks. Deutlich wird das an ganz konkreten Beispielen, vom stillstehenden Fließband in Brasilien bis hin zur Flugroute von Stuttgart über das zentrale Drehkreuz in Leipzig nach Paris. Dr. Holger Herbst erklärt, wie Rahmenverträge und globale Preislisten mithilfe von Länder-Zonenmodellen organisiert werden und warum DHL Express im Gegensatz zu anderen Anbietern bewusst auf extrem dynamische Tagespreise verzichtet. Außerdem geht es um die Rolle von Künstlicher Intelligenz, die nicht nur zur Kapazitätsplanung, sondern vor allem zur Vorhersage von Zahlungsbereitschaften der Kunden genutzt wird. Abschließend blickt Dr. Holger Herbst auf die Auswirkungen von Geopolitik, Zollsanktionen und politischen Instabilitäten auf die globalen Lieferketten. Über den GastDr. Holger Herbst promovierte an der Universität Bonn zum Thema dynamische Preisgestaltung und dynamisches Matching. Aktuell verantwortet er als VP Pricing & Products Europe das Pricing für DHL Express. Für die DHL-Gruppe war er bereits früher tätig, damals in der Division Post- und Paket Deutschland. Global verantwortlich für das Pricing war er außerdem bei der Fressnapf Tiernahrungs GmbH und war zuvor bei der Unternehmensberatung McKinsey tätig.
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Über diesen Podcast
“Pricing Friends” ist ein Interviewformat, in dem Sebastian Voigt
mit führenden Unternehmenslenkern und weiteren spannenden
Persönlichkeiten über sein Lieblingsthema “Pricing” spricht. Das
sind keine "Fachidiotengespräche" – Sebastian und seine Gäste
liefern vielfältige Perspektiven und Anekdoten, um das komplexe
Thema Pricing auf eine verständliche und unterhaltsame Weise zu
präsentieren. Dem "schweren", analytischen Thema Pricing verleiht
er eine gewisse Leichtigkeit und adressiert die Hörer informativ
und unterhaltend. Der “Pricing Friends” Podcast erscheint ab
Donnerstag, 11. Januar 2024, immer donnerstags um 5:55 Uhr. ÜBER
DR. SEBASTIAN VOIGT Dr. Sebastian Voigt ist Partner sowie Mitglied
der Geschäftsleitung der hy Consulting Group GmbH und
verantwortlich für die Pricing and Sales Business Unit. Sebastian
studierte Wirtschaftsinformatik und promovierte an der TU Darmstadt
zu Monetarisierungsstrategien von digitalen Marktplätzen. Seit über
15 Jahren entwickelt er profitable digitale Geschäftsmodelle. Er
arbeitete u.a. als Director bei der Unternehmensberatung
Simon-Kucher & Partners, leitete die Projektteams der
Investmentholding von Axel Springer und nahm operative
Führungspositionen innerhalb von Bertelsmann und ProSiebenSat1 ein.
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