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TAGESDOSIS Spezial mit Willy Wimmer.

28. Februar 2026, kurz nach Mitternacht.

Während in Oman noch verhandelt wird, während Diplomaten in
Hotelzimmern sitzen und Texte redigieren, fallen die ersten
Bomben auf Teheran. Keine UN-Resolution. Kein
Sicherheitsratsbeschluss. Kein bewaffneter Angriff, der Gegenwehr
nach Art. 51 der UN-Charta rechtfertigen würde. Nur
Luftüberlegenheit, politischer Wille – und die Gewissheit, dass
niemand die Angreifer zur Rechenschaft ziehen wird.

Aber halt. Bevor man weiterliest, muss man wissen, was auf dem
Tisch lag. Denn das ist der eigentliche Skandal.

Der omanische Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi – der Mann,
der die Fäden in der Hand hielt – sprach noch am 27. Februar von
einem Durchbruch und erklärte, ein erfolgreicher Abschluss sei
sehr wahrscheinlich. Der Iran habe angeboten, kein nukleares
Material mehr zu lagern, was den Bau einer Atombombe unmöglich
machen würde, und den IAEA-Inspektoren vollen Zugang zu gewähren.
Das ist nicht irgendein Angebot. Das ist das Kernstück jedes
denkbaren Abkommens – Null-Lagerung, volle Transparenz.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi nannte die Genfer
Runde die bisher „beste und ernsthafteste“ und kündigte
technische Folgegespräche für die nächste Woche in Wien an.

Besser als Obama. Besser als der JCPOA 2015. Der Frieden war zum
Greifen nah.

Unterdessen hatte US-Sondergesandter Witkoff nach eigenen
späteren Angaben bereits beim zweiten Treffen gewusst, dass eine
Einigung unmöglich sei – die Verhandlungen aber dennoch
fortgesetzt. Die Operation „Epic Fury“ begann weniger als 48
Stunden nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in Genf.

Klartext: Während Oman Vertrauen aufbaute, während Iran sein
weitreichendstes Angebot aller Zeiten auf den Tisch legte,
während Inspektoren der IAEA für Wien eingeflogen wurden – lud
Washington die Bomben. Die Diplomatie war Tarnung. Zeitgewinn für
die Angriffsvorbereitungen.

Washington nennt es Präventivschlag. Tel Aviv nennt es
Selbstverteidigung. Dieselben Regierungen, die Putins Einmarsch
in die Ukraine als Angriffskrieg, als Bruch des Völkerrechts, als
zivilisatorischen Rückfall brandmarken – führen selbst einen
Krieg ohne Mandat gegen einen souveränen Staat. Mitten in
laufenden Verhandlungen. Mit einem historischen Einigungsangebot
auf dem Tisch. Der Doppelstandard ist nicht subtil. Er ist die
Botschaft.

Die Menschheit hat nach 1945 einen Werkzeugkasten gebaut.
Instrument für Instrument, Trauma für Trauma. Aus 70 Millionen
Toten, aus dem Holocaust, aus Hiroshima, aus Ruanda, aus
Srebrenica. Jedes dieser Werkzeuge war die Antwort auf ein
konkretes Versagen. Und jetzt, 2026, werden diese Werkzeuge nicht
einfach ignoriert – sie werden von ihren eigenen Schöpfern
demontiert.

Hier sind die zehn Fragen, die sich daraus ergeben.

apolut stellte sie Willy
Wimmer.

Willy Wimmer (CDU) gehörte von 1976 bis 2009 dem
Deutschen Bundestag an und war einer der langjährigen
Sicherheitspolitiker seiner Fraktion. Von 1985 bis 1992 diente er
als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der
Verteidigung unter Manfred Wörner und Gerhard Stoltenberg. In
diese Phase fiel die sicherheitspolitisch entscheidende
Umbruchzeit Europas: das Ende des Kalten Krieges, die deutsche
Wiedervereinigung und die Neuordnung der militärischen Strukturen
in Deutschland.

Politisch und administrativ war das Umfeld geprägt durch die
Prozesse der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa, später OSZE) sowie durch die Verhandlungen zum
Zwei-plus-Vier-Vertrag, der 1990 die außen- und
sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen der deutschen Einheit
regelte. Parallel dazu erfolgte die militärische Integration der
Streitkräfte der DDR:

...https://apolut.net/apolut-fragt-10-fragen-an-willy-wimmer/

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