D-RR Podcast 309 – ITB-Talk: Schlechte Luft fürs Klima

D-RR Podcast 309 – ITB-Talk: Schlechte Luft fürs Klima

vor 3 Wochen
21 Minuten
Podcast
Podcaster

Beschreibung

vor 3 Wochen

Die ITB 2026 ist Geschichte. Die Themen der immer noch
weltgrößten Reisemesse werden uns aber erhalten bleiben: Alte wie
neue. Absehbare wie überraschende.
Der Klima-Podcast zur ITB 2026

Der Beginn des Krieges in Nahost hat auch die ITB
durcheinandergewirbelt. Länderbeteiligungen wurden, aufgrund des
Krieges abgesagt. Delegationen anderer Länder erreichten Berlin
nicht, da ein Weiterflug von einem Airport der Vereinigten
Arabischen Emirate nicht mehr möglich war.


Die Diskussion um den Stellenwert und auch die Gefahren von
künstlicher Intelligenz bestimmten zahlreiche Diskussionen in den
Bereichen Technik aber auch Marketing.


In den Hintergrund gedrängt wurde dadurch auch ein Hauptthema der
letzten Jahre: Nachhaltigkeit, Klimakrise und der Umgang des
Tourismus mit diesem Riesenproblem. Aber auch dieses Thema wird
uns zwangsläufig erhalten bleiben.


Damit starte ich in die diesjährige ITB-Nachberichterstattung.
Professor Harald Zeiss – Foto: Christian Wyrwa

Letztes Jahr spontan beschlossen und in der
letzten Woche realisiert: Das zweite Nachhaltigkeitsgespräch mit
Harald Zeiss, Professor an der Hochschule Harz
in Wernigerode, mit den Forschungsschwerpunkten Nachhaltigkeit
und Internationaler Tourismus.
Umstürzende Cola-Automaten

Vielfältige Themen, die immer wieder gleichen Probleme und der
sich durchsetzende aktuelle Rückwärtsgang in Sachen Klimapolitik


Wir reden über die Frage, ob einen nicht der Frust überkommt,
über Klima, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und mehr zu reden, wenn
Klimaentscheidungen von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche,
die eingeleitete Energiewende gerade mal wieder in den
Hintergrund drückt.


Wir reden über umstürzende Cola Automaten und Klima-Kipppunkte.


Wir suchen die Antwort auf die Frage, warum Wissenschaft in der
Öffentlichkeit und in der aktuellen Regierungspolitik so gar kein
Gehör findet. Damit werden auch Desinformation und Lobbyismus in
Reinkultur zum Thema.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Klima,
Nachhaltigkeit und Tourismus

Wie also geht die Reiseindustrie und der Tourismus aktuell mit
diesen Fragen und dem eingelegten Rückwärtsgang um?


Warum gehen so viele Dinge nach hinten los, wenn selbst anerkannt
konservative Touristiker im letzten Jahr noch gesagt haben, dass
Nachhaltigkeit kein Spaß und keine Spinnerei seien, sondern
inzwischen wirtschaftlicher Zwang?


Wie hat sich das entwickelt, was sich bereits vor einem Jahr
abzeichnete? Harald Zeiss zieht Bilanz, macht aber auch Hoffnung.


Immerhin hat ja der Deutsche Reiseverband
ziemlich pünktlich zur ITB seine Positionspapier Klimaschutz
veröffentlicht. Wir versuchen uns an einer Einordnung.


Was bedeutet es in der Praxis , wenn in diesem Papier schon im
Titel von einer „nachhaltigen Transformation der Reisewirtschaft“
die Rede ist?
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Von
der Theorie, über Positionierung zur Praxis

Bereits in den ersten Sätzen findet eine deutliche Positionierung
statt.


Die deutsche Reisewirtschaft nimmt daher eine aktive Rolle bei
Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein und unterstützt die
Transformation in ein defossilisiertes Reise- und
Mobilitätszeitalter.


Wieviel Praxis steht denn der wohlgemeinten Theorie gegenüber?


Wir reden über Mobilität, über das Sorgenkind Deutsche Bahn, aber
auch über fossilfreie SAF-Treibstoffe in der Luftfahrt.
Foto: United Airlines

Besteht denn derzeit überhaupt Aussicht, dass der Beschluss
vieler Airlines, bis 2050 klimaneutral zu fliegen, überhaupt je
realisiert werden kann?


Neu gelernt: Bei der kaum stattfindenden Herstellung von SAF
spielen auch die jüngsten Entscheidungen in Sachen
Technologie-Offenheit in Sachen Heizung, Wärmepumpe und E-Fuels
bei Verbrenner-Autos eine behindernde Rolle.


Wird die Bemerkung im Klimapapier des DRV zur
Farce, wenn dort steht:


Umso wichtiger ist, dass alle Akteure entlang der Reisekette
gemeinsam mit der Politik die oben genannten
Ziele verfolgen und ihre Klimaschutzinitiativen fortsetzen und
verstärken.
Veranstalter, Reisende und Reiseverhalten
“Just relax” – Schwierig wenn die Aussichten, trotz Himmelblau eher
schlecht sind – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Gibt’s denn trotzdem nicht irgendwo ein paar Fortschritte und ein
Umdenken, das in Taten mündet? Nicht umsonst steht im DRV-Papier
auch der Satz


Entscheidend ist, nicht nur die Akzeptanz dieser
Transformationsprozesse bei den Reisenden zu erhöhen, sondern
auch ihre Bereitschaft, selbst einen Teil der notwendigen
Investitionen mitzutragen.


Wollen sich Reiseveranstalter damit aus der Verantwortung
stehlen?


Wie steht es um die Preiswürdigkeit der nachhaltigen Reisen?


Braucht es mehr Information und Hoffen auf teurere Freiwilligkeit
oder muss man einfach machen?


Ist der von Veranstaltern gepriesene Trend zum Luxusurlaub an
dieser Stelle eher kontraproduktiv?


Und jetzt? Weiter reden, weiter argumentieren und auch weiter zur
Kenntnis nehmen, dass sich nicht wirklich was zum Positiven
verändert?
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Hoffnung auf das Pendel und den Cola-Automaten

Wenig hoffnungsfroh und trotzdem immer noch optimistisch? Ihr
hört jetzt erst einmal. Wir werden sehen, spätestens beim
nächsten Klima- und Nachhaltigkeits-Podcast.
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