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Karin Bergmann: Die begehrte Theaterfachfrau
04.04.2026
10 Minuten
Karin Bergmann leitet seit 2022 das Schauspiel bei den Salzkammergut Festwochen. Gut vernetzt in der Theaterwelt bringt sie Jahr für Jahr große Schauspieler und Schauspielerinnen an den Traunsee, macht ein Programm, das den Vergleich mit anderen Festspielen nicht zu scheuen braucht. Über 20 Jahre hat sie am Burgtheater in verschiedenen Funktionen gearbeitet, zuletzt als Direktorin. 5 Jahre lang hat sie das in die Schieflage gekommene Haus wieder aufgerichtet. Das wusste auch Markus Hinterhäuser, der langjährige Intendant der Salzburger Festspiele. Für das Sommerprogramm 2026 tauschte er sich mit seiner „lieben Freundin“ Karin aus, wollte sie für die Salzburger Festspiele als Leiterin des Schauspiels gewinnen. Die Geschichte nahm kein gutes Ende, wir wissen es. Markus Hinterhäuser scheiterte, räumte bereits sein Büro. Sein Programm steht. Wie wird es umgesetzt? Wer spricht mit den Künstlerinnen und Künstlern, wer entscheidend anstehende Problemstellungen? Karin Bergmann hat sich während der Tumulte um die Salzburger Festspiele nie ein Wort über die Ereignisse gesprochen. Jedenfalls nicht öffentlich. Aber vielleicht wird sie jetzt gefragt, im Sommer das Theaterprogramm zu übernehmen, um erneut ein Haus aus der Bredouille zu ziehen. Dass sie es kann, hat sie bereits andernorts bewiesen. Vielleicht würde ihr Markus Hinterhäuser aus der Ferne sogar wohlwollend zusehen, wir wissen es nicht. Was wir wissen, ist, was Karin Bergmann im Sommer bei den Salzkammergut Festwochen vorhat. So viel vorweg: Schauspielerinnen und Schauspieler, die bei den Salzburger Festspielen auftreten, sind auch am Traunsee zu sehen. Der ehemalige Intendant Sven-Eric Bechtolf wird Rudolf Herrenstein in Elisabeth II. Keine Komödie in Thomas Bernhard's gleichnamigen Stück geben. Man darf sich auf das Thomas Bernhard.Fest, das Bachmann.Fest und auf die Stars der Zukunft freuen. SF/Marco Riebler / Markus Hinterhäuser Rudi Gigler/ Karin Bergmann Weiterführende Links: https://salzburgerfestspiele.at https://www.festwochen-gmunden.at https://wissensart.at/ Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.
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Georg Baselitz Jetzt
02.04.2026
8 Minuten
„Licht aus, aus, aus“ heißt ein Werk von Georg Baselitz gleich neben dem Eingang des zweiten Stockwerkes im Museum der Moderne am Mönchsberg in Salzburg. Dort ist dem Gegenwartskünstler anlässlich seines 88. Geburtstages eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden Werke aus den Jahren 2015 bis heute. Mit Öl und Gold hat der Wahlsalzburger 2019 das Werk mit dem Titel „Licht aus, aus, aus“ geschaffen. Seine beiden Figuren sind auf den Kopf gestellt. Das macht Georg Baselitz seit den 1960er Jahren. Damals stellte er mit mehreren „Manifesten“ die Kunstwelt der Nachkriegszeit auf den Kopf. Es sind beeindruckende Doppelporträts oder Pendant-Bilder, die in zwei Sälen im Museum der Moderne gezeigt werden. Sie reflektieren Themen wie Alter, Schwäche und Vergänglichkeit – und nicht zuletzt die eigene Biografie des Künstlers und die seiner Frau Elke. Mit ihr ist er seit 1965 verheiratet. Sie ist meist an seiner Seite, dokumentiert den Fortgang seiner Arbeit mit der Pocketkamera und fungiert als erste Kritikerin ihres Mannes. „Ich kann nicht Sex“ heißt ein Riesenformat, das gleich links neben der Eingangstüre der Ausstellung im Museum der Moderne am Mönchsberg hängt. Es zeigt einen Adler mit dem Kopf nach unten. Mit dem Direktor des Museums der Moderne Harald Krejci kuratierte Tina Teufel die Ausstellung. Sie meint zu diesem Gemälde, dass es jede Assoziation mit dem Wappentier verweigere und verweist auf das filigran-durchsichtige Gefieder. Am Ende der Ausstellung zeigt ein Bild zwei Figuren, Skelette. Sie halten einander an der Hand. „Displaced Persons“ heißt das Doppelporträt in denen Baselitz seine Frau Elke und sich darstellt. Es ist 2020 in fast „röntgenartiger Qualität“ entstanden ist, wie Harald Krejci bemerkt. Schade, dass der große Künstler beim Presserundgang an einem Virus erkrankt war und zu diesem Werk nicht befragt werden konnte. 2025 wohnte er im Rollstuhl der Premiere der Strawinsky Oper „Die Geschichte vom Soldaten“ bei. Er hatte dafür die Marionetten entworfen. Auf wissensART ist dazu ein Podcast zu hören. Der Titel: „Georg Baselitz: Große Kunst an feinen Fäden“. Martin Müller Weiterführende Links: https://salzburgerfestspiele.at https://ropac.net https://wissensart.at www.museumdermoderne.at Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify.
