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28 Minuten
Wusstest du, dass die Weihnachtsgeschichte eigentlich mit einer Steuererklärung beginnt? Josef und Maria waren nur deshalb unterwegs nach Bethlehem, weil Kaiser Augustus einen Zensus angeordnet hatte: Jeder Acker, jeder Weinstock, jedesStück Vieh sollte erfasst werden. Und das war erst der Anfang.

In dieser Folge reisen wir durch mehr als dreitausend Jahre Steuergeschichte und stellen eine unbequeme Frage: Wie oft waren Steuern der Funke, der Aufstände, Bürgerkriege und Umstürze ausgelöst hat? Grundlage ist das Buch „Zum Teufel mit der Steuer! 5000 Jahre Steuern, ein langer Leidensweg der Menschheit“.

Wir erzählen von assyrischen Königen, die Tributverweigerer bei lebendigem Leib häuten ließen. Von den Zeloten in Judäa, die dem Kaiser keinen Denar zahlen wollten, und von römischen Zensoren, die Menschen folterten, bis sie Besitz gestanden,den es gar nicht gab. Wir fragen, ob die Varusschlacht in Wahrheit eine Steuerrevolte war, und schauen auf den Nika-Aufstand in Byzanz, der rund 30.000 Menschen das Leben kostete.

Im Mittelalter wird es nicht besser: Die Franken verbrennen die Steuerregister ihrer Herrscher, die Florentiner Wollkämmer rebellieren gegen manipulierte Schuldbücher, und 1381 marschieren 60.000 Engländer gegen die Kopfsteuer nach London. In Württemberg wirft ein armer Mann namens Gaispeter die gefälschten Gewichtssteine des Herzogs in den Fluss, und in Erfurt verlangen Bürger, dass endlich auch die Priester Steuern zahlen.

Am Ende steht der große Bauernkrieg von 1525 mit etwa 100.000 Toten und einer Pointe, die sprachlos macht: Die Besiegten mussten eine „Aufruhrsteuer“ zahlen, also ihreeigene Niederschlagung finanzieren.

Eine Folge über Macht, Geld und die Frage, wann aus einer Abgabe Raub wird. Im zweiten Teil geht es weiter mit der Neuzeit, in der Steuerrevolten Staaten gründen undKönige ihren Kopf kosten.

Hier geht´s zum Buch:

Reiner Sahm – Zum Teufel mit der Steuer!: 5000 Jahre Steuern – ein langer Leidensweg der Menschheit

Weitere Bücherzum Thema:

Amilcare Puviani – Theorie der sanften Plünderung

Franz Oppenheimer - Der Staat

Auberon Herbert – Voluntarismus

Eugen Richter – Wider die Aufrüstung!

Frédéric Bastiat - Der Staat & Das Gesetz

 

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17 Minuten
Sechstausend Sprachen gab es einmal auf dieser Welt. In der Welt dieses fiktionalen Films sind es noch sechzig. Der Satz fällt beiläufig, fast nebenbei, und er ist der Schlüssel zu allem, was danach folgt.

In dieser Folge sprechen wir über Ramin Bahranis Verfilmung von Ray Bradburys Klassiker, und zwar nicht als Thriller, sondern als Lehrstück. Denn was hier verbrannt wird, sind nicht nur Bücher. Verbrannt werden Tonbänder, Schriften aller Art, auch Notenblätter. Ein instrumentales Musikstück vertritt keine Meinung. Sie enthält nur eine andere Ordnung, eine andere Möglichkeit, die Welt wahrzunehmen. Was im Film ein ausreichender Grund für die Vernichtung ist.

Wir reden darüber, warum eine Feuerwehr, die kein Feuer mehr zu löschen hat, kurzerhand selbst zum Brandstifter wird, und was das über Behörden sagt, die ihren Existenzgrund verlieren. Wir reden über die vielleicht unangenehmste Szene des Films: Ein Vorgesetzter erklärt ruhig und fast fürsorglich, wie es zur Bücherverbrennung kam. Ein Buch kränkte die einen, also verschwand es. Ein anderes kränkte die anderen, also verschwand auch dieses. Am Ende blieb nichts übrig, worüber sich noch jemand hätte aufregen können. Zensur tritt hier nichtals Tyrannei auf. Sie tritt als Rücksichtnahme auf, als wohlmeinender Therapeut.

