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  4. Mit einem Sparplan können wir die Versorgung nicht retten | Laura zum aktuellen Stand
Deutschland hat kein besonders leistungsfähiges Gesundheitssystem
im internationalen Vergleich. Durch Sparen werden die Ergebnisse
nicht besser. Ein Kosten-Outcome-Problem. Doch was tragen die
verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem zur erfolgreichen
Debatte bei?

Dr. Laura Dalhaus zitiert aus einem Interview mit Professor
Jürgen Windeler.

Als Prävention werden Vorsorgeuntersuchungen und Checks verkauft,
statt an Ernährung und Bildung zu arbeiten. Außerdem bekommen wir
Medikamente viel zu früh ins System, in Deutschland brauchen wir
nur 50 Tage dafür (in anderen Ländern mehr als 4mal so viel),
trotzdem sind wir nicht gesünder.

Windeler empfiehlt, dass die Überversorgung qualitätsgesichert
zurückgefahren wird.

Es wird darüber diskutiert, die Tabaksteuer zu erhöhen. Das ist
eine Form der Prävention und würde auch Geld in die Kassen
bringen. Allerdings will Gesundheitsministerin Warken auf
Aufklärung und Freiwilligkeit setzen. Wir haben in der
Vergangenheit aber schon gemerkt, dass Verhaltensprävention nicht
funktioniert.

Die Lösung am Reformhimmel? Es könnte die HZV sein
(Hausarztzentrierte Versorgung). Dafür brauchen wir aber nicht
nur Hausärzt:innen, sondern Teamarbeit in Form von
nicht-ärztlichen Berufsgruppen wie Primary Care Managern und
Physician Assistants.

Wichtig ist dabei aber auch, Zeit für das Wesentliche zu
schaffen. Da hilft vor allem Bürokratieabbau.

Laura macht sich in dieser Folge vielleicht unbeliebt bei den
fachärztlichen Kolleg:innen, doch sie erzählt von Bereichen, die
unfassbar ausgenutzt werden. Manche Patient:innen beschweren sich
darüber, dass sie ohne Hausarztvermittlungsfall keine Termine
mehr bekommen.

Der Bundesrechnugnshof hat festgestellt, dass die 2,9 Milliarden
für Terminvermittlung nichts bringen. Die Wartezeiten sind sogar
gestiegen.

Und wenn man den Bundesrechnungshof angreift, befinden man sich
auf dünnem Eis!

Die Kliniken sind der größte Kostenfaktor im Gesundheitssystem.
Warken’s Klinikpläne könnte die Kosten noch steigern, sie möchte
nämlich die Kriterien von Lauterbach lockern.

Wir müssen dann aber auch über ärztliche Weiterbildung reden.

Politik hat nicht verstanden, dass ein fertiger Medizinstudent
noch kein fertiger Arzt ist. Fachärzt:innen wachsen nicht auf
Bäumen. Spezialfächer drohen, bei dieser Reform die Verlierer der
Krankenhausreform zu werden.

Wie soll medizinische Qualität aufrechterhalten werden, wenn
bestimmte Leistungsgruppen komplett verschwinden?

Die Umstellung auf Hybrid-DRGs ist dafür verantwortlich, dass
einige Kliniken bereits in die Insolvenz gezwungen werden.
Darunter leidet wieder die Weiterbildung – wie soll man lernen,
wenn man nicht die Möglichkeit dazu hat?

Ein weiterer Aufreger: Bei höherwertigen Eingriffen werden die
Sachkosten nicht bewertet - die Platte muss der Chirurg also
selbst bezahlen.

Und dann kommt Friedrich Merz um die Ecke und erzählt was von
Teilzeit-Lifestyle – ein Brandbeschleuniger für das ärztliche
Personal und die Pflege im Krankenhaus!

Zu dieser Debatte kommt dann noch das Thema Behandlungsfehler.

Aus dem GKV-Spitzenverband kam dann auch noch eine hirnrisse
Idee: Die psychotherapeutischen Honorare sollen um 10% abgesenkt
werden.

Das kann man nicht einfach machen. Bei der Psychotherapie geht es
sofort um die gesamte Existenz! Zudem arbeiten diese Menschen
wirklich sehr viel unter sowieso schon schlechten Bedingungen.
Wie kann man diesen einfach 10% Vergütung streichen wollen?

Der Wirtschaftsrat der CDU sagt außerdem, dass wir jetzt unsere
zahnärztlichen Behandlungen bezahlen sollen. Sollen wir uns dahin
bewegen, dass wir die soziale Klasse der Menschen an den Zähnen
ablesen können?

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