Podcaster
Episoden
15.02.2026
13 Minuten
„Wenn man ganz groß ist, darf man auch einmal klein sein.“ Wer war
Thomas Bernhard, der diesen Satz zu seiner Halbschwester Susanne
Kuhn sagte. Zweifelsfrei war er einer der bedeutendsten
österreichischen Schriftsteller. Einer, der es sich selbst und
seiner Umgebung nicht immer leicht gemacht hat. Einer der in seinen
Theaterstücken die wunden Punkte der Österreicherinnen und
Österreicher messerscharf beschrieben hat. Ein Schriftsteller, der
in Claus Peymann, einen kongenialen Partner gefunden hat. Der
Theatermacher, der von 1986 bis 1999 Direktor am Burgtheater war,
hatte immer wieder Werke von Thomas Bernhard uraufgeführt. Einige
wurden zu einem Skandal. Man denke an Heldenplatz. Aber auch
„Ritter, Dene, Voss“, „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht
mit mir essen“ oder schon vor der Peymann Ära, „Die
Jagdgesellschaft“ 1974 sorgten für Diskussionen. Die Salzburger
Festspiele brachten ebenso Stücke von Thomas Bernhard erstmals auf
die Bühne. Z. B. 1972 der " Ignorant und der Wahnsinnige" und "Der
Theatermacher" 1984 in der Inszenierung von Claus Peymann. Hermann
Beil übernahm die Produktionsdramaturgie. Oft sah ich Thomas
Bernhard mit Claus Peymann in Gmunden am Traunsse im damaligen
Parkhotel sitzen wenn ich in meiner frühen Jugend in die Stadt
radelte. Später durfte ich die beiden Herren kennenlernen. Es waren
Interviews für die Ö 1 Sendung das Salzburger Nachtstudio. Nun
schließt sich der Kreis mit dem Gespräch mit Susanne Kuhn, der
Halbschwester von Thomas Bernhard. Sie hat mit ihm drei Wochen in
Torremolinos verbracht und ihre Erlebnisse in einem Buch
niedergeschrieben, das im Korrektur Verlag erschienen ist. In
diesem Buch ist auch ein Gespräch mit dem Germanisten Manfred
Mittermayer zu lesen und sind Comics von Nicolas Mahler zu
betrachten. Elisabeth J. Nöstlinger Wenn Ihnen Gehörtes gefallen
hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns
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13.02.2026
23 Minuten
Drei Wochen mit Thomas Bernhard in Torremolinos von Susanne Kuhn,
mit Karikaturen von Nicolas Mahler und einem Gespräch zwischen
Susanne Kuhn und dem Germanisten Manfred Mittermayer, erschienen im
Korrektur Verlag. Drei Wochen lang hat Susanne Kuhn ihr
Improvisationstalent im Süden Spaniens unter Beweis gestellt.
Launen ertragen und ihre Ängste nicht gezeigt. Die Flugangst
beispielsweise oder die Angst in einen Lift steigen zu müssen, erst
recht die Angst aus einem Fenster eines hohen Stockwerks zu
blicken. Im Gespräch mit Elisabeth J. Nöstlinger geht Susanne Kuhn
weit über die Erlebnisse dieser Reise hinaus, erzählt die
Familiengeschichte; erzählt über den Großvater, den
Seelenzerstörer. So herausfordernd die Reise für Susanne Kuhn auch
war, empfindet sie die Zeit auch beglückend, war sie doch nie zuvor
drei Wochen durchgehend mit ihrem verehrten Halbbruder zusammen
gewesen. Zum 95. Geburtstag von Thomas Bernhard ist vielen bewusst
geworden, wie sehr der Dichter fehlt. Zu seinem Todestag am 12.
