Episoden

Diagnose von equinem Asthma mit besonderem Focus auf Endoskopie und bronchoalveolärer Lavage
27.01.2026
1 Stunde 5 Minuten
Equines Asthma ist die häufigste chronische Atemwegserkrankung beim adulten Pferd. In dieser Folge widmen sich Dr. Anja Gabe und Dr. Caroline Wirth ausführlich den diagnostischen Möglichkeiten dieser Erkrankung – mit besonderem Fokus auf die bronchoalveoläre Lavage (BAL) und die Interpretation zytologischer Befunde. Im Mittelpunkt stehen auch Vorbericht und klinische Untersuchung: Weder Anamnese, Auskultation noch Klinik erlauben eine sichere Unterscheidung zwischen gesunden Pferden, Pferden mit gering- bis mittelgradigem Asthma oder hochgradigem Asthma in Remission. Der validierte HOARSI-Fragebogen ist hilfreich zur Identifikation von hochgradigem Asthma, die Aussagekraft ist bei gering- bis mittelgradige Asthma eingeschränkt. Ein Belastungstest (5min. Schritt - 5min. Trab – 5min. Galopp-Beruhigung der Atemfrequenz innerhalb von 15min.) kann bei fehlender Klinik hilfreich sein. Ausführlich diskutiert werden die Endoskopie der Atemwege, der Einfluss der Sedation auf die Kehlkopfbefundung, die Aussagekraft von Mukusmenge und -viskosität sowie die fehlende klinische Relevanz der Carina-Dicke. Ein zentraler Abschnitt der Folge behandelt die Durchführung der BAL – sowohl mit als auch ohne Endoskop – inklusive praktischer Tipps zur Probengewinnung, Aufbereitung, Versand und Interpretation. Die BAL erlaubt eine zuverlässige Phänotypisierung anhand der Zellpopulationen (neutrophil, mastozytär, eosinophil, Mischtyp). Kurzanleitung BAL unter Sedation BAL-Katheter 300cm 10 ml Spritze für Ballon, 60ml Spritzen, 500ml körperwarme sterile physiologische Kochsalzlösung Xylocaingel auf die Nüsternschleimhaut auftragen Zügiges Einführen des BAL Katheters und Inflation des Ballons Unter leichtem Druck Instillation von 200-250ml Kochsalzlösung Vorsichtige Aspiration zur Rückgewinnung der Spülflüssigkeit Instillation und Rückgewinnung des zweiten Aliquotes Kochsalzlösung. Deflation des Ballons und Entfernen des BAL-Schlauchs Vermengung der beiden Aspirate (NICHT schütteln) Anfertigen der Ausstriche Abfüllen des vermengten Aspirats in 5-10ml große Röhrchen Zentrifugation für 10 min bei 300-500g Resuspendieren des Zellpellets Probe über den gesamten Objektträger ausstreichen (ca. 1 Tropfen/Objektträger) zügig lufttrocknen (evtl. Fön zur Hilfe nehmen) Probe gekühlt in die Praxis  bringen oder vor Ort verarbeiten.  4 Ausstriche und 30-50ml ihrer Spüllösung zu. Bei längerer Transportzeit oder höheren Außentemperaturen hilft die Zugabe einer Formalin-oder Alkohollösung (Volumenanteil etwa 1 : 20) Im zweiten Teil der Folge werden drei aktuelle Studien detailliert vorgestellt: Associations between clinical signs, endoscopic and cytological findings in equine bronchoalveolar lavage samples (2025) Larsen et al https://doi.org/10.1111/eve.14174; Association between fungal detection, airways inflammation and diagnosis of moderate to severe asthma in horses (2025) Barbazanges et al https://doi.org/10.1111/evj.14205 ; Influence of a standardized lunging exercise test on BALF cytology in horses suffering from mild–moderate equine asthma(2025) Lendl et al https://doi.org/10.3390/ani15162428 Quellen: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-6/
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Atypische Weidemyopathie
22.12.2025
38 Minuten
In dieser Folge besprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Victoria Kratzmann die Klinik, Pathophysiologie und toxischen Ursachen der atypischen Weidemyopathie. Im Mittelpunkt stehen drei Studien aus dem Jahr 2o25: Assessment of tree- associated atypical myopathy risk factors in Acerpseudoplatanus(sycamore) seeds and leaves; González-Medina et al (2025) Equine Vet ; Unravelling Faecal Microbiota Variations in Equine Atypical Myopathy: Correlation with Blood Markers and Contribution of Microbiome; Francois et al (2025) Animals und In Vitro Investigation of Equine Gut Microbiota Alterations During Hypoglycin A Exposure¸Francois et al (2025) Animals Klinische Symptome der Atypischen Weidemyopathie · Schwäche, Steifheit, Dyspnoe, Myoglobinurie, Festliegen · Mortalitätsrate bis 75%, in der Regel 72h nach Beginn der Symptome Betroffen · Pferde mit 24h Weidegang ohne Zufütterung · Oft unter 3 Jahre alt und eher dünn · Vor allen im Herbst Auslöser · Toxischer Metabolit des Hypoglycin A von Samen des Berg- oder Eschenahorn · Inhibierte Acyl-CoA-Dehydrogenasen dadurch Störung der beta-Oxidation · Betroffen ist der Energiestoffwechsel der Typ I Muskelfasern in Halte- und Atemmuskulatur Therapie · symptomatisch Einflussfaktoren auf die Hypoglycin A Konzentration in Samen des Bergahorns · Hohe Variabilität der Konzentration der Samen bei einem Baum · Mechanische Zerkleinerung erhöht die Hypoglycin A Konzentration o Wärme (>4°C) und Feuchte steigern die Hypoglycin A Konzentration dieser beschädigten Samen · Geschädigte Samen können Wasser kontaminieren Sonstiges · Intestinale Mikroflora ist in der Lage Hypoglycin A abzubauen · Hypoglycin A Konzentration kann im kontaminiertem Heu über Jahre verbleiben · Eine Intoxikation von Fohlen über Muttermilch oder transplazentar ist möglich Quellen: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-5/
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Hypersalivation ohne oder mit Schluckstörung – und es sind weder die Zähne noch eine Schlundverstopfung
27.11.2025
35 Minuten
In dieser Folge besprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Laura Schröter die wichtigsten Ursachen von Hypersalivation beim Pferd, sowohl ohne als auch mit Schluckstörung, und beleuchten mehrere aktuelle Veröffentlichungen zu Stomatitis, futterbedingten Hypersalivation und zur sonographischen Diagnostik von Zungenveränderungen. Besonders beleuchtet werden die Studienergebnisse der Veröffentlichungen “Extensively harvested hay contaminated with common windgrass induced an ulcerative stomatitis–gingivitis outbreak in horses“ von Vervuert et al (2025, Equine Veterinary Education, https://doi:10.1111/eve.14070); “Feed-induced hypersalivation in horses from Austria, Germany and Switzerland “ von Böswald et al (2025, Equine Veterinary Journal, https://doi:10.1111/evj.14433) und “Sonographische Diagnose lingualer Abszessbildung bei zwei Pferden mit Futteraufnahmestörung “ von Pelli et al (2025, Tierärztliche Praxis https://doi:10.1055/a-2588-9597). Ursachen für Stomatitis Mechanisch: Grannen Viren: Herpes-, Orthopox- und Arteritisviren Toxine: Cantharidin, Pestizide Medikamente: NSAIDs Wolfsmilchgewächse Elektronenmikroskopische Untersuchung für den Nachweis von Viruspartikel Hypersalivation ohne Läsionen und ohne Schluckstörung Aufnahme von Mykotoxinen: Slaframin, Swainsonin, Ergotalkaloide Gebildet von phytopathogenen Pilzen Hypersalivation durch Schluckstörung Botulismus          Frühanzeichen: verlangsamte Futteraufnahme beim Hafer-Test (150-200g) Tetanus Zentrale neurologische Erkrankungen Erkrankungen oder Verletzungen der Zunge Quellenangaben unter: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-4/
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Medikamentöse Therapie bei equinem Asthma
10.11.2025
31 Minuten
In der dritten Folge von Equine VetNews sprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Victoria Kratzmann über die medikamentösen Therapiemöglichkeiten beim equinen Asthma. Ausgangspunkt ist die Behandlung eines akuten Asthmaschubs mit Dyspnoe, gefolgt von einer Darstellung der unterschiedlichen Wirkmechanismen der eingesetzten Medikamente – darunter Glukokortikoide, Clenbuterol, Butylscopolamin, Dembrexin und die Hyperinfusionstherapie. Ein besonderer Fokus liegt auf der aktuellen Studie “The efficacy of N-acetylcysteine in decreasing airway inflammation and mucus accumulation in horses with 18 hours of head confinement” von Tavanaeimanesh et al. (2024, Journal of Veterinary Internal Medicine, https://doi.org/10.1111/jvim.16976), die den Einfluss von Acetylcystein auf Klinik, Mukus-Score und BALF-Zytologie unter simulierten Transportbedingungen untersuchte. Abschließend werden ergänzende