Equine Vet News

Equine Vet News

0 0
0 0

Episoden

Zwei neue Studien zu Einflussfaktoren auf die Insulinkonzentration im Blut und die Gehalte von nicht-strukturellen Kohlenhydraten im Weidegras
21.04.2026
43 Minuten
In dieser Folge von Equine Vet News diskutieren Dr. Anja Gabe und Dr. Caroline Wirth die Ergebnisse von zwei Studien, von welchen eine Untersuchung sich mit den unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Insulinkonzentration – Jahreszeit, Rasse, Alter und Geschlecht – beschäftigt: „The Seasonality of Serum Insulin Concentrations in Equids and the Association With Breed, Age, and Sex“ von Ana Lopes et al., veröffentlicht 2025 im Journal of Veterinary Internal Medicine.


Die zweite Untersuchung befasste sich mit saisonalen Variationen der nicht-strukturellen Kohlenhydrate (NSC) im Weidegras und deren metabolische Auswirkungen: „The Effect of Seasonal Changes in Non-Structural Carbohydrates in Pasture on the Metabolic Profile of Horses with Laminitis“ von Eva Mlyneková et al. veröffentlicht 2026 in Animals.


Auch besprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Caroline Wirth den Ablauf einer durch Fruktane ausgelösten Hufrehe.


Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Insulinkonzentrationen als auch NSC-Gehalte jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen. Während Insulinwerte – auch bei Pferden mit Hufrehe – nicht signifikant durch die Variationen der nicht-strukturellen Kohlenhydraten verändert waren, zeigen vorberichtlich an Hufrehe erkrankte Pferde signifikante Veränderungen der Glukosekonzentration.


Quellen


Seasonality of Serum Insulin Concentrations in Equids and the Association With Breed, Age, and Sex von Ana Lopes et al (2025) Journal of Veterinary Internal Medicine https://doi.org/10.1111/jvim.70089


The Effect of Seasonal Changes in Non-Structural Carbohydrates in Pasture on the Metabolic Profile of Horses with Laminitis von Eva Mlyneková et al (2026) Animals https://doi.org/10.3390/ani16020267


Pasture Non-Structural Carbohydrates and Equine Laminitis. Vicky Longland et al. (2006) Proceedings of the Nutrition Society https://doi.org/10.1093/jn/136.7.2099S


Equine Laminitis: Induced by Oligofructose (Fructan) Overload Christopher Pollitt et al. (2006) Journal of Veterinary Internal Medicine https://doi.org/10.2746/042516406776866327


Fruktangehalt im Gras von Pferdeweiden während der Weidesaison 2002 Dahlhoff S, Dissertation Hannover 2003
Mehr
Therapie der akuten Hufrehe mit Insulindysregulation
14.03.2026
59 Minuten
In dieser Folge des Podcast EquineVetNews zur hyperinsulinämischen Hufrehe steht die Behandlung der hyperinsulinämie-assoziierten Hufrehe-Erkrankung im Mittelpunkt. Ausgangspunkt ist das bereits diagnostizierte Pferd mit akuter Hufrehe und nachgewiesener Endokrinopathie. Dr. Anja Gabe und Dr. Carolin Wirth besprechen die drei wesentlichen therapeutischen Säulen: Analgesie und Entzündungshemmung, biomechanische Unterstützung des Hufes sowie die gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Endokrinopathie.


Ausführlich widmet sich die Folge der Therapie der zugrunde liegenden Endokrinopathie. Bei Pferden mit PPID wird der Einsatz von Pergolid eingeordnet. Bei Pferden mit Insulindysregulation liegt der Schwerpunkt zunächst auf dem Fütterungsmanagement.


