363. DE Navigation überspringen Suchen Erstellen Avatarbild Steuer-Abzocke auf Kapitalerträge: Papiergewinne sollen versteuert werden. - Prof Rieck
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vor 2 Tagen
Steuer-Abzocke auf Kapitalerträge: Papiergewinne sollen
versteuert werden. In Holland hat gerade ein Gesetz die erste
Hürde passiert, das Luftgewinne besteuern will. Hier einige
Simulationen zur Wirkung einer solchen Steuer. Spoiler: Sie macht
Altersvorsorge praktisch unmöglich. Beispielrechnung zum
Gedankenexperiment:
https://x.com/BitcoinNewsCom/status/2021978390870347923?s=20
Vereinfachte Berechnung bei Null-Volatilität und mit Freibetrag:
https://x.com/EneNoob/status/2014629098518139344?s=20 WEITERE
INFORMATIONEN VON TEAM RIECK
Das Vermögensteuer-Paradoxon: Strategische Fehlanreize Das
deutsche Bundesverfassungsgericht rügte die Vermögensteuer 1997
nicht aus moralischen Gründen, sondern wegen Verstoßes gegen das
Gleichheitsprinzip: Die Unterbewertung von Immobilien gegenüber
Geldvermögen verzerrte das Spielfeld. Eine Steuer auf
unrealisierte Gewinne ist faktisch eine jährliche Vermögensteuer
mit variablem Hebel. Frankreichs Erfahrung zeigt das Ergebnis:
Die Kapitalflucht war so massiv, dass die Mindereinnahmen bei
anderen Steuerarten den Ertrag der neuen Steuer bei weitem
übertrafen. Der Staat spielt hier gegen seine eigenen
langfristigen Interessen.
Das Liquiditäts-Dilemma: Erzwungene Liquidation Wer ein hohes
Vermögen auf dem Papier besitzt, aber über wenig Bargeld verfügt
– wie ein Startup-Gründer oder ein Landwirt –, wird durch eine
Steuer auf fiktive Gewinne zu einem verlustreichen Schritt
gezwungen: dem Teilverkauf seiner Substanz. Wer Anteile veräußern
muss, um Steuern auf einen theoretischen Buchwert zu zahlen,
verliert strategischen Einfluss und die Motivation, das
Unternehmen weiter zu skalieren.
Internationaler Standortwettbewerb: Bestrafung für den Verbleib
Viele Länder kennen eine Wegzugsbesteuerung – eine einmalige
Gebühr beim Verlassen des Spielfelds. Der niederländische Vorstoß
geht weiter: Er führt eine permanente Gebühr für die bloße
Teilnahme am heimischen Markt ein. Wenn ein Land einseitig die
Regeln verschärft, während die Nachbarn stabil bleiben,
provoziert dies Ausweichreaktionen, die den Standort nachhaltig
schwächen.
Verhaltensökonomik: Die Gefahr der Panikverkäufe Verluste wiegen
in der menschlichen Wahrnehmung etwa doppelt so schwer wie
Gewinne. Sinken die Kurse nach einem Steuerstichtag, müssen viele
Anleger gleichzeitig verkaufen, um die Steuerschuld für Gewinne
zu begleichen, die auf dem Papier längst wieder verschwunden
sind. Dies kann Marktabstürze wie eine Lawine beschleunigen.
Die Asymmetrie des Verlustvortrags Der Staat partizipiert bei
Buchgewinnen sofort durch eine cash-wirksame Zahlung. Verluste
hingegen werden meist nur als steuerlicher Vortrag für die
Zukunft gewährt. Die sofortige Zahlung entzieht dem Anleger
Kapital, das nicht mehr für Zinseszinsen arbeiten kann. Der Staat
agiert als Partner, der die Gewinne sofort einstreicht, sich aber
bei den Verlusten auf einen Gutschein für später zurückzieht.
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