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Fastentücher von Arnulf Rainer, Erwin Wurm und Peter Baldinger
30.03.2026
14 Minuten
Überlegungen zu künstlerischen Fastentüchern von Erwin Wurm, Peter Baldinger und den Kreuzen von Arnulf Rainer im Wiener Stephansdom. 77 Kreuze des Künstlers Arnulf Rainer sind während der Fastenzeit im Wiener Stephansdom zu sehen. Es sind sieben Kreuze auf Holz sowie 70 Kreuz-Kaltnadelradierungen, die der Künstler von 1956 bis 2014 geschaffen hat. Die Werke im Stephansdom stammen aus der Sammlung Werner Trenker. Arnulf Rainer hatte kurz vor seinem Tod die Hängung seiner Kreuze im Wiener Stephansdom verboten. Sie hätten keinen religiösen Zusammenhang meinte der international bekannte Künstler. „Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen soll das Kreuz als Symbol an die Kernbotschaften des Christentums – Liebe, Mitgefühl, Vergebung und den unerschütterlichen Glauben an das Gute – erinnern, hieß es in einer Presseaussendung. Das Kreuz sei dabei auch als Symbol der bleibenden Werte des Christentums zu verstehen, das seit Jahrhunderten Orientierung, Trost und Hoffnung spendet. In der 77, so heißt es weiter, spiegle sich die Zahl ‚Sieben‘ als Symbol für Vollendung, Glaube und geistige Ordnung wider, die sich als zentrales Motiv leitend durch die Präsentation im Stephansdom ziehen soll.“ Arnulf Rainer, der als Vorläufer und Wegbegleiter des Wiener Aktionismus zählte, starb im Dezember 2025. Es konnte mit ihm kein Interview über die Hängung seiner Kreuze geführt werden. Seine Werke werden weiter gezeigt, hängen in Sammlungen. Auskunft dazu gerne via E-Mail wissensart@wissensart.at Im Podcast erinnere ich auch an das Fastentuch von Peter Baldinger und an jenes von Erwin Wurm. Erinnern sie sich an die Steine, die im Jahr 2019 im Wiener Stephansdom von der Decke fielen, das Mittelschiff der Kirche ausfüllten? Es war das Ergebnis der zweiten Einladung, die der Künstler Peter Baldinger von Dompfarrer Toni Faber und Dombaumeister Wolfgang Zehetner erhielt, das Fastentuch zu gestalten. Darüber hinaus sollte er die Liturgie vom Aschermittwoch bis zu Pfingsten künstlerisch begleiten. 1.332 Papierobjekte schwebten während dieser Zeit in sieben Meter Höhe über den Köpfen der Besucher. Violett während der Fastenzeit, rot zu Ostern und weiß zu Pfingsten. In diesen drei Lichtstimmungen verwies die Installation „Sky of Stones“ auf die vielen Steinsymbole in der Heiligen Schrift und auf den Steinigungstod des Märtyrers Stephanus. Zeitgenössische Kunst paarte sich mit dem gotischen Bauwerk, ergänzte den Blick aus heutiger Sicht auf den sakralen Ort. Über die Herausforderung das gotische Langhaus des Doms zu gestalten, erzählt Peter Baldinger in diesem Podcast. Kunst und Glaube, diese Beziehung steht während der Fastenzeit in vielen österreichischen Kirchen im Mittelpunkt. Oder sagen wir: zur Diskussion. Regt an oder regt auf, wie seinerzeit die überdimensionierte Wärmeflasche von Erwin Wurm. An liebende und wärmende Zuwendung soll dieses 4 m große, orange Kunstwerk auf der Südseite des Doms erinnern. Drinnen verhüllte ein 80 m² großer violetter Strickpulli den Hochaltar. Erwin Wurm sah in diesem Werk eine Verbindung mit der Schutzmantelmadonna und meinte, dass uns auch ein Pullover umhülle und wärmt. Im Podcast spricht er vom Zweifel des Künstlers. Musikalisch wird der Podcast von Angaangag begleitet, dem Eskimo, der auf seine Art und Weise gegen die Klimaerwärmung kämpft, die von der Eisschmelze begleitet wird. Er hat Anhänger und Gegner. Aber er kämpft für seine Überzeugung, der eine Spiritualität zugrunde liegt. Das erinnert an den Mann von Nazareth und an den Mythos von Ostern.: Arnulf Rainer, Kreuz, Kaltnadelradierung, 30 x 40 cm, re.un. sign. Nr. 4/35 Weiterführende Links: https://wissensart.at
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Internationaler Frauentag: Frauen, Frieden, Sicherheit
29.03.2026
26 Minuten
