Der Betonkünstler - Daniel Nachbaur
17 Minuten
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Jahr
Es ist ein nicht alltägliches Hobby des
Götzners Daniel Nachbaur. Nach einem
Burnout begann er, sich mit Beton kreativ zu beschäftigen. Heute
wurde aus dieser Leidenschaft eine Berufung.
2007 hatte er seinen ersten Kontakt mit Beton. „Ich beobachtete
meinen Vater wie er eine mönchsartige Skulptur anfertigte“
erzählt Daniel Nachbaur mit einem Grinsen auf seinen Lippen. „Den
Aufbau fand ich sehr einfach. Ich hatte auch gleich Ideen, wie
man so eine Skulptur erweitern bzw. mit mehr Details versehen
könnte.“ In anderen Worten wollte er es besser machen als sein
alter Herr. Dieser kleine interfamiliäre Wettkampf weckte im Sohn
die Kreativgeister. Denn sein erstes Projekt war die Umsetzung
eines literarischen Helden aus der Tolkien-Trilogie „Herr der
Ringe“. „Mein Ziel war es eine lebensgroße Betonskulptur
umzusetzen“ erzählt er rückblickend. Es entstand ein knapp 1,80 m
großer „Gandalf“. Darauf folgte ein Ringgeist und die dritte
Figur war dann niemand geringeres als „Gollum“. So ist es nicht
verwunderlich, dass sein Sohn den Elben-Namen „Feanor“ trägt.
„Ich wollte etwas nordisch klingendes. Es freut mich, dass meine
Frau eingewilligt hat.“ Nachbaur machte zuvor eine Lehre als
Anlagenmonteur und wurde Elektroplaner. Viele Jahre arbeitete er
in diesem Beruf. Dann wurde es ihm zu viel. Die Arbeit mit Beton
habe ihm geholfen, durch schwere Stunden zu kommen.
Fantasy-Genre
Auf die Frage, wie neue Ideen zu seinen Arbeiten, welche
mittlerweile bis ins kleinste Detail ausgearbeitet werden,
entstünden, erklärt Nachbaur: „Das meiste entsteht in meinem
Kopf, bevor ich mich mit dem Material auseinandersetze.“
Inspirieren lasse er sich oft von Geschichten, Büchern, Filmen
aber auch von Formen aus der Natur – beispielsweise einem
Felsen oder einer Wurzel. „Meine größte Quelle aus dem
Fantasy-Genre sind die Geschichten von J.R.R. Tolkien.“ Denn der
junge Betonkünstler habe ein großes Herz für „Mittelerde“.
Tolkiens Bücher dienen ihm dabei wie das „Silmarillion“. „Der
Hobbit“ wie auch “Der Herr der Ringe“ böten einen wahren Schatz
an inspirierenden Figuren. Dem nicht genug fertigt Daniel auch
Nachbildungen von Portraitfotos oder Tieren wie Adler, Füchsen,
Dachsen und vielem mehr an. Aus dem anfänglichen Bild in seinem
Kopf zeichnet er eine Skizze. Erst danach befasse er sich mit dem
Material und setze sich mit Fragestellungen hinsichtlich
Hinterschneidungen, Stabilität und Haltungen auseinander. Fragen,
wie und wo etwa Baustahl zum Einsatz komme, gehören dazu. Letztes
Jahr hat er für ein Hochzeitspaar sogar das Schwert aus der
Legende von König Arthur nachgebaut – es war der Hingucker auf
der Trauungsfeier.
Aufwendige Arbeitsschritte
Welcher Aufwand hinter so einer Skulptur steckt und wie sich die
Arbeit zeitlich mit Frau und Kind vereinbaren lässt, hänge stark
von der Größe und dem Motiv ab. „Mein höchstes Level an Zeit war
bisher an die 300 Stunden Arbeit.“