Die Debatte um den Rettungsdienst | Lucas Glaser
1 Stunde 12 Minuten
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Beschreibung
vor 2 Wochen
Wie steht es um den Rettungsdienst im Gesundheitssystem? Und
warum diskutieren gerade so viele darüber, dass Patient:innen den
RTW selbst zahlen sollen?
Darüber diskutiert Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus
– Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Lucas
Glaser, der nicht nur privat Medizin studiert, sondern auch schon
lange im Rettungsdienst tätig ist.
Er blickt sehr positiv darauf, wie sich die Qualität der
Versorgung und der Ausbildung in der präklinischen Versorgung
verbessert hat in den letzten Jahren.
Auf der anderen Seite sieht er aber auch die Möglichkeit eines
Bore-Outs. Das Personal ist hochkompetent und stark ausgebildet,
aber ist oft mit Situationen konfrontiert, die nicht in das
Anforderungsprofil passen. Es gibt viele Lapalien-Einsätze, bei
denen man sich wie ein begleitetes Taxi fühlt.
Als low-hanging-fruit sieht er, die Parallelstruktur zwischen
Kassenärztlichem Notdienst und Leitstelle des Rettungsdienstes
aufzulösen.
Laura sieht als großes Problem, dass Rettungsdienst Ländersache
ist. Dadurch gibt es teilweise in nebeneinanderliegenden Dörfern
keine einheitlichen Strukturen. Niemand will seine Kompetenzen
abgeben, was Reformen unmöglich macht.
Beim Rettungsdienst gibt es zwei Konzepte:
Scoop and Run, das heißt, die Patient:innen werden eingesammelt
und zum Krankenhaus gebracht.
Stay and Play, das bedeutet, dass Ärzt:innen direkt mit zum
Notfall und Patienten kommen.
Laura betont, dass wir die Notärzt:innen auch in Kliniken und
Schockräumen brauchen und nicht unbedingt im Auto. Hier bewegen
wir uns in Deutschland gerade dahin, dass Notfallmedizin ein
eigenständiges Fach wird – das ist allerdings alles
hochpolitisch.
Lucas hat sich mit den Budgets beschäftigt: Als Rettungsdienst
kann man kein Minus machen. Es gibt feste Summen, die der
Rettungsdienst kostet (was u.a. daran liegt, dass der größte
Kostentreiber die Fixkosten sind).
Wieviel die einzelnen Krankenkassen zahlen müssen, ist abhängig
von der Menge der Transportscheine. Er erklärt, dass die
RTW-Einsätze nur etwa 1,5% der GKV-Ausgaben ausmachen und hier
ein Rechenfehler vorliegt, wenn darüber gesprochen wird, dass
Einsparungen am Rettungsdienst das Gesundheitssystem retten
könnten: Das ist nicht so!
Er erklärt, dass wir uns dafür entscheiden müssen, wie gut wir
versorgen wollen.
Denn RTWs sind oft unterwegs für Dinge, für die sie nicht gemacht
sind.
Viele Patient:innen rufen einen Rettungswagen, weil sie so
hoffen, im Krankenhaus „schneller dran“ zu sein.
Das Problem liegt in der Patientengruppe, die genau in der Mitte
ist: Sie sind kein Notfall, den man direkt sieht und auch nicht
gesund, sondern sie KÖNNTEN etwas haben, es ist aber nicht klar.
Lucas fragt sich, ob vielleicht mehr Menschen dadurch sterben,
weil wir überversorgen bzw. die Masse der Patient:innen zu viel
ist.
Laura erklärt, dass dies auch ihr Alltag ist. Hier ist es
wichtig, ein Bauchgefühl zu entwickeln, dass etwas nicht stimmt.
Je mehr SOPs es gibt und je weniger Platz es nach rechts und
links gibt, desto weniger wird dieses Bauchgefühl ausgebildet.
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Zur Communtiy für PAs und PCM:
https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships
Folg Laura auch hier:
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