Ohrenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung | Dr. Andrea Morawe erklärt

Ohrenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung | Dr. Andrea Morawe erklärt

28 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat

In den letzten Wochen war das Thema präsenter in der
Hausarztpraxis und in der kinderärztlichen Praxis: Die
Ohrenentzündung. Das ist tatsächlich einer der häufigsten
Beratungsanlässe in der Praxis. Kaum ein Kind kommt ohne
mindestens eine Mittelohr-Entzündung durch die ersten
Lebensjahre. Doch wo kommt das her? Wann muss ich zum Arzt?
Welches Hausmittelchen hilft?


Darüber spricht Dr. Andrea Morawe in ihrer neuen Folge von
„LandMEDchen“.


Die Otitis (Ohrenentzündung) gibt es in verschiedenen Varianten,
denn das Ohr wird in 3 Abschnitte gegliedert: Äußeres, mittleres
und Innenohr.


Die Otitis Externa ist die Entzündung des äußeren Gehörgangs,
also der Haut zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. Auslöser
können Feuchtigkeit oder mechanische Reizung sein. Andrea
beobachtet das oft nach den Sommerferien, wenn Kinder viel
geplanscht haben. Kleine Hautverletzungen durch Wattestäbchen
oder das Arbeiten im Garten sowie Kälte und Wind können Gründe
sein.


Charakteristisch für die Otitis Externa ist ein starker Schmerz
bei Druck im Bereich der Ohrmuschel und des Tragus, Juckreiz,
Schwellung, Rötung und manchmal sogar eine Sekretabsonderung.
Wichtig: Das ist keine klassische Erkältungskrankheit!





Die Otitis Media ist die Mittelohrentzündung, welche oft mit
einem Infekt der oberen Atemwege zusammenhängt. Grund ist eine
Belüftungsstörung der Ohrtrompete. Normalerweise ist das
Mittelohr nämlich ein luftgefüllter Raum, wenn dieser gestört
ist, entsteht ein Unterdruck und so sammelt sich Flüssigkeit.
Symptome sind starker, pulsierender Ohrenschmerz, Druckgefühl,
Hörminderung und Fieber. Kinder sind oft sehr unruhig bei einer
Mittelohrentzündung.





Die Seriöse Otitis Media wird auch Paukenerguss genannt. Hierbei
sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, meist nach einem
Infekt. Das Problem: Meist hat man keine Schmerzen, sondern eine
akute Hörminderung. Dadurch wird der Paukenerguss bei Kindern oft
erst spät erkannt, kann jedoch Auswirkungen auf die
Sprachentwicklung haben.


Ursachen können virale Infektionen sein (selten bakterielle),
deswegen sind Ärzt:innen auch mit Antibiotika eher zurückhaltend.





Kinder haben eine kürzere, breitere und oft waagerecht
verlaufende Ohrtrompete, welche das Eindringen der Keime
erleichtert. Deswegen haben sie auch öfter Mittelohrentzündungen
- bis zum Schulalter haben 80% der Kinder mindestens eine erlebt.





Hausmittel, die zunächst helfen, sind milde Wärme von außen, z.B.
durch eine Rotlichtlampe oder ein Kirschkernkissen, Ibuprofen
oder Paracetamol zur Schmerzlinderung, abschwellende Nasensprays
und viel trinken.


Für Zwiebelsäckchen gibt es keine Datenlage.


Wichtig ist, nichts ins Ohr einzubringen.





Wie kann man präventiv vorgehen?


Andrea empfiehlt eine rauchfreie Umgebung, die Impfung gegen
Pneumokokken, gute Nasenpflege bei Infekten, die Ohren trocken zu
halten und tatsächlich vor Wind und Kälte zu schützen – die Mütze
hilft also wirklich. Auch Stillen ist für die Entwicklung des
Immunsystems immens wichtig.





Als Ohrhygiene empfiehlt Andrea: GAR NIX!


Ohrenschmalz ist ein Schutzmechanismus vom Körper, Ohrenstäbchen
sorgen bei der Reinigung dafür, dass wir ihn nur weiter ins Ohr
reinschieben und uns möglicherweise dabei verletzen.


Im Zweifel sollte man diesen von einem HNO entfernen lassen.





In-Ear-Kopfhörer können übrigens Pilzinfektionen im Ohr
begünstigen, deswegen sollte man sie regelmäßig säubern.








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