Episoden

Ludwig Bamberger - Deutschland und der Sozialismus
22.02.2026
13 Minuten
Frühjahr 1878: Zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm I. erschüttern das Kaiserreich. Bismarck nutzt den Schock für seine Sozialistengesetze. Doch einer hatte gewarnt – Wochen bevor die Schüsse fielen. Ludwig Bamberger war kein weltfremder Theoretiker. Als junger Mann hatte er 1848 auf den Barrikaden gestanden, wurde zum Tode verurteilt und floh ins Exil. In Paris machte er als Bankier Karriere, kehrte nach Deutschland zurück und wurde zum Architekten der Reichswährung. Er gilt als „Vater der Mark". Er kannte Marx und Lassalle persönlich – und er durchschaute sie. In dieser Streitschrift entlarvt Bamberger den Widerspruch im Herzen der sozialistischen Bewegung: Privilegierte Intellektuelle, die vom „sicheren Port" ihrer Studierstuben aus den Klassenkampf kommandieren. Professoren, die Champagner trinken und den „frugalen Proletarierstaat" predigen. Das deutsche Bürgertum, das wie der französische Adel vor 1789 selbst das Holz zum Scheiterhaufen herbeiträgt. Das Bemerkenswerte: Bamberger schrieb dies, bevor Bismarcks Verbote die Debatte erstickten. Hier spricht noch der unzensierte Liberalismus – selbstbewusst, polemisch, hellsichtig. Eine Schrift, die nach fast 150 Jahren nichts von ihrer Brisanz verloren hat.  Hier geht´s zum Buch: Ludwig Bamberger – Deutschland und der Sozialismus weitere Bücher zum Thema:Eugen Richter – Sozialdemokratische Zukunftsbilder Yves Guyot - Die Tyrannei des Sozialismus Yves Guyot – Sozialistische Irrtümer Gustave le Bon – Psychologie des Sozialismus Frédéric Bastiat - Protektionismus und Kommunismus Gustave de Molinari – Die Gesellschaft von morgen Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠
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Areopagitica - Wider die Zensur!
15.02.2026
15 Minuten
England, 1644. Bürgerkrieg. Das Parlament kämpft gegen den König – für Freiheit, gegen Tyrannei. Und was tut dieses Parlament als eine seiner ersten Amtshandlungen? Es führt die Zensur ein. Kein Buch, keine Flugschrift, nicht einmal ein Flugblatt darf mehr erscheinen ohne Genehmigung eines staatlichen Zensors. Ausgerechnet jene, die eben noch selbst unter Zensur gelitten hatten, errichten nun dasselbe System – nur mit anderen Herren. In diese Situation hinein schreibt ein 36jähriger Dichter namens John Milton eine Streitschrift. Ohne Lizenz. Ohne Erlaubnis. Er praktiziert, wofür er argumentiert. Der Titel: Areopagitica. Was Milton damals dem Parlament entgegenschleuderte, hallt bis heute nach: Die Wahrheit braucht keinen Beschützer. Sie siegt im freien Kampf – wenn man sie nur kämpfen lässt. Wer Bücher verbrennt, tötet nicht Papier, sondern Vernunft. Und Zensoren? Die werden zwangsläufig unwissend, korrupt oder beides. Fast vierhundert Jahre später glauben wir, diesen Kampf gewonnen zu haben. Artikel 5 Grundgesetz: Eine Zensur findet nicht statt. Ist dem so? Die Zensoren unserer Zeit tragen andere Namen. Ihre Begründungen klingen vernünftig, ja sogar fürsorglich. Aber die Frage bleibt dieselbe, die Milton stellte: Wer gibt der Obrigkeit das Recht zu entscheiden, was wir denken und sagen dürfen? Die Geschichte lehrt: Zensur trifft immer die Falschen. Nicht die Mächtigen werden zum Schweigen gebracht, sondern ihre Kritiker. Nicht die Lüge wird unterdrückt, sondern die unbequeme Wahrheit. Milton wusste das. Vor vierhundert Jahren. „Gebt mir vor allen Freiheiten die Freiheit zu wissen, zu äußern und frei zu erörtern nach meinem Gewissen."  Hier geht´s zum Buch: John Milton – Areopagitica Weitere Bücher zum Thema: Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenden Staat Gustave de Molinari – Die Gesellschaft von morgen Ludwig von Mises – Der allmächtige Staat Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠
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Ludwig von Mises - Allmächtiger Staat > Totaler Krieg?
08.02.2026
18 Minuten