Februar erzählt Susanne Kuhn weitere Episoden aus ihrem gemeinsamen
Leben und der Germanist Manfred Mittermayer fügt hinzu. Zu hören
wieder bei wissensART, dem Podcast der Wissenschaft und Kunst
vereint und überall wo es Podcasts zu hören gibt. Privat Wenn Ihnen
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08.02.2026
34 Minuten
Osttiroler Klänge verändern die Wahrnehmung der
Terrakotta-Skulpturen im Atelier von Rosmarie Lukasser. Es sind
leuchtenden Annäherungen an die digitale Welt. Sie verschieben Nähe
und Distanz, lassen Wirklichkeiten ineinander verschmelzen. Draußen
der Lärm des belebten zweiten Wiener Gemeindebezirkes, drinnen
eröffnet sich eine andere Welt. Es ist die Welt der Rosmarie
Lukasser. Eine Welt, die ihre Osttiroler Herkunft in die digitale
Welt einbindet. In der gespenstischen Dunkelheit verändert sich die
Wahrnehmung. Gestern und heute verschwimmen. Vor mir sitzt die
Zitherspielerin in Osttiroler Tracht, einer schwarzen Tracht. Die
Kopfbedeckung – ein Stück aus dem Erbe von Rosmarie Lukassers
Großmutter - ziert eine Stirnlampe. Sie gibt nicht nur Licht,
sondern zitiert die kleinen Lämpchen, die sich in den
Ton-Skulpturen von Rosmarie Lukasser finden. Zeit und Raum
verschwimmen. Eine performative Erzählung beginnt. Sie ist der
Auftakt zur Ausstellung in der Gmunden Keramik, die am 12. Februar
2026 eröffnet wird. Rosmarie Lukassers war mit vier anderen
Künstler:innen, im Sommer 2025, Artist in Residence in der Gmundner
Keramik. Die Academy of Ceramics Gmunden AoCG ist eine Initiative
von Gmundner Keramik und OÖ Landes-Kultur GmbH. Sie fördert
Austausch und Inspiration zwischen einem der ältesten
Keramikstandorte Europas und zeitgenössischen Künstler:innen.
Artist-in-Residence-Aufenthalte, Ausstellungen und Diskursformate
stärken den Transfer von künstlerischem und handwerklichem
Know-how. Die AoCG knüpft damit an die Tradition der Verbindung von
Handwerk und Bildender Kunst an. Diese reicht bis zur Wiener
Keramik aus Gmunden zurück. Kuratiert wurde die Ausstellung, die ab
12. Februar 2026 zu sehen ist, von Genoveva Rückert. Eröffnet wird
sie von Sepp Schellhorn, Staatssekretär für europäische und
internationale Angelegenheiten, Helga Rabl-Stadler und Simon Mraz,
Artists Solidarity Program Europe, BMEIA. ASOP ist ein Programm,
welches besonders Künstler:innen aus der Ukraine die Chance gibt,
in Österreich zu arbeiten und sich zu vernetzen. Elisabeth J.
Nöstlinger In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im
zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort,
die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und
Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat,
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19.01.2026
6 Minuten
Was ist wahr, was ist falsch, was ist Schein. Diese Frage
beschäftigte Frieder Danielis lebenslang. Er diskutierte sie mit
dem Philosophen Martin Buber, dem Historiker Eric Hobsbawm und dem
Schriftsteller Elias Canetti. Allesamt Geistesgrößen des 20.
Jahrhunderts. Wer waren diese Männer, die das Denken einer
Generation prägten? Martin Buber, das war der große Denker, der
wusste, dass sich das Ich am Du entfaltet, Eric Hobsbaum, war der
marxistisch orientierte britische Universalhistoriker mit sozial-
und wirtschaftshistorischen Schwerpunkten, der das deutsche
Kaiserreich, das britische Empire, das Nazireich und schließlich
auch das Sowjetreich überlebte und Elias Canetti, das war der
bulgarisch, britische Schriftsteller, der 1981 den
Literaturnobelpreis erhalten hat. Viele dieser Gespräche haben im
Salon des österreichischen Diplomaten Ingo Mussi und seiner Frau
Renate stattgefunden. Auch Georg Eissler, der österreichische Maler
ging dort ein und aus. Was für ein Umfeld für die Entfaltung des
malerischen Talents des Autodidakten Frieder Danielis. Aus
Reichenhall war er als Bub nach Salzburg gekommen, um ins Gymnasium