Im letzten Abschnitt werden medikamentöse Therapieoptionen zur Senkung der Insulinkonzentration diskutiert. Dabei werden Metformin und Levothyroxin kritisch eingeordnet, bevor ausführlich auf die SGLT2-Inhibitoren eingegangen wird. Besprochen werden Wirkmechanismus, klinische Erfahrungen, mögliche Effekte auf Insulinkonzentration, Body Condition Score und Hufrehesymptomatik sowie die bekannten Risiken, insbesondere die Entwicklung einer Hypertriglyzeridämie. Abschließend werden mehrere aktuelle Studien zu Ertugliflozin, Velagliflozin und zur Wirkung von Pergolid auf die Insulindysregulation bei PPID vorgestellt und hinsichtlich ihrer praktischen Relevanz für die Pferdepraxis eingeordnet. Hier sind die vier in der Folge besprochenen Studien: 


Preliminary observations on the use of ertugliflozin in the management of hyperinsulinaemia and laminitis in 51 horses: A case series. Sundra et al. (2023) Equine Veterinary Education https://doi.org/10.1111/eve.13738; Oral sugar test responses to ertugliflozin in ten horses with insulin dysregulation. Sundra et al. (2024) Equine Veterinary Education https://doi.org/10.1111/eve.13924; Effects of the Sodium-Glucose Cotransporter-2 Inhibitor Velagliflozin on Insulin Concentrations in Horses With Insulin Dysregulation. Thane et al. (2025) Journal of Veterinary Internal Medicine https://doi.org/10.1111/jvim.70256; Effects of Pergolide on Insulin Dysregulation in Horses With and Without Pituitary Pars Intermedia Dysfunction. Gallinelli et al. (2025) Equine Veterinary Journal


Dosierung


Levothyroxin-Natrium: 48 mg/Pferd/Tag p.o.


Velagliflozin: 0,3 mg/kg p.o. einmal täglich


Ertugliflozin: 0,05 mg/kg p.o. einmal täglich
Mehr
Pathophysiologie und Diagnostik der hyperinsulinämischen Hufrehe
12.03.2026
43 Minuten
Die hyperinsulinämie-assoziierte Hufrehe-Erkrankung ist heute die häufigste Form der Hufrehe beim Pferd. In dieser Folge des Podcasts Equine Vet News widmen sich Dr. Anja Gabe und Dr. Carolin Wirth den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Pathophysiologie, klinischem Erscheinungsbild und Diagnostik dieser Erkrankung. Diese Folge wurde unterstützt von Biocontrol Ingelheim. 


Zu Beginn wird erläutert, welche Ursachen einer Hufrehe zugrunde liegen können. Im Mittelpunkt stehen dabei das equine metabolische Syndrom (EMS) mit Insulindysregulation sowie die Dysfunktion der Pars intermedia der Hypophyse (PPID). Anhand experimenteller Studien wird diskutiert, welche Rolle Insulin bei der Entstehung der Erkrankung spielt und wie erhöhte Insulinkonzentrationen strukturelle Veränderungen der Lamellen verursachen können.


Ein weiterer Abschnitt der Folge befasst sich mit den klinischen Symptomen der Hufrehe und deren oft sehr variablem Erscheinungsbild. Ergänzend wird die radiologische Diagnostik erläutert, einschließlich der wichtigsten Messparameter wie Rotation des Hufbeins, Sohlendicke und Hufbeinsenkung sowie deren Aussagekraft für Diagnose und Prognose.


Im zweiten Teil der Folge steht die Diagnostik der Insulindysregulation im Vordergrund. Besprochen werden die Bestimmung des basalen Insulinwertes, praktische Aspekte der Probenentnahme und Präanalytik sowie mögliche Einflussfaktoren wie Transportstress. Darüber hinaus wird der orale Zucker – bzw. Glukosetest vorgestellt, mit denen eine postprandiale Hyperinsulinämie nachgewiesen werden kann.


Oraler Zuckertest (OST) - Nachweis einer postprandialen Hyperinsulinämie


1. Pferd sollte 6–8 h kein Kraftfutter, keine Möhren, Äpfel oder Leckerlis erhalten haben


2. Blutprobe zur Basalbestimmung des Insulins


3. 0,45 ml/kg KGW Karo Light Corn Syrup oral verabreichen


4. zweite Blutprobe nach 60 oder 90 Minuten


Ergebnis:  post-prandiale Hyperinsulinämie bei 85µIU/mL (RIA) oder >63 μIU/mL (Immulite 2000 xpi) 