Und wir reden über die Antwort, die uns am meisten interessiert. Der Widerstand versucht gar nicht erst, die Bücher zu verteidigen. Bücher brauchen Raum, Raum lässt sich nicht verbergen, Verstecke werden verraten. Also wird jeder Mensch selbst kurzerhand zum Speichermedium. Einer lernt ein Buch, ein anderer das nächste. Wo nichts mehr zentral liegt, gibt es auch nichts mehr abzufackeln. Der Staat kann alles kontrollieren, was relativ knapp, lokalisierbar und materiell ist. Sobald das Wissen diese Eigenschaften verliert, verliert er den Zugriff.

Hier geht´s zum Film:

Fahrenheit 451

Weitere Bücher zum Thema:

John Milton – Areopagitica

Thomas Mackay - Plädoyer für die Freiheit

Auberon Herbert – Für die Freiheit

Andreas Tiedkte – Die Erlöser

Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat

Herbert Spencer – Soziale Statik

Ludwig von Mises – Der allmächtige Staat

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22 Minuten
Während sich die Presse fragt, ob die künstliche Intelligenz außer Kontrolle geraten ist, ist sie längst in festen Händen. Nicht nur in Verbraucherhänden. Staaten und ihre Paladine eignen sich die neue Technik gerade an, und das nicht heimlich, sondern nachlesbar.

Anthropic, der Hersteller der Claude-Modelle, hat im September 2026 39 Fälle von KI-Missbrauch offengelegt. Wer sie nicht nach Methode sortiert, sondern nach Auftraggeber, sieht sofort, wohin die Reise geht. Bei der Überwachung sind zehn von zehn Fällen staatlich oder staatsnah. Bei den konventionellen Waffen sechs von sechs. Bei Betrug und beim Abkupfern fremder Modelle kein einziger. In Bamako baute ein Geheimdienstberater eine Software, die 25 Millionen Telefonkarten mitliest, und zwar so konstruiert, dass der Richter, den das Gesetz vorsieht, gar nicht erst vorkommt.

Wer sich darüber wundert, hat die letzten fünfhundert Jahre nicht mitgeschrieben. Der Buchdruck war kaum erfunden, da hatte die Obrigkeit das Imprimatur, die Zensurbehörde und den Index. Die Eisenbahn wurde als Handelsweg gefeiert und vom preußischen Generalstab von Anfang an mitgeplant; Moltke ließdie Aufmarschpläne nach Fahrplänen schreiben, lange bevor der erste Waggon Getreide dorthin fuhr. Die Kernspaltung kam über Hiroshima zum Kraftwerk, nicht umgekehrt. Fritz Haber gab uns den Kunstdünger und leitete den Gaskrieg im Ersten Weltkrieg. Es ist immer dieselbe Geschichte, nur mit neuen Requisiten.

Deshalb geht die Forderung nach einem Entwicklungsstopp am Ziel vorbei. Sie bindet die, die Gesetze befolgen müssen, und sonst niemanden. Durchsetzen müsste sie ausgerechnet der, der in diesem Bericht am häufigsten vorkommt.

In der neuen Folge gehen wir die Fälle einzeln durch, erklären sie so, dass niemand Technik studiert haben muss, und fragen, was die Trennung von Staat und Technik praktisch hieße.

Hier geht´s zum Paper:

Detecting and countering misuse of AI: September 2026

https://www-cdn.anthropic.com/e50be2e51e7695dc4b1366a37a245a597377d3b5/Anthropic-Detecting-and-countering-091026.pdf

weitere Bücher zum Thema:

Herbert Spencer - Mensch gegen Staat

Franz Oppenheimer - Der Staat

Albert Jay Nock – Unser Feind, der Staat

Ludwig von Mises – Der allmächtige Staat

John Milton – Areopagitica

Frédéric Bastiat - Der Staat & DasGesetz

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17 Minuten
Newton sagte es 1675 ganz offen: „Wenn ich weiter gesehen habe, dann deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand." Und er hatte recht. Keine einzige große Erfindung der Menschheitsgeschichte ist jemals aus dem Nichts entstanden.

