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Beschreibung
vor 6 Tagen
Wir haben ja schon mehrfach übers Eisschwimmen gesprochen, aber
unsere heutige Gesprächspartnerin toppt wirklich alles: Alisa
Fatum-Böker hat zum Jahreswechsel 2018/2019 mit dem Eisschwimmen
begonnen und bereits 2019 über 1000 Meter einen Weltrekord
geschwommen, der bis heute (außer von ihr selber) nicht gebrochen
wurde. Gerade kommt sie von der Winterschwimm-WM in Oulu/Finnland
- und auch wenn ihre Paradestrecke dort nicht angeboten wurde,
hat sie trotzdem 7 Medaillen mit nach Hause gebracht. Im Januar
war sie bereits bei der Eisschwimm-EM in Italien und konnte dort
ebenfalls mehrfach über Gold jubeln.
Zuhause ist Alisa in Leipzig. Hier arbeitet die Physiotherapeutin
in einem ambulanten Reha-Zentrum, hier trainiert sie regelmäßig
im Kulkwitzer See. Von Kindestagen an schwimmt sie im Verein, hat
aber früh gemerkt, dass es die langen Distanzen sind, die ihr am
meisten Spaß machen. Also trainierte sie nicht nur im Becken,
sondern zunehmend auch im Freiwasser. Und im Herbst 2018 wollte
sie einfach nicht damit aufhören - so begann ihre Karriere als
Eisschwimmerin.
Wärmer als 5 Grad darf das Wasser beim Eisschwimmen nicht sein,
geschwommen wird trotzdem im ganz normalen Badeanzug. Das
Besondere bei Alisa: Sie räumt sowohl auf kurzen wie auf langen
Distanzen die Medaillen ab. Wie ehrgeizig sie ist, spüren wir
auch in unserem Gespräch, aber nicht unangenehm: Sie ist einfach
eine sehr gute Schwimmerin mit einer sehr guten Technik - das hat
sie sich in den letzten 22 Jahren hart erarbeitet.
Im See schwimmt sie übrigens nie allein - ihre Mutter ist immer
dabei und steigt auch selber mit ins Wasser. Genauso wie Alisas
Freund ist ihre Mutter sogar in Finnland mitgeschwommen, auch
wenn es für eine Medaille nicht gereicht hat. Das war auch gar
nicht das Ziel, sagt Alisa, allein dabei gewesen zu sein, war ein
Traum. Das Becken wurde ins Meer gebaut, ganze Eisblöcke mussten
herausgeschnitten werden, damit man tatsächlich schwimmen konnte.
Und über all dem ein knallblauer Himmel bei Temperaturen deutlich
unter null Grad.
Brrr - das muss man wollen! Und Alisa will. Bis vor kurzem musste
sie sogar alles selber finanzieren, von der Kleidung bis zu den
Reisen und den Teilnahmegebühren. Seit gut vier Monaten ist sie
Kadersportlerin und kann deshalb Fördergelder beantragen. Viel
ist es nicht, was sie erwarten darf, aber eine richtig gute warme
Jacke beispielsweise, die sie vor und nach dem Schwimmen tragen
kann, hilft schon mal weiter.
Zwar startet Alisa offiziell für den SSV Leutzsch, ihre
Trainingspläne fürs Eisschwimmen schreibt sie sich jedoch selbst.
Unterstützt vom Verein fühlt sie sich trotzdem - denn mehrmals in
der Woche trainiert sie parallel im Becken und wird dabei von
Trainer:innen begleitet. Sie findet es gut, dass Eisschwimmen
2025 als Sportart durch den Olympischen Sportbund anerkannt
wurde. Wenn es soweit ist, wäre Schwimmen die einzige Sportart,
die im Sommer und im Winter olympisch ist. Ob sie dann auch dabei
ist? Alisa ist skeptisch. Die nächsten olympischen Winterspiele
sind ja erst in vier Jahren, also 2030. Wer weiß, sagt sie, wie
gut sie dann noch in Form sei.
Ihr großes Ziel ist es, eines Tages die Eismeile zu schaffen -
1609 Meter. Allerdings - die 1000 Meter sind schon ein ziemliches
Brett, sagt sie. „Da merke ich von Meter zu Meter, wie meine
Hände und Füße zu Klumpen werden.“ Vielleicht ist sie deshalb so
schnell - um schnell wieder draußen zu sein? Alisa lacht.
„Vielleicht!“
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