Harri Stojka: Ein Rom in Paris

Harri Stojka: Ein Rom in Paris

Eine Veranstaltung des österreichischen Kulturforums
29 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
„Gipsy Jazz“, Werke von Ceija Stojka und Gedichte von Johann Mongo
Stojka in der österreichischen Botschaft in Paris. Etwa 500.000
Roma und Sinti wurden in den KZ der Nazis ermordet. Etwa 200 von
ihnen lebten am Simmeringer Enkplatz 2 in Wien. 6 kamen aus
Auschwitz-Birkenau zurück. Unter ihnen der Vater von Harri Stojka.
Lange Zeit konnte und wollte er nicht über seine Erlebnisse
sprechen, begegnete seinen Traumata mit Kunst. Er komponierte,
schrieb Gedichte, auch ein Buch. Seinem Sohn Harri erlaubte er das
zu machen, wovon dieser überzeugt war, Gitarre zu spielen bis die
Finger rauchen. Ausgebildet von seinem Cousin Karl Ratzer wurde aus
Harri Stojka ein Meister der Improvisation, einer der bekanntesten
Jazzer in Österreich. Seine Gitarre spricht eine Sprache, die Jazz,
Blues, Soul und Swing mit der uralten Musiktradition der Roma
verwebt. Gemeinsam mit Claudius Jellinek hat er in der
österreichischen Botschaft, anlässlich der Soirée die am Holocaust
Gedenktag den Opfern der Shoah, insbesondere der Familie Stojka
gewidmet war, musiziert, daran erinnert, dass seine Vorfahren durch
die Hölle gegangen sind. Dazu gehört auch seine Tante Ceija Stojka.
Auch sie ist zurückgekommen. Auch sie hat die Traumata durch ihre
Kreativität bewältigt. Mit 50 Jahren begann sie zu malen, Bücher zu
schreiben. Ihre Werke wurden in der österreichischen Botschaft am
„Holocaust Gedenktag“ gezeigt. Es war ein Auftakt zur Ausstellung
im Kunsthistorischen Museum in Besançon Ende Februar. Etwa 100
Werke werden von ihr zu sehen sein. Organisiert hat die Soirée die
Direktorin des österreichischen Kulturforums in Paris Julia
Thallinger mit ihrem Team. Es war ein Abend, der im besten Sinne
gezeigt hat, was österreichische Kulturdiplomatie leisten kann. Das
Interesse an der Geschichte der Familie Stojka war groß, das
Interesse an deren künstlerischer Ausdruckskraft beeindruckend.
Übrigens: Das Bundesministerium für europäische und internationale
Angelegenheiten und der Nationalfonds schreiben im Rahmen des
Projekts „Erinnerung im Dialog“ zwei Forschungsaufenthalte für die
Dauer von drei Monaten ab Mai 2026 aus. Sie können Teil des
Projekts werden und sich bis 27. Februar 2026 bewerben. Und zwar
für einen Aufenthalt in London und einen in Tel Aviv. Valerie
Stojka In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im
zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort,
die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und
Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat,
abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über
eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.
https://www.bmeia.gv.at https://wissensart.at
https://www.nationalfonds.org/erinnerung-im-dialog

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