zu gehen. Bald jedoch faszinierten ihn die Bilder in den Auslagen
der Galerie Welz. Er schmiss die Schule hin und arbeitete in der
Buchhandlung und der Galerie Welz. Bald zog es ihn jedoch nach
Venedig, Mailand, Udine, nach London und nach New York. Dort hatte
er mit seiner geliebten Frau Susan Salm bis zu seinem Lebensende
eine kleine Wohnung. Aber auch Venedig und Wien nannte er sein
Zuhause. Empfing dort wie da Freunde, bekochte sie und genoss die
Musik von Susan Salm, wenn sie am Cello übte. Stets war das
Musikalische, das Leichte in seinen Arbeiten präsent, vor allem in
jenen, die ich kenne, die in meinem Besitz sind. "Mozart springt
kopfüber über die Brücke", heißt eines davon, gemalt mit Farbkreide
und Farbstiften. "Mein Quartett" heißen vier Pastellwerke in der
Größe von 33 x 39 cm. Ganz besonders sind auch sechs Skizzen, die
der Künstler mit Wasserfarben malte und die von der Rahmenhandlung
Wohlleb in einem wunderschönen Rahmen zusammengefügt wurden. Themen
in Bildzyklen zusammenzufassen, war charakteristisch für Frieder
Danielis. Sein Interesse galt der Veränderung und Abwandlung eines
fortlaufenden Grundthemas. Innerhalb eines Bildzyklus entstanden
durchdachte Kompositionen. Formen und Strukturen variierten -
genauso Materialien und Techniken. So entstanden Pastelle und
Gouachen auf Papier, sowie Eitemperaarbeiten auf Leinwand.
Vorwiegend bemalte Frieder Danielis die gesamte Fläche. Die
exzellente Qualität des Papiers kommt dennoch zur Geltung. Meist
erfreut ein bewegendes Leuchten in heller oder starker Farbigkeit
das Auge. Manchmal sind es auch Pastelltöne. Unbeschwert und
leicht. Es muss wohl so um das Jahr 1955 gewesen sein, da setzte
der Knabe Frieder Danielis unbeschwert und leicht zu einem Sprung
über die Mauer des Schlosses Leopoldskron in Max Reinhards Garten
an.Dort fotografierte er mit der Kamera seines Bruders;
fotografierte die kleinen Putti, Pferdchen und Statuen und fragte
sich, was ist wahr, was ist falsch und was ist Schein. Vieles lässt
sich erahnen, denn kein Werk ist final, keine Linie zu Ende
gezogen, so als warte es auf eine neue Interpretation. Macht das
nicht neugierig? Nach Terminvereinbarung unter der e-mail
wissensart@wissensart sind die Werke in der Salon Galerie zu sehen.
Elisabeth J. Nöstlinger Werke von Frieder Danielis befinden sich in
öffentlichen Sammlungen, u. a. in Wien in der Albertina und im Wien
Museum; im Rupertinum Salzburg; im Museo Civico Triest; im
Lindau-Museum, Altenburg und San Franciso Museum of Modern Art,
Kalifornien.
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08.01.2026
28 Minuten
Die Lyrikerin spielt mit Sprache, sieht Worte als ihr Instrument,
komponiert mit ihnen eine Sprachmelodie. Viele Jahre hat Siljarosa
Schletterer Geige gespielt, doch dann hat sie sich doch
entschieden, sich das Verbindende einer poetischen Gesellschaft zum
Lebensziel zu machen. Dabei steht das Zusammenspiel von Musik und
Sprache im Mittelpunkt ihres Schaffens. Die Geige hat sie zur Seite
gelegt. Ihr erstes Buch hat Siljarosa Schletterer den Flüssen
gewidmet. Es heißt Flussdikdate. Die Texte sind direkt an Flüssen
und Seen entstanden, personifizieren diese Gewässer und erkunden,
was Wasser "diktieren" kann. Koordinaten und Orte spielen dabei
eine wichtige Rolle. „Entschämungen, Körperkantate“, erschienen bei
Limbus Lyrik 2025 ist das neueste Buch von Siljarosa Schletterer.
Musik, Körper und Sprache finden in diesem Buch zu einem neuen
Rhythmus. Und wie der Titel des Lyrikbandes schon sagt, geht es
darin um Körper, um Scham und wie sich das transgenerationelle
Trauma in unserem Gedächtnis und Körper festsetzt. Siljarosa
Schletterer, Copyright: Dino Bossnini In der Podcast-Serie, „Kunst
im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene
Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit
mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
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