Beschreibung
vor 1 Woche
Sollen in der Schweiz neu zwölf statt nur vier Sonntagsverkäufe
möglich sein? Hilft das der Wirtschaft? Oder ist das unnötig und
belastet das Verkaufspersonal? In der Schweiz ist Sonntagsarbeit
grundsätzlich verboten, mit Ausnahmen für Branchen wie Spitäler,
Restaurants oder den ÖV. Im Detailhandel sind maximal vier
Sonntagsverkäufe pro Jahr erlaubt. Der Bundesrat unterstützt eine
Standesinitiative aus dem Kanton Zürich, welche die Zahl der
möglichen Sonntagsverkäufe von vier auf zwölf pro Jahr erhöhen
will. Nun diskutiert der Ständerat in der aktuellen Sommersession
über eine mögliche Gesetzesänderung. Befürworter sehen darin die
Chance, den Detailhandel gegenüber der Online-Konkurrenz zu stärken
und den Einkaufstourismus im Ausland einzudämmen. Sie
argumentieren, dies sei auch eine Anpassung an den heutigen
Lebensstil, da viele Berufstätige unter der Woche wenig Zeit zum
Einkaufen hätten. Zudem könnte Sonntagsarbeit für Studierende oder
Eltern eine willkommene Möglichkeit sein, ihr Einkommen
aufzubessern. Der Schweizer Detailhandelsverband Swiss Retail
Federation betont, dass genügend Personal an Sonntags- und
Abendarbeit interessiert sei. Zudem bleibe die Entscheidung über
zusätzliche Sonntagsöffnungen auch künftig bei den Kantonen – und
bei den jeweiligen Geschäften. Gewerkschaften, Frauenverbände und
kirchliche Organisationen warnen vor den negativen Folgen einer
Liberalisierung. Sie befürchten eine Verschlechterung der
Arbeitsbedingungen für das Verkaufspersonal. Sie zweifeln auch am
positiven Effekt für die Wirtschaft, da der Konsum primär vom
verfügbaren Einkommen und nicht von den Ladenöffnungszeiten
abhänge. Kritiker warnen zudem vor der Erosion des Sonntags als
gemeinsamen Ruhetag für Familie, Vereine und soziale Kontakte. Das
Volk habe solche Vorhaben schon mehrmals an der Urne verworfen.
Eine Ausweitung der Sonntagsverkäufe könnte auch den
Fachkräftemangel im Detailhandel verschärfen. Braucht es mehr
Sonntagsverkäufe in der Schweiz? Im FORUM diskutieren Gäste mit
Hörerinnen und Hörern: · Pro: Patrick Erny, Direktor Swiss Retail
Federation, Dachverband des Detailhandels · Contra: Serge Gnos,
Co-Geschäftsleiter Unia Zürich, Präsident Gewerkschaftsbund Kanton
Zürich
möglich sein? Hilft das der Wirtschaft? Oder ist das unnötig und
belastet das Verkaufspersonal? In der Schweiz ist Sonntagsarbeit
grundsätzlich verboten, mit Ausnahmen für Branchen wie Spitäler,
Restaurants oder den ÖV. Im Detailhandel sind maximal vier
Sonntagsverkäufe pro Jahr erlaubt. Der Bundesrat unterstützt eine
Standesinitiative aus dem Kanton Zürich, welche die Zahl der
möglichen Sonntagsverkäufe von vier auf zwölf pro Jahr erhöhen
will. Nun diskutiert der Ständerat in der aktuellen Sommersession
über eine mögliche Gesetzesänderung. Befürworter sehen darin die
Chance, den Detailhandel gegenüber der Online-Konkurrenz zu stärken
und den Einkaufstourismus im Ausland einzudämmen. Sie
argumentieren, dies sei auch eine Anpassung an den heutigen
Lebensstil, da viele Berufstätige unter der Woche wenig Zeit zum
Einkaufen hätten. Zudem könnte Sonntagsarbeit für Studierende oder
Eltern eine willkommene Möglichkeit sein, ihr Einkommen
aufzubessern. Der Schweizer Detailhandelsverband Swiss Retail
Federation betont, dass genügend Personal an Sonntags- und
Abendarbeit interessiert sei. Zudem bleibe die Entscheidung über
zusätzliche Sonntagsöffnungen auch künftig bei den Kantonen – und
bei den jeweiligen Geschäften. Gewerkschaften, Frauenverbände und
kirchliche Organisationen warnen vor den negativen Folgen einer
Liberalisierung. Sie befürchten eine Verschlechterung der
Arbeitsbedingungen für das Verkaufspersonal. Sie zweifeln auch am
positiven Effekt für die Wirtschaft, da der Konsum primär vom
verfügbaren Einkommen und nicht von den Ladenöffnungszeiten
abhänge. Kritiker warnen zudem vor der Erosion des Sonntags als
gemeinsamen Ruhetag für Familie, Vereine und soziale Kontakte. Das
Volk habe solche Vorhaben schon mehrmals an der Urne verworfen.
Eine Ausweitung der Sonntagsverkäufe könnte auch den
Fachkräftemangel im Detailhandel verschärfen. Braucht es mehr
Sonntagsverkäufe in der Schweiz? Im FORUM diskutieren Gäste mit
Hörerinnen und Hörern: · Pro: Patrick Erny, Direktor Swiss Retail
Federation, Dachverband des Detailhandels · Contra: Serge Gnos,
Co-Geschäftsleiter Unia Zürich, Präsident Gewerkschaftsbund Kanton
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