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Beschreibung
vor 2 Wochen
Vierzig Mal auf der ITB, das klingt nach viel
Berlin Erfahrung.
Auf dem Messegelände kenne ich mich wirklich gut aus. Nur im Rest
von Berlin? Das wird jetzt anders.
Berlin – Pariser Platz und Brandenburger Tor – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Berlin, ganz anders
Auch nach 40 Jahren bin ich noch Laie, was Berlin-Touren
betrifft. Logisch, das Brandenburger Tor, den Reichstag, den
Gendarmenmarkt, natürlich „Kudamm“ und Alexanderplatz und
diverse Ecken in Charlottenburg, Wilmersdorf oder Moabit kenne
ich.
Und da berichtet Kollegin Grit Schwarzenburg beim Treffen in
Berlin so ganz nebenbei, sie habe ein Buch geschrieben über sehr
viele kuriose Orte in und um Berlin. Das war die Geburtsstunde
dieses Podcasts.
Selfie: Podcast-Produktion in Berlin zur ITB – Foto: Grit
Schwarzenburg Bin ick eine Berliner:in?
Wenn das für John F. Kennedy galt, müsste es auch für Grit
gelten. Aber sie ist ehrlich und sagt auch ganz offen, dass sie
keine Berlinerin ist. Es bleibt ungeklärt, ab wann man Berlinerin
sein darf. Immerhin lebt sie schon 22 Jahre hier. Ich würde das
ja durchgehen lassen, aber manch Berliner sieht das eventuell
anders.
Immerhin, sie kennt sich inzwischen ziemlich gut aus. Sie sagt:
mann und frau müsse sich erst an Berlin gewöhnen. Der Schlusssatz
ihres Vorworts sticht mir ins Auge:
Berlin ist widersprüchlich, unpraktisch, wunderbar.
Es ist der ideale Einstieg. Natürlich will ich wissen,
welcher vorgestellte Ort denn am widersprüchlichsten, welcher am
unpraktischsten und welcher am wunderbarsten sei. Und schon sind
wir mitten im Buch.
Große Sehenswürdigkeiten kann jeder – Berlin mal ganz kurios
und ganz eigen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Ein Buch für Fortgeschrittene?
Wer zum ersten Mal „inne Hauptstadt“ ist, braucht neben diesem
Buch auf jeden Fall noch einen Guide für die großen
Sehenswürdigkeiten. Die kommen nämlich nur am Rande vor und das
auch nur mit ausgefallenen Storys am Rande.
Klar, wir reden darüber, wie ist denn Idee zum Buch entstanden
und gewachsen ist und wie ihre Auswahl der kuriosen Orte zustande
kam.
Ich habe bewusste Kontraste entdeckt. Zum Beispiel: Karlshorst
als KGB-Zentrale und eine Seite weiter der Teufelsberg im
Grunewald als NSA Abhörstation. Beide Orte haben zudem eine
Nazivergangenheit.
Rohre, Park Inn und Alexanderplatz – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Aber da ist auch der Alexanderplatz mit dem „Hotel Park Inn“, dem
ehemaligen „Hotel Stadt Berlin“, mit 37 Etagen ein Paradebau aus
der DDR-Zeit. Was oben auf dem Dach wartet, ist ein typisches
Beispiel für kuriose Orte. Grit erzählt im Podcast, welches
Abenteuer in wahrhaft luftiger Höhe erlebte und was jeder Tourist
nachvollziehen kann, wenn er denn schwindelfrei ist. Wer sich da
nicht so sicher ist, schaut sich am besten die berühmte
„Weltzeituhr“ an, die auch heute noch gerne als Treffpunkt auf
dem Alexanderplatz dient.
Alexanderplatz mit Weltzeituhr – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Unbekanntes, Verstecktes und
Attraktives
Erlebt mit Autorin Grit Schwarzenburg das etwas andere Berlin.
Wie wäre es mit einer Kirche, deren Fenster aus Gin-Flaschen
entstanden sind?
Es gibt Tipps für den Besuch von Wandlitz, der ehemaligen
Wohnsiedlung der DDR-Elite.
Es wartet das Gegenstück der Britzer Gärten, die mal
Bundesgartenschaugelände waren. Die „Gärten der Welt“ sind ein
einmalig schöner Garten, Park, Spielplatz am Rande von Marzahn.
Echte DDR-Attraktion: Gärten der Welt – Foto: Rüdiger Edelmann
/ ttb-media TON-TEXT-BILD
Und offensichtlich gibt es auch Einiges zum Thema „Treppenwitz
der Weltgeschichte“. Stichwort: Neue Nationalgalerie und die
Baupläne des berühmten Bauhausarchitekten Mies van der Rohe. Fast
niemand kann erklären, was dieser Bau mit Kuba und der einstigen
Rumproduktion von Bacardi auf der Zuckerrohrinsel zu tun hat.
Grit weiß es und folglich steht es im Buch.
Große Sehenswürdigkeit: Gendarmenmarkt, Berlin-Mitte – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen:
Ein Denkmal für Erwin Litfaß und seine Werbesäulen.
Schöne Ecken wie den Victoriapark in Kreuzberg (Wasserfall
inklusive)
Eine Düne mitten in Wedding
Diverse Lost Places in und um Berlin herum. Und auch von pinken
Rohren überall in der Stadt und von ganz besonderen Müllkörben in
der Stadt ist die Rede.
Im Hotel übernachten kann jeder
Auch Übernachtungstipps gibt es, von museal über „früher nass“,
Weltraumkapseln, Baumhäuser, Weinfässer, ein Hotel „erotisch mehr
als nur angehaucht“ oder schlicht ganz besondere und auch
typische Pensionen.
Kurioses wartet, selbst wenn es ums Bett für die Nacht geht.
Netzwerk für lange Strecken: Berliner S-BAhn – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Mein Tipp:
Wer selber liest, ist eindeutig im Vorteil.
Natürlich haben wir nicht über alle Inhalte geredet, aber ich
weiß jetzt, dass ich, diverse dieser kuriosen Orte besuchen muss.
Zeit mitbringen muss man dafür auch, denn die Wege können lang
sein in der Riesenmetropole.
Berlin ganz anders, aber subjektiv, wie ich’s erwartet hätte.
Klare Empfehlung: Das Buch und natürlich unser Podcast. Letzteren
gibt’s ja sogar kostenfrei.
Information
Grit Schwarzenburg
Das Buch der kuriosen Orte in Berlin
Bruckmann-Verlag, München
€ 22,99
ISBN: 978-3-7343-3180-0
Boulevard mit “Gold Else” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILDThe post Podcast 310 – ITB-Talk & Buchtipp:
Kuriose Orte in Berlin first appeared on Deutsches Reiseradio
(German Travelradio).
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