Oraler Glukosetest (OGT) - Nachweis einer postprandialen Hyperinsulinämie


1. Pferd über Nacht nüchtern


2. Basale Blutprobe


3. 1 g Glukose/kg KGW als 20 %ige Lösung über Nasenschlundsonde


4. Blutprobe nach etwa 120 Minuten


5. Beurteilung der Insulinantwort auf definierte Glukosebelastung


6. Keine α₂-Agonisten (v. a. Xylazin) verwenden, da sie den Insulinwert beeinflussen können


Ergbenis: Cut-off Wert  110 µLU/mL nach 120 min 


Aufbereitung der Blutprobe für die Insulinbestimmung


1. Blutprobennahme


2. Probe stehen lassen – Blutgerinnnung


3. Abzentrifugation idealerweiser innerhalb 4h (Laborangabe)


4. Abzentrifugation auch möglich nach 3 Tagen (Veröffentlichung)


5. Serum oder Heparinplasma- in die Kühlung


6. Möglichst gefroren versenden
Mehr
Diagnose von equinem Asthma mit besonderem Focus auf Endoskopie und bronchoalveolärer Lavage
27.01.2026
1 Stunde 5 Minuten
Equines Asthma ist die häufigste chronische Atemwegserkrankung beim adulten Pferd. In dieser Folge widmen sich Dr. Anja Gabe und Dr. Caroline Wirth ausführlich den diagnostischen Möglichkeiten dieser Erkrankung – mit besonderem Fokus auf die bronchoalveoläre Lavage (BAL) und die Interpretation zytologischer Befunde.


Im Mittelpunkt stehen auch Vorbericht und klinische Untersuchung: Weder Anamnese, Auskultation noch Klinik erlauben eine sichere Unterscheidung zwischen gesunden Pferden, Pferden mit gering- bis mittelgradigem Asthma oder hochgradigem Asthma in Remission. Der validierte HOARSI-Fragebogen ist hilfreich zur Identifikation von hochgradigem Asthma, die Aussagekraft ist bei gering- bis mittelgradige Asthma eingeschränkt. Ein Belastungstest (5min. Schritt - 5min. Trab – 5min. Galopp-Beruhigung der Atemfrequenz innerhalb von 15min.) kann bei fehlender Klinik hilfreich sein.


Ausführlich diskutiert werden die Endoskopie der Atemwege, der Einfluss der Sedation auf die Kehlkopfbefundung, die Aussagekraft von Mukusmenge und -viskosität sowie die fehlende klinische Relevanz der Carina-Dicke. Ein zentraler Abschnitt der Folge behandelt die Durchführung der BAL – sowohl mit als auch ohne Endoskop – inklusive praktischer Tipps zur Probengewinnung, Aufbereitung, Versand und Interpretation. Die BAL erlaubt eine zuverlässige Phänotypisierung anhand der Zellpopulationen (neutrophil, mastozytär, eosinophil, Mischtyp).


Kurzanleitung BAL unter Sedation


BAL-Katheter 300cm 10 ml Spritze für Ballon, 60ml Spritzen, 500ml körperwarme sterile physiologische Kochsalzlösung Xylocaingel auf die Nüsternschleimhaut auftragen Zügiges Einführen des BAL Katheters und Inflation des Ballons Unter leichtem Druck Instillation von 200-250ml Kochsalzlösung Vorsichtige Aspiration zur Rückgewinnung der Spülflüssigkeit Instillation und Rückgewinnung des zweiten Aliquotes Kochsalzlösung. Deflation des Ballons und Entfernen des BAL-Schlauchs Vermengung der beiden Aspirate (NICHT schütteln)


Anfertigen der Ausstriche


Abfüllen des vermengten Aspirats in 5-10ml große Röhrchen Zentrifugation für 10 min bei 300-500g Resuspendieren des Zellpellets Probe über den gesamten Objektträger ausstreichen (ca. 1 Tropfen/Objektträger) zügig lufttrocknen (evtl. Fön zur Hilfe nehmen)


Probe gekühlt in die Praxis  bringen oder vor Ort verarbeiten.  4 Ausstriche und 30-50ml ihrer Spüllösung zu. Bei längerer Transportzeit oder höheren Außentemperaturen hilft die Zugabe einer Formalin-oder Alkohollösung (Volumenanteil etwa 1 : 20)


