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vor 1 Woche
Ein US-Software-Unternehmen will mit KI und Krieg den
Westen retten
Ein Kommentar von Tilo Gräser.
Aus den USA sind die „United States of Palantir“ geworden – das
stellte die italienische Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin
Francesca Bria im November 2025 in einem
Beitrag in der französischen Monatszeitung Le Monde
diplomatique fest. Sie beschrieb den grundlegenden Umbau des
Staates durch Tech-Unternehmen wie Palantir und Anduril, die mit
ihrer Software hoheitliche Aufgaben übernehmen. In den USA bilde
sich „ein neues Machtgebilde heraus, das die bislang komplexeste
Herausforderung für die demokratische Regierungsform im digitalen
Zeitalter darstellt: der autoritäre Hightech-Komplex“. Das reiche
inzwischen weit über die USA hinaus.
Palantir steht dabei im Mittelpunkt. Es entwickelt und verkauft
Software, die umfangreiche Datenmengen aus verschiedenen Quellen
verarbeitet, um Muster zu erkennen und Vorhersagen zu treffen.
Das 2003 mit CIA-Geldern gegründete Unternehmen, das vor allem
für Militär und Geheimdienste, inzwischen aber auch für
Unternehmen und staatliche Behörden in mehreren Ländern tätig
ist, gibt vor, nur die Mittel zur Verfügung zu stellen und keinen
Einfluss darauf zu nehmen, was damit geschieht.
Doch hinter seinem Treiben steckt sehr viel Ideologie, wenig
Friedfertigkeit und zum Teil auch menschenverachtendes Denken.
Das zeigt das viel kritisierte Unternehmen mit einem Beitrag, der
am Samstag auf der Plattform X veröffentlicht wurde.
Das „Manifest“ aus 22 Punkten hat für einige mediale
Aufmerksamkeit und zahlreiche kritische Kommentare gesorgt. „Die
Tech-Firma stellt sich gegen Pluralismus und rückt militärische
Anwendungen Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt“,
hieß es zum Beispiel am Dienstag in der Berliner
Zeitung. In der Schweizer Zeitung Tages-Anzeiger war zu
lesen, Unternehmenschef Alexander Karp mache klar:
„Palantir will eine militarisierte Techrepublik schaffen.“
„Palantir ruft die Tech-Elite zur Verteidigung der Nation auf“,
meldete die Süddeutsche Zeitung.
Kriegsbereitschaft und elitäres Denken
Das, was Palantir da auf X aus dem schon 2025 erschienenen Buch
„The Technological Republic: Hard Power, Soft Belief, and the
Future of the West“ von Alexander Karp und Nicholas Zamiska (auch
auf Deutsch erhältlich) in 22 Punkten
zusammenfasste, hat es in sich. Da wird für den Einsatz von KI im
Krieg plädiert, die politische Zögerlichkeit westlicher
Gesellschaften kritisiert und die Einzelnen aufgefordert, sich
für die Verteidigung des Staates einzusetzen. Da wird von der
„ausdrücklichen Pflicht“ der Tech-Firmen aus dem Silicon Valley
geschrieben, „sich an der Verteidigung der Nation zu beteiligen“.
Es müsse gegen „die Tyrannei der Apps“ rebelliert werden, wird
gegen die Dominanz der iPhones gewettert und festgestellt, dass
„kostenlos E-Mails“ nicht das Wirtschaftswachstum und die
Sicherheit gewährleisten.
Die Grenzen der „Soft Power“ als „bloßer hochfliegender Rhetorik“
hätten sich gezeigt, wird ebenso behauptet, während sich „freie
und demokratische Gesellschaften“ nur mit „Hard Power“, die auf
Software aufgebaut sei, durchsetzen könnten. Und: „Die Frage ist
nicht, ob KI-Waffen gebaut werden; die Frage ist, wer sie bauen
wird und zu welchem Zweck.“ Auch fordert das Unternehmen, das für
das US-Militär arbeitet, Wehrdienst als „allgemeine Pflicht“,
ebenso eine „Debatte über die Angemessenheit militärischer
Aktionen im Ausland“ sowie besserer Gewehre und Software für
US-Marines aus US-Produktion.
...https://apolut.net/palantir-und-co-bauen-die-welt-um-von-tilo-graser/
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