Pathophysiologie und Diagnostik der hyperinsulinämischen Hufrehe
43 Minuten
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Beschreibung
vor 1 Woche
Die hyperinsulinämie-assoziierte
Hufrehe-Erkrankung ist heute die häufigste Form der
Hufrehe beim Pferd. In dieser Folge des Podcasts Equine Vet News
widmen sich Dr. Anja Gabe und Dr.
Carolin Wirth den aktuellen wissenschaftlichen
Erkenntnissen zu Pathophysiologie, klinischem Erscheinungsbild
und Diagnostik dieser Erkrankung. Diese Folge wurde unterstützt
von Biocontrol Ingelheim.
Zu Beginn wird erläutert, welche Ursachen einer Hufrehe zugrunde
liegen können. Im Mittelpunkt stehen dabei das equine
metabolische Syndrom (EMS) mit Insulindysregulation
sowie die Dysfunktion der Pars intermedia der
Hypophyse (PPID). Anhand experimenteller Studien wird
diskutiert, welche Rolle Insulin bei der Entstehung der
Erkrankung spielt und wie erhöhte Insulinkonzentrationen
strukturelle Veränderungen der Lamellen verursachen können.
Ein weiterer Abschnitt der Folge befasst sich mit den klinischen
Symptomen der Hufrehe und deren oft sehr variablem
Erscheinungsbild. Ergänzend wird die radiologische Diagnostik
erläutert, einschließlich der wichtigsten Messparameter wie
Rotation des Hufbeins, Sohlendicke und Hufbeinsenkung sowie deren
Aussagekraft für Diagnose und Prognose.
Im zweiten Teil der Folge steht die Diagnostik der
Insulindysregulation im Vordergrund. Besprochen
werden die Bestimmung des basalen Insulinwertes, praktische
Aspekte der Probenentnahme und Präanalytik sowie mögliche
Einflussfaktoren wie Transportstress. Darüber hinaus wird der
orale Zucker – bzw. Glukosetest vorgestellt, mit denen eine
postprandiale Hyperinsulinämie nachgewiesen werden kann.
Oraler Zuckertest (OST) - Nachweis einer
postprandialen Hyperinsulinämie
1. Pferd sollte 6–8 h kein Kraftfutter, keine Möhren, Äpfel oder
Leckerlis erhalten haben
2. Blutprobe zur Basalbestimmung des Insulins
3. 0,45 ml/kg KGW Karo Light Corn Syrup oral verabreichen
4. zweite Blutprobe nach 60 oder 90 Minuten
Ergebnis: post-prandiale Hyperinsulinämie bei 85µIU/mL
(RIA) oder >63 μIU/mL (Immulite 2000 xpi)
Oraler Glukosetest (OGT) - Nachweis einer
postprandialen Hyperinsulinämie
1. Pferd über Nacht nüchtern
2. Basale Blutprobe
3. 1 g Glukose/kg KGW als 20 %ige Lösung über Nasenschlundsonde
4. Blutprobe nach etwa 120 Minuten
5. Beurteilung der Insulinantwort auf definierte Glukosebelastung
6. Keine α₂-Agonisten (v. a. Xylazin) verwenden, da sie den
Insulinwert beeinflussen können
Ergbenis: Cut-off Wert 110 µLU/mL nach 120 min
Aufbereitung der Blutprobe für die
Insulinbestimmung
1. Blutprobennahme
2. Probe stehen lassen – Blutgerinnnung
3. Abzentrifugation idealerweiser innerhalb 4h (Laborangabe)
4. Abzentrifugation auch möglich nach 3 Tagen (Veröffentlichung)
5. Serum oder Heparinplasma- in die Kühlung
6. Möglichst gefroren versenden
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