Im zweiten Teil der Folge werden drei aktuelle Studien detailliert vorgestellt: Associations between clinical signs, endoscopic and cytological findings in equine bronchoalveolar lavage samples (2025) Larsen et al https://doi.org/10.1111/eve.14174; Association between fungal detection, airways inflammation and diagnosis of moderate to severe asthma in horses (2025) Barbazanges et al https://doi.org/10.1111/evj.14205 ; Influence of a standardized lunging exercise test on BALF cytology in horses suffering from mild–moderate equine asthma(2025) Lendl et al https://doi.org/10.3390/ani15162428


Quellen: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-6/
Mehr
Atypische Weidemyopathie
22.12.2025
38 Minuten
In dieser Folge besprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Victoria Kratzmann die Klinik, Pathophysiologie und toxischen Ursachen der atypischen Weidemyopathie. Im Mittelpunkt stehen drei Studien aus dem Jahr 2o25: Assessment of tree- associated atypical myopathy risk factors in Acerpseudoplatanus(sycamore) seeds and leaves; González-Medina et al (2025) Equine Vet ; Unravelling Faecal Microbiota Variations in Equine Atypical Myopathy: Correlation with Blood Markers and Contribution of Microbiome; Francois et al (2025) Animals und In Vitro Investigation of Equine Gut Microbiota Alterations During Hypoglycin A Exposure¸Francois et al (2025) Animals


Klinische Symptome der Atypischen Weidemyopathie


· Schwäche, Steifheit, Dyspnoe, Myoglobinurie, Festliegen


· Mortalitätsrate bis 75%, in der Regel 72h nach Beginn der Symptome


Betroffen


· Pferde mit 24h Weidegang ohne Zufütterung


· Oft unter 3 Jahre alt und eher dünn


· Vor allen im Herbst


Auslöser


· Toxischer Metabolit des Hypoglycin A von Samen des Berg- oder Eschenahorn


· Inhibierte Acyl-CoA-Dehydrogenasen dadurch Störung der beta-Oxidation


· Betroffen ist der Energiestoffwechsel der Typ I Muskelfasern in Halte- und Atemmuskulatur


Therapie


· symptomatisch


Einflussfaktoren auf die Hypoglycin A Konzentration in Samen des Bergahorns


· Hohe Variabilität der Konzentration der Samen bei einem Baum


· Mechanische Zerkleinerung erhöht die Hypoglycin A Konzentration


o Wärme (>4°C) und Feuchte steigern die Hypoglycin A Konzentration dieser beschädigten Samen


· Geschädigte Samen können Wasser kontaminieren


Sonstiges


· Intestinale Mikroflora ist in der Lage Hypoglycin A abzubauen


· Hypoglycin A Konzentration kann im kontaminiertem Heu über Jahre verbleiben


· Eine Intoxikation von Fohlen über Muttermilch oder transplazentar ist möglich


Quellen: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-5/
Mehr

Über diesen Podcast

Equine Vet News – der Podcast mit aktuellen Studienerkenntnissen aus der Pferdemedizin Einmal monatlich präsentieren wir aktuelle Studienergebnisse aus der Pferdemedizin – kompakt aufbereitet und mit besonderem Fokus auf ihre klinische Relevanz für den Praxisalltag. Ich bin Dr. Anja Gabe, Fachtierärztin für Pferde mit 25 Jahren Berufserfahrung. Seit über 15 Jahren verfasse ich regelmäßig Kurzreviews für das Kompendium der Pferdeheilkundeund bringe meine Erfahrung aus Klinik und Praxis in diesen Podcast ein. Gemeinsam mit Kolleg:innen stelle ich in jeder Folge neue wissenschaftliche Studien vor, welche im tierärztlichen Alltag unmittelbar helfen, Diagnostik und Therapieentscheidungen auf Grundlage aktueller Evidenz zu treffen. Unser Ziel: fundiertes Wissen direkt aus der Wissenschaft in die Praxis bringen – damit Sie immer auf dem neuesten Stand bleiben. Ein Podcast von Tierärzt:innen für Tierärzt:innen.
15
15
Close