Deutschland 1944. Europa liegt in Trümmern. Ein österreichischer Ökonom sitzt in seinem New Yorker Exil und stellt eine Frage, die bis heute unbequem ist: Wie konnte das Land Goethes und Kants zur Heimat der Barbarei werden? Ludwig von Mises gibt eine Antwort, die niemand hören wollte – weder damals noch heute. Denn er zeigt: Der Nationalsozialismus war kein Betriebsunfall der Geschichte. Er war das Ergebnis einer Politik, die auch in London, Paris und Washington betrieben wurde. Schutzzölle, Preiskontrollen, staatliche Wirtschaftslenkung. In dieser Folge sprechen wir über ein Buch, das über 80 Jahre alt ist. Ein Werk, das erklärt, warum wirtschaftliche Abschottung zu politischer Aggression führt. Warum der Kampf um Märkte zum Kampf um Lebensraum wird. Und warum Freihandel mehr ist als Ökonomie – nämlich die Grundlage des Friedens. Mises schreibt mit der Klarheit eines Mannes, der alles verloren hat. Seine Heimat, sein bisheriges akademisches Leben. Was bleibt, ist eine schonungslose Analyse – unbequem für Linke wie für Rechte, für Nationalisten wie für Planwirtschaftler. Sind seine Warnungen prophetisch? Handelskriege zwischen Großmächten, wirtschaftlicher Nationalismus, der Ruf nach Autarkie – die Parallelen zur Gegenwart sind verblüffend. Begleitet uns auf eine Reise in die Abgründe des 20. Jahrhunderts. Hier geht´s zum Buch: Ludwig von Mises - Der allmächtige Staat weitere Bücher zum Thema: Frédéric Bastiat - Der Staat & Das Gesetz Herbert Spencer - Mensch gegen Staat Franz Oppenheimer - Der Staat Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠
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Kurt Tucholsky - Die Beamtenpest
01.02.2026
18 Minuten
Ist das noch Satire? In dieser Folge widmen wir uns Kurt Tucholskys „Die Beamtenpest“ aus dem Jahr 1928 – einem Text, der erschreckend aktuell klingt. Unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel seziert Tucholsky einen Verwaltungsapparat, der sich selbst wichtiger nimmt als die Menschen, für die er eigentlich da sein sollte. Wir sprechen über starre Strukturen, Eitelkeit, Verantwortungslosigkeit und einen Betrieb, der Komplexität produziert, um beschäftigt zu wirken. Tucholskys Polemik zeigt, wie Bürokratie nicht den Menschen dient, sondern sich im eigenen Erhalt verliert. Genau darin liegt die bittere Pointe: Die beschriebenen Zustände wirken nicht historisch, sondern vertraut. Diese Podcast-Folge fragt, warum eine als Glosse gedachte Abrechnung heute eher wie ein nüchterner Lagebericht klingt. Wer sich schon einmal in Amtsgängen verloren hat, wird sich hier wiederfinden – und möglicherweise fragen, warum sich in fast hundert Jahren so wenig geändert hat. Hier geht´s zum Buch: Kurt Tucholsky – Die Beamtenpest weitere Bücher zum Thema: Ludwig von Mises – Die Bürokratie Herbert Spencer - Mensch gegen Staat Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenden Staat Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠
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Herbert Spencer - Bedingungen des menschlichen Glücks
25.01.2026
14 Minuten
1851 erschien in England ein Buch, das die Grundfesten politischer Philosophie erschütterte. Herbert Spencer, damals ein junger Ingenieur und Journalist, formulierte darin eine radikale Vision menschlicher Freiheit – und geriet prompt in Vergessenheit. Zumindest im deutschsprachigen Raum: „Soziale Statik" wurde nie übersetzt. Bis jetzt. Was macht dieses Werk so bemerkenswert? Spencer beginnt mit einem einfachen Prinzip: Jeder Mensch hat das gleiche Recht, seine Fähigkeiten frei zu entfalten – begrenzt nur durch das gleiche Recht aller anderen. Aus diesem Grundsatz leitet er mit kompromissloser Konsequenz Schlussfolgerungen ab, die auch 170 Jahre später provozieren. Der Staat als Bildungsanbieter? Überflüssig und schädlich. Öffentliche Armengesetze? Gut gemeint, aber kontraproduktiv. Das Recht, den Staat zu ignorieren? Für Spencer eine logische Notwendigkeit. Und Frauenrechte? Spencer forderte 1851 volle politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung – Jahrzehnte vor der Suffragettenbewegung. Aber „Soziale Statik" ist mehr als ein politisches Manifest. Es ist der Versuch, eine Wissenschaft der Gesellschaft zu begründen, die moralische Prinzipien mit der gleichen Strenge behandelt wie Naturgesetze. Spencer glaubte an den Fortschritt – nicht durch staatliche Planung, sondern durch die freie Entfaltung menschlicher Fähigkeiten. Ein Klassiker, der seiner Zeit voraus war. Und unserer Zeit viel zu sagen hat. Hier geht´s zum Buch: Herbert Spencer - Soziale Statik: Bedingungen des menschlichen Glücks weitere Bücher zum Thema: Herbert Spencer - Mensch gegen Staat Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenden Staat Lysander Spooner - Die Verfassung hat keine Autorität Gustave de Molinari – Die Gesellschaft von morgen Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠
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Über diesen Podcast

Ökonomie. Freiheit. Geschichte.

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