Überfüllte Notfälle: Braucht es die 50-Franken-Notfall-Gebühr?
Wer ohne Ambulanz oder Überweisung von Arzt auf den Notfall geht,
soll neu 50 Franken Gebühr bezahlen. Ja oder nein?
57 Minuten
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Beschreibung
vor 2 Tagen
Wer ohne Ambulanz oder Überweisung von Arzt auf den Notfall geht,
soll neu 50 Franken Gebühr bezahlen. Ja oder nein? Überlastete und
überfüllte Notfallaufnahmen in den Spitälern sorgen seit Jahren für
Schlagzeilen. Die Rede ist von langen Wartezeiten und überlastetem
Personal. Mit ein Grund: Viele Patientinnen und Patienten suchen
auch wegen Bagatellen oder einer simplen Grippe direkt den Notfall
auf. Ein Vorstoss der GLP will Abhilfe schaffen. In der aktuellen
Frühlingssession diskutiert der Nationalrat über einen Vorschlag
seiner Gesundheitskommission: Wer in der Schweiz eine
Notfallstation beansprucht, soll pauschal 50 Franken zusätzlich zum
Selbstbehalt bezahlen. Die Gebühr soll Patientinnen und Patienten
abschrecken, wegen Kleinigkeiten in eine Notaufnahme zu gehen – und
so die Stationen entlasten. Die Gebühr wäre allerdings nicht
obligatorisch für die ganze Schweiz. Die Kantone könnten freiwillig
über eine Einführung entscheiden. Was sagen Befürworter des
Vorstosses? Die Notfallstation zähle zu den teuersten Einrichtungen
unseres Gesundheitswesens. Sie sollte nur bei schweren Verletzungen
und Erkrankungen aufgesucht werden – nicht bei jedem «Bobo». Die
Gebühr solle Betroffene auf die Frage sensibilisieren, ob der
Notfall für ihr medizinisches Problem wirklich die richtige Adresse
ist. So könnten jene Patientinnen schneller behandelt werden, die
den Notfall wirklich dringend brauchen. Was sagen die Gegner? Aus
der Gesundheitsbranche kommt breiter Widerstand. Die Gebühr
verursache mehr Bürokratie und administrativen Aufwand und sei
unfair gegenüber chronisch Kranken. Zudem zeige eine Erhebung der
Krankenkasse Helsana: Der Anteil unnötiger Konsultationen sank von
rund 10 Prozent im Jahr 2014 auf 6,4 Prozent im Jahr 2024. Viele
Versicherte hätten zudem ein alternatives Versicherungsmodell
(Telemedizin, Hausarzt etc.) gewählt und dürften mit Bagatellen gar
nicht direkt ins Spital. Debatte im «Forum» Braucht es eine
50-Franken-Notfall-Gebühr, um die Notfallstationen zu entlasten?
Oder ist das unnötige «Pflästerlipolitik»? In der
Diskussionssendung «Forum» debattieren: • Patrick Hässig,
GLP-Nationalrat und Pflegefachmann im Kindernotfall des
Stadtspitals Zürich Triemli • Thomas Müller, Vorstandsmitglied der
Schweizerischen Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin
(SGNOR) und Chefarzt Notfallmedizin am Kantonsspital Graubünden
soll neu 50 Franken Gebühr bezahlen. Ja oder nein? Überlastete und
überfüllte Notfallaufnahmen in den Spitälern sorgen seit Jahren für
Schlagzeilen. Die Rede ist von langen Wartezeiten und überlastetem
Personal. Mit ein Grund: Viele Patientinnen und Patienten suchen
auch wegen Bagatellen oder einer simplen Grippe direkt den Notfall
auf. Ein Vorstoss der GLP will Abhilfe schaffen. In der aktuellen
Frühlingssession diskutiert der Nationalrat über einen Vorschlag
seiner Gesundheitskommission: Wer in der Schweiz eine
Notfallstation beansprucht, soll pauschal 50 Franken zusätzlich zum
Selbstbehalt bezahlen. Die Gebühr soll Patientinnen und Patienten
abschrecken, wegen Kleinigkeiten in eine Notaufnahme zu gehen – und
so die Stationen entlasten. Die Gebühr wäre allerdings nicht
obligatorisch für die ganze Schweiz. Die Kantone könnten freiwillig
über eine Einführung entscheiden. Was sagen Befürworter des
Vorstosses? Die Notfallstation zähle zu den teuersten Einrichtungen
unseres Gesundheitswesens. Sie sollte nur bei schweren Verletzungen
und Erkrankungen aufgesucht werden – nicht bei jedem «Bobo». Die
Gebühr solle Betroffene auf die Frage sensibilisieren, ob der
Notfall für ihr medizinisches Problem wirklich die richtige Adresse
ist. So könnten jene Patientinnen schneller behandelt werden, die
den Notfall wirklich dringend brauchen. Was sagen die Gegner? Aus
der Gesundheitsbranche kommt breiter Widerstand. Die Gebühr
verursache mehr Bürokratie und administrativen Aufwand und sei
unfair gegenüber chronisch Kranken. Zudem zeige eine Erhebung der
Krankenkasse Helsana: Der Anteil unnötiger Konsultationen sank von
rund 10 Prozent im Jahr 2014 auf 6,4 Prozent im Jahr 2024. Viele
Versicherte hätten zudem ein alternatives Versicherungsmodell
(Telemedizin, Hausarzt etc.) gewählt und dürften mit Bagatellen gar
nicht direkt ins Spital. Debatte im «Forum» Braucht es eine
50-Franken-Notfall-Gebühr, um die Notfallstationen zu entlasten?
Oder ist das unnötige «Pflästerlipolitik»? In der
Diskussionssendung «Forum» debattieren: • Patrick Hässig,
GLP-Nationalrat und Pflegefachmann im Kindernotfall des
Stadtspitals Zürich Triemli • Thomas Müller, Vorstandsmitglied der
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(SGNOR) und Chefarzt Notfallmedizin am Kantonsspital Graubünden
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