BMW sieht gute Marktaussichten für die Brennstoffzelle
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vor 4 Tagen
BMW lässt sich von den Zulassungszahlen von Pkw-Fahrzeugen
mit Brennstoffzellenantrieb nicht beirren. Die Bayern
wollen 2028 in Kooperation mit Toyota ihr erstes
Serienmodell auf den Markt bringen. Den Auftakt wird der X5
machen, wie Jürgen Guldner im Podcast der Autogazette sagte.
Guldner ist bei dem bayerischen Hersteller Programm-Manager
Wasserstoff.
Die Münchner sind der einzige deutsche Hersteller, der das Thema
nach wie vor im Pkw-Bereich verfolgt. Experten sehen die
Brennstoffzelle im Pkw-Bereich skeptisch, sehen ihren
Einsatzzweck vor allem in der Luft- und Schifffahrt und im
Schwerlastverkehr. Neben BMW ist derzeit nur noch Toyota und
Hyundai bei dieser Technologie engagiert: sie bieten mit
dem Mirai und Nexo eigene Fahrzeuge an - mit überschaubarem
Erfolg.
Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Vorjahr
bundesweit 49 Brennstoffzellenfahrzeuge neu zugelassen. Weltweit
sieht es nicht viel besser aus. Nach Analysen der koreanischen
Unternehmensberatung SNE Research waren es im Vorjahr global
geradel einmal 16.011 Einheiten,
Es sind Zahlen, die BMW natürlich zur Kenntnis nimmt, den
Hersteller vom eingeschlagenen Weg aber nicht abbringt. Man ist
überzeugt vom Erfolg der Technologie. Seit 2023 war BMW mit einer
100 Fahrzeugen umfassenden Testflotte unterwegs,hat weltweit mit
dem iX5 Hydrogen in über 20 Ländern eine Million Kilometer
zurückgelegt. Dabei hätte man sehr viel positiven Zuspruch
bekommen, so Guldner.
Dass BMW auch auf die Brennstoffzelle setzt, passt zur
Technologieoffenheit, die der Hersteller verfolgt. Seinen
Kundinnen und Kunden will man beim Antrieb die Wahl lassen – und
dazu gehören neben Verbrennern, Hybriden, und reinen E-Autos ab
2028 auch solche mit Brennstoffzellenantrieb.
Der 2028 mit Brennstoffzelle kommende X5 wird dann das erste
Modell im Portfolio sein, das über fünf Antriebe verfügen wird.
Bei BMW ist man der Auffassung, dass man nur mit einer einzigen
Technologie das Ziel der Klimaneutralität nicht erreichen könne.
Man müsse sich auch immer die Bedingungen anschauen, unter denen
die Kunden ein Fahrzeug nutzen. Da hätte es sich in den
vergangenen Jahren gezeigt, dass es zwar Menschen gibt, „die
gerne emissionsfrei fahren würden, aber für die ein
batterieelektrisches Fahrzeug aus diversen Gründen nicht in die
individuelle Mobilität passt“, so Guldner.„Wenn man Menschen zum
Umdenken und zu Verhaltensänderungen bewegen will, dann ist es
besser, wenn man Alternativen und Optionen zu bieten hat.“
So wie die Ladeinfrastruktur für E-Autos als unzureichend
kritisiert wird, trifft das auch auf Wasserstofftankstellen zu.
So gab es im Vorjahr bundesweit nur noch 50
Wsserstofftankstellen. Wenn neue hinzu kommen, dann sind sie für
Lkws vorgesehen. Deshalb will Guldner auch nicht von einem Abbau
von Tankstellen sprechen, sondern er nennt es Umbau. Man sehe es
positiv, dass nun auch Tankstellen für Lkw gebaut würden. Guldner
verweist auf EU-Vorgaben, nach denen bis 2030
Wasserstofftankstellen alle 200 km auf dem europäischen
Straßennetz errichtet werden müssen.
Guldner zeigt sich optimistisch, dass europaweit der Preis für
Wasserstoff weiter sinkt. In Deutschland liegt die Preisspanne
derzeit für Pkw zwischen zehn und bis zu über 15 Euro pro
Kilogramm, Lkws können teils für 8 Euro tanken. InBelgien sei das
Kilo für zehn Euro zu haben. „Wir sehen, dass die Preise
runtergehen.“ Perspektivisch sieht er auch eine Preisparität
zwischen CO2-armen Wasserstoff und Benzin und Diesel. „Und das
wird auch für den Erfolg der Wasserstoffmobilität entscheidend
sein."
Mit Blick auf die Marktaussichten zeigt sich Guldner
zuversichtlich. Hyundai beispielsweise habe vor ein paar Monaten
in Korea den neuen Nexo auf den Markt gebracht, der dort
erfolgreich läuft und jetzt nach Deutschland komme. Bis BMW 2028
den X5 als Hydrogen auf den Markt bringt, wird sich der Markt und
die Infrastruktur weiter entwickelt haben, deshalb sehe man bis
dahin gute Marktaussichten.
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