„Wir müssen Frauenrechte immer und überall verteidigen: international, in Europa und auch in Österreich“, sagt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Schon vor dem 8. März machte die „Auslandskultur“ im Außenministerium bei einer Netzwerkveranstaltung zum Internationalen Frauentag deutlich: „Frauenrechte gelten zu jeder Zeit und an jedem Ort! Die Gleichstellung der Geschlechter weltweit ist und bleibt ein Kernthema der österreichischen Außenpolitik“. Fünf Frauen aus unterschiedlichen Kulturen diskutierten anlässlich des internationalen Frauentages im Außenministerium das Thema Frauen, Frieden, Sicherheit. Es waren dies: Miriam Mukalazi, promovierte Politikwissenschafterin am Institut für International Dialoge and Cooperation Sie ist promovierte Politikwissenschaftlerin im Bereich Sicherheitspolitik und forschte u.a. am European University Institute in Florenz, der Georgetown University in Washington D.C. und am Institute for Peace and Security Studies in Addis Abeba. Zuvor arbeitete sie bei UN Women Deutschland sowie als Consultant für die Weltbank, die Europäische Kommission und für politische Stiftungen. Natalie Halla, Regisseurin und Filmemacherin Maryam Mohammadi, Fotografin und Kuratorin Viola Raheb, Theologin, Friedensaktivistin und Programmdirektorin von Pro Oriente Tatja Skhirtladze Regisseurin und Lehrende der Universität für Angewandte Kunst Moderation: Eser Akbaba Die Sängerin Vazista wurde am Klavier von Julius Meisse begleitet. Der Podcast bietet Ausschnitte aus der Veranstaltung zum „Internationalen Frauentag“. Seit 1975 wird dieser am 8. März begangen. Seine Wurzeln reichen weit zurück: Bereits 1910 beschlossen Frauen aus 17 Ländern auf einer internationalen sozialistischen Frauenkonferenz die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentags – damals noch am 19. März. Nur ein Jahr später fanden in mehreren europäischen Ländern sowie den USA erstmals Kundgebungen zu diesem Anlass statt. Zu dieser Zeit stand die Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts, aber auch der Kampf für Arbeitnehmerinnenrechte im Fokus. Heute geht es um Freiheit und Sicherheit, Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung. Für alle Frauen. Überall auf der Welt. Elisabeth J. Nöstlinger In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at https://www.bmeia.gv.at https://wissensart.at Auskunft: wissensart@wissensart.at
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Elias Hirschl: Feuerwerker der Sprache
28.03.2026
22 Minuten
Mit Begeisterung wirbelt der Autor, Poetry-Slammer und Musiker Elias Hirschl Fakten und Visionen durcheinander. Sein Schreibstil beschränkt sich auf keine Technik. Für sein Feuerwerk an Geschichten verwendet er alle sich bietenden Möglichkeiten der Postmoderne und führt damit seine Leser mitunter in die Irre. Seine Satire „Salonfähig“ wurde jedoch von der Realität überholt und die „Slim-Fit-Politiker“ haben den Ingeborg Bachmann Publikumspreisträger berühmt gemacht. In seinem neuesten Buch „Schleifen“ hat sich Elias Hirsch mit der Sprachphilosophie des Wiener Kreises beschäftigt. Darin dreht sich alles um die Macht der Sprache. Grausam und großartig zugleich. Elias Hirschl ist ein Meister darin, die Trends und Stimmungen einer ganzen Epoche einzufangen und dabei eine neue Sprache zu kreieren. Provokativ, verirrend und produktiv mixt er Fiktion und Realität durcheinander. Nicht so im Buch „schreibART AUSTRIA“ der Auslandskultur. Hier erzählt der „Liebling der Linksintellektuellen“ begeistert seine Erfahrungen mit österreichischen Kulturforen auf seinen Lesereisen. Wahrheitsgemäß. Für unser „Kunst im Gespräch“ kommt er in Hose und Pullover. Manchmal tritt er im Kleid oder Rock auf. Er findet es praktisch. Mehr nicht. Oder ist es doch ein Statement des Autors, Bandleaders und früheren Meisters des Poetry-Slams der seit Jahren auf den Bühnen steht? Petra Weixelbraun In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. https://www.bmeia.gv.at https://wissensart.at https://www.hanser-literaturverlage.de/verlage/zsolnay-c-71
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