James Watt hat die Dampfmaschine nicht erfunden. Er hat Newcomens Maschine verbessert, die auf Savery aufbaute, die auf Papin aufbaute. Shakespeare hat keinen einzigen Plot selbst erdacht, sondern bei Holinshed und Plutarch abgeschrieben. Der Blues wurde zu Jazz, Jazz zu Swing, Rock baute auf Blues auf, Hip-Hop sampelte Jazz. 70.000 Jahre lang haben Bogenbauer die Entwürfe ihrer Vorgänger optimiert, ohne Patentanwalt.

Und jetzt kommt Künstliche Intelligenz und tut exakt dasselbe: lernen, variieren, verbessern. Doch plötzlich nennen wir es Diebstahl. Warum? Weil uns nicht das Prinzip stört, sondern die Geschwindigkeit.

In dieser Folge stellen wir eine unbequeme Frage: Ist das Urheberrecht wirklich ein Instrument des Fortschritts, oder steht es ihm im Weg? Goethes Werther wurde im ersten Jahr achtmal raubgedruckt. Goethe war trotzdem wohlhabend. Open Source hat mehr Innovation hervorgebracht als jedes Lizenzsystem der Welt. Die Musikindustrie hat Napster überlebt und Rekordumsätze erzielt.

Die gesamte Kulturgeschichte ist ein einziger gigantischer Remix. Wer das bei Menschen feiert, aber bei Maschinen verbieten will, misst mit zweierlei Maß.

Wer den Fortschritt will, darf ihn nicht an den eigenen Interessen aufhalten.

Bücher zum Thema:

Herbert Spencer – Soziale Statik

Hans-Hermann Hoppe – Eigentum, Anarchie und Staat

Carl Menger - Untersuchungen über die Methode derSozialwissenschaften

Andrew Carnegie - Empire of Business

Andrew Carnegie - Geschichte meines Lebens

⁠Richard Ehrenberg – Die Unternehmungen der Brüder Siemens: Bis 1870⁠

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26 Minuten
Wohlstand fällt nicht vom Himmel, und er bleibt auch nicht von selbst. Das ist die unbequeme Wahrheit, mit der Johan Norberg in „Das kapitalistische Manifest" aufräumt, geschrieben mitten in den wütenden Protesten gegen die Globalisierung.

Norberg war einmal selbst (linker) Anarchist. Heute streitet er für den freien Markt, und er tut es mit einem Zorn, den manspürt: Zorn darüber, dass wohlhabende Demonstranten in reichen Ländern den Ärmsten der Welt genau jenen Weg verbauen wollen, den unsere eigenen Vorfahren längst gegangen sind.

Denn Globalisierung ist nichts Neues. Norbergs Urgroßeltern lebten in einem Schweden voller Armut und Hunger. Erst als das Land auf Freihandel setzte, stieg der Wohlstand rasant. Was Schweden gerettet hat, könnte auch heute Millionen Menschen retten, wenn man sie nur ließe.

Warum der Markt ganz ohne Kontrollzentrum funktioniert, und warum diese scheinbare „Machtlosigkeit" in Wahrheit Macht für dich selbst bedeutet, über dein eigenes Leben. Du isst Bananen aus Ecuador, trinkst Tee aus Sri Lanka, siehst Filme aus Hollywood, ohne dass je ein Vorstand das beschlossen hätte, und genau das ist der Punkt. Warum Analphabetismus, Armut und Diktatur weltweit zurückgehen, während viele glauben, alles werde schlechter. Und warum sogar Schweden den Rückwärtsgang einlegen kann, vom viertreichsten Land der Welt auf Platz siebzehn, wenn Steuern und Bürokratie die Kreativität ersticken.

Über zwanzig Jahre ist dieser Text alt, und er klingt erschreckend aktuell, in einer Zeit von Zöllen, Abschottung und„De-Globalisierung".

Hier geht´s zum Buch:

Johan Norberg – Das Kapitalistische Manifest: Warum allein die globalisierte Marktwirtschaft den Wohlstand der Menschheit sichert

weitere Bücher zum Thema:

Frédéric Bastiat – Was man sieht und was man nicht sieht

Frédéric Bastiat - Protektionismus und Kommunismus

Ludwig von Mises – Gewinn und Verlust

Frédéric Bastiat - Volkswirtschaftliche Harmonien: Band 1

Frédéric Bastiat - Volkswirtschaftliche Harmonien: Band 2

Carl Menger - Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Über diesen Podcast

Ökonomie. Freiheit. Geschichte.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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