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Beschreibung
vor 2 Monaten
In Cannes auf berühmte Filmschaffende treffen und ein Publikum
erleben, das einen Film minutenlang mit Standing Ovations feiert.
Für Charlotte „Lotte" Peters ist das kein Traum, sondern eine
Erinnerung und zugleich auch ein Ziel für die Zukunft: Sie war
bereits als Zuschauerin bei dem französischen Filmfestival dabei
und möchte als Produzentin mit einem eigenen Film eines Tages auf
diesen roten Teppich zurückkehren.
Lotte hat bis 2021 Kulturwissenschaften im Bachelor an der
Leuphana Universität Lüneburg studiert. Heute macht sie ihren
Master in Film- und Fernsehproduktion an der Filmuniversität
Babelsberg Konrad Wolf und arbeitet parallel dazu als
Werkstudentin bei der Berliner Filmproduktionsfirma „Achtung
Panda!". Lottes Arbeitgeber hat unter anderem den Berlinale-Film
„Ellbogen" produziert und zählt zu den 75 führenden unabhängigen
europäischen Produktionsfirmen. Unsere Gästin beschreibt ihren
Arbeitsalltag dort als abwechslungsreich und von kreativen
Tätigkeiten bestimmt: Sie lektoriert Stoffe aller Art, von
Romanen über Treatments bis hin zu Drehbüchern, schreibt
Gutachten darüber, welche Geschichten das Potenzial für eine
Adaption haben, und begleitet auch darüber hinaus den weiten Weg
von der Idee bis zum fertigen Film.
Wie dieser Weg genau aussieht, wissen die wenigsten. Lotte
erklärt in dieser Episode, was Filmproduktion eigentlich bedeutet
und wieso es entscheidend ist, sich früh mit Finanzierungsfragen
und den praktischen Abläufen am Set zu befassen. Auch das
komplizierte System der deutschen Filmförderung nimmt sie unter
die Lupe und zeigt, warum zwischen der ersten Idee und der
Kinopremiere eines Arthouse-Films manchmal viele Jahre liegen.
Neben ihrer Werkstudententätigkeit bei „Achtung Panda!" arbeitet
Lotte selbst an zwei Projekten: Zum einen produziert sie im
Rahmen ihres Masterstudiums den Dokumentarfilm „Frauen auf der
Flucht" über Seenotrettung aus weiblicher Perspektive, entstanden
in Zusammenarbeit mit dem RBB und mit Unterstützung der
Berlin-Brandenburg-Filmförderung. Zum anderen arbeitet sie an
ihrem Abschlussprojekt, einem Spielfilm über queere
Sexarbeiter:innen mit dem Titel „The Melting Mood Of Ecstasy".
Beide Projekte könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau das
macht sie für Lotte so spannend: Dokumentation und Drama fordern
sie als Produzentin auf ganz verschiedene Weisen heraus.
Eine entscheidende Etappe auf ihrem Weg hin zur Arbeit als
Filmproduzentin war Lottes Bachelorstudium in
Kulturwissenschaften an der Leuphana. Queere und feministische
Theorien, die sie an der Universität in Lüneburg kennenlernte,
ermöglichten ihr einen neuen Blick auf gesellschaftliche
Problemstellungen, mit denen sie sich jetzt in ihren eigenen
Filmen auseinandersetzt. Was sie im Studium hier zudem gelernt
hat, ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion, ein Gefühl zu
entwickeln, was für sie selbst richtig ist und sie sich ganz und
gar lebendig fühlen lässt.
Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Warum
reicht es nach Lottes Einschätzung in der Filmproduktion nicht,
sich für gute Geschichten begeistern zu können, und welche
weiteren Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man in der
Filmwelt Fuß fassen möchte? Wie sieht der Weg aus, wenn ein Roman
für das Kino adaptiert werden soll? Und warum empfiehlt Lotte,
unbedingt in unabhängige Programmkinos zu gehen und sich deutsche
Filme anzusehen?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner
Das Gespräch fand statt im August 2024
Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen:
https://studium-und-dann.com/?p=13242
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