therapeutische Ansätze mit Kräutern und Omega-3-Fettsäuren diskutiert. Diese Episode vermittelt praxisnahes, evidenzbasiertes Wissen für die gezielte Behandlung von Pferden mit Asthma – kompakt, aktuell und direkt anwendbar im Praxisalltag. Liste der Dosierungen Glukokortikoide: Zur Verbesserung der Klinik und der Lungenfunktion Dexamethason:  0,04-0,1mg/kg - intravenös bei Dyspnoe Prednisolon:  0,5-1mg/kg oral         ° nach 10-14 Behandlungsdauer nicht abrupt absetzen                  ° Dosis alle 3-4 Tage um die Hälfte reduzieren Dexamethason 0,04 - 0.08 mg/kg  oral   Bronchodilatatoren Butylscopolamin 0,3mg/kg - intravenös bei Dyspnoe Clenbuterol 0,8µg/kg oral                ° Achtung - Tachyphylaxie               ° Bronchodilatation -  Steigerung der mukoziliären Clearance -  Entzündungshemmung Mukolytika Dembrexin 0,3mg/kg 2x tgl. Acetylcystein 20mg/kg 2x tgl. oral  - Ev. entzündungshemmend Quellen unter: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-3/
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Managementmaßnahmen und Inhalationstherapie bei equinem Asthma
11.10.2025
29 Minuten
In der zweiten Folge von Equine VetNews sprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Victoria Kratzmann über Inhalationstherapie und Managementmaßnahmen bei equinem Asthma. Nach einer kurzen Einführung in das Krankheitsbild, Diagnosemöglichkeiten, akuten Therapiemaßnahmen erläutern wir die für die Behandlung notwendigen Managementmaßnahmen sowie mögliche Inhalationstherapien. Wir befassen uns genauer mit den Ergebnissen der Studie A CONSORT-guided, randomized controlled clinical trial of nebulized administration of dexamethasone and saline on lower airway cytokine mRNA expression in horses with moderate asthma von Bond S., Léguillette R. (2024), https://doi.org/10.1111/jvim.16983. Thema ist die Inhalation von Dexamethasoninjektionslösung und Kochsalzlösung sowie deren Effizienz für Klinik, Zytologie-Ergbenisse der BALF und Expression von mRNA von proinflammatorsichen Zytokinen. Es wird daraufhin genau auf mögliche Inhalationsmedikamente für die Therpie beim equinen Asthma eingegangen. Diese Folge liefert praxisrelevantes Wissen für Therapiemaßnahmen bei equinem Asthma, das direkt in die tägliche Arbeit einfließt. Liste der Dosierungen für Inhalationsmedikamente Glukokortikoide: Zur Verbesserung der Klinik und der Lungenfunktion · Ciclesonid:   2700µg (q12h)-4116µg (24h)  MDI-Spray · Budenosid:   900µg – 1800µg (q 12h)   Lösung · Fluticason   1100µg (q 24-48h) – 1980µg (q12h)  MDI-Spray · Fluticason/Salmeterol  2500µg/250µg (q12h)   MDI-Spray Bronchodilatatoren · Ipratropiumbromid 1-1,5mg 2-4 x tgl  Lösung · Salmeterol 63-2110µg 2-3x tgl.  MDI-Spray Sonstiges · Lidoacin HCL o 1,0mg/kg KW als 4%ige Lösung verdünnt auf 20ml mit 0,9iger NACl-Lösung · Natriumchromoglykat o 80mg in 0,02%iger Lösung 1-2x tgl. oder 200mg 1-2xtgl MDI-Spray MDI- Dosieraerosol oder Metered-Dose Inhaler, KW – Körpergewicht Quellen unter: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-2/
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Über diesen Podcast

Equine Vet News – der Podcast mit aktuellen Studienerkenntnissen aus der Pferdemedizin Einmal monatlich präsentieren wir aktuelle Studienergebnisse aus der Pferdemedizin – kompakt aufbereitet und mit besonderem Fokus auf ihre klinische Relevanz für den Praxisalltag. Ich bin Dr. Anja Gabe, Fachtierärztin für Pferde mit 25 Jahren Berufserfahrung. Seit über 15 Jahren verfasse ich regelmäßig Kurzreviews für das Kompendium der Pferdeheilkundeund bringe meine Erfahrung aus Klinik und Praxis in diesen Podcast ein. Gemeinsam mit Kolleg:innen stelle ich in jeder Folge neue wissenschaftliche Studien vor, welche im tierärztlichen Alltag unmittelbar helfen, Diagnostik und Therapieentscheidungen auf Grundlage aktueller Evidenz zu treffen. Unser Ziel: fundiertes Wissen direkt aus der Wissenschaft in die Praxis bringen – damit Sie immer auf dem neuesten Stand bleiben. Ein Podcast von Tierärzt:innen für Tierärzt:innen.

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