Wer bezahlt die US-Zölle? - Zwei Studien

Wer bezahlt die US-Zölle? - Zwei Studien

vor 3 Wochen
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Beschreibung

vor 3 Wochen

Im April 2025 verhängte die US-Regierung die umfassendsten
Importzölle seit fast einem Jahrhundert. Zehn Prozent auf nahezu
alles, deutlich mehr für viele Handelspartner, zeitweise über
hundert Prozent auf chinesische Waren. Die politische Botschaft
war klar: Das Ausland soll zahlen. Doch stimmt das?


Zwei aktuelle Studien liefern eine ernüchternde Antwort. Das Kiel
Institut für Weltwirtschaft hat über 25 Millionen
Einzeltransaktionen im Wert von fast vier Billionen
Dollarausgewertet. Die Federal Reserve Bank of New York hat die
Preisentwicklung auf Produktebene über das gesamte Jahr 2025
analysiert. Beide kommen unabhängig voneinander zumselben
Ergebnis: Zwischen 86 und 96 Prozent der Zollkosten tragen nicht
etwa ausländische Exporteure – sondern amerikanische Unternehmen
und Konsumenten.


Ausländische Hersteller senkten ihre Preise kaum. Stattdessen
lieferten sie weniger. Die Anpassung erfolgte über die
Menge,nicht über den Preis. Besonders deutlich zeigten das die
abrupten Zollschocks gegen Brasilien und Indien im August 2025:
Die Exportpreise blieben unverändert, die Handelsvolumina brachen
ein.


Die rund 200 Milliarden Dollar an zusätzlichen Zolleinnahmen sind
kein Geschenk des Auslands. Sie stammen aus amerikanischen
Geldbörsen. Ökonomisch betrachtet wirken die Zölle wie eine
Konsumsteuer – allerdings eine besonders ineffiziente, die
zusätzlich Lieferketten stört und die Produktvielfalt
einschränkt.


Hier geht´s zur Studie:


Amerikas Eigentor: Wer zahlt die Zölle?


weitere Bücher zum Thema:


Frédéric Bastiat – Die Trugschlüsse der Schutzzöllner


Richard Cantillon – Abhandlung über die Natur des Handels
imallgemeinen


Richard Ehrenberg – Wie wurde Hamburg groß?


Frédéric Bastiat - Protektionismus und Kommunismus


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