Gesundheitssystem vor der Insolvenz? | Laura Dalhaus zum aktuellen Stand
48 Minuten
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vor 1 Monat
Die erste Solofolge in 2026! Auch Laura hat einige Vorsätze, die
sind ihre persönliche Verantwortung. In der Politik gibt es
allerdings Menschen mit mehr Verantwortung – schauen wir uns an,
ob sie diese auch annehmen!
Immer mehr Arbeitskreise und Kommissionen gegründet, wir haben
aber kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.
Ein Lösungsansatz wäre eine Ausrichtung an Bedarf, nicht an
Bedürfnissen.
Wir hängen aber weiterhin im Silo-Denken fest, sonst würden sich
einige Facharztverbände nicht gegen das Primärarztsystem wehren.
Union und SPD fordern jetzt mutige Strukturreformen. Die CSU
allerdings möchte die telefonische Krankschreibung abschaffen –
damit die Leute mit Norovirus wieder in den Praxen sitzen?
Frau Machalet will auf Prävention zur Kostensenkung setzen. Das
ist ne super Idee, bis das aber greift, sind wir eine Generation
weiter.
Eine Praxisgebühr ist auch keine Strukturreform. Es gibt viel
wichtigere Fragen.
Die Krankenkassen wollen jetzt selbst steuern. Laura betont noch
einmal: Der Arztberuf ist ein selbstständiger Beruf. Wenn die
Krankenkassen in die Terminsteuerung eingreifen, sind die
Kriterien der Selbstständigkeit nicht mehr gewährleistet. Und
dann sind Sozialversicherungsbeiträge für Ärzte fällig.
Dahinter steckt die anmaßende Unterstellung von Krankenkassen,
dass Haus- und Fachärzte die falschen Patient:innen versorgen.
Besonders teuer sind auch die Kliniken. Die machen nämlich super
viel stationär statt ambulant. Die ambulante Medizin ist
unterfinanziert, so z.B. Mandeloperationen. Die könnte man
einfach ambulant machen, in den Niederlanden passiert das zu 87%,
in Deutschland nur zu 19%.
Morbi-RSA ist ein morbiditätsbedingter Risikostrukturausgleich.
Das heißt: Krankenkassen, die viele Kranke und Alte versorgen,
sollen mehr Geld bekommen als diejenigen, die hauptsächlich
Gesunde und Fitte versorgen. Dieses Geld kommt aus dem Morbi-RSA.
Laura findet es sinnvoll, diesen abzuschaffen, er sorgt für noch
mehr Bürokratie.
Uns droht eine Systeminsolvenz.
Trotzdem haben die Krankenkassen irgendwie noch viel Geld, die
Energie-BKK zahlt ihren Versicherten beispielsweise Geld für die
Messung der Intima-Media-Dicke – für Laura eine völlig sinnlose
Untersuchung ohne eine Verdachtsdiagnose.
Die Kassen haben eine Dreifachverwaltung: Landesverband,
Bundesverband und den GKV-Spitzenverband. Das könnte man
vereinfachen und dadurch Geld sparen. Auch die Werbekosten zu
streichen hat ein Einsparpotential von 100 Millionen Euro
jährlich.
Die Wartezeiten sind auch immer wieder ein Thema. Minister
Philippi möchte einfach mehr KI einsetzen – nur wer zahlt das
denn?
Die Gebühren für Rettungsfahrten werden nun zurückgezogen.
Vorerst. Bis Ostern soll es eine feste Regelung geben.
Der MD fordert die Offenlegung von Behandlungsfehlern. Natürlich
sind diese ein riesiges Problem. Doch wir müssen uns ehrlich
machen, warum diese Behandlungsfehler passieren!
Laura regt sich tierisch darüber auf. Die Arbeitsbedingungen mit
2-Minuten-Medizin und 24h-Diensten sind unmenschlich,
gleichzeitig wird mit dem Finger auf Ärzte gezeigt.
Abwarten ist keine Option. Eine mögliche Lösung wären
Primärversorgungszentren, in denen Medizin, Pflege, Sozialarbeit
und Psychotherapie vereint sind. Laura würde so etwas wirklich
gerne leiten!
Eine weitere Diskussion, die wir führen müssen ist, was eine
solidarische Versorgung dauerhaft leisten kann.
Zum Abschluss möchte Laura nochmal über Jens Spahn sprechen.
Seine Verfehlungen müssen in den Vordergrund gerückt werden. Er
hängt außerdem bei Nius und Peter Thiel drin. Kein Politiker hat
so einen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet wie er.
Zum Kurs für PAs und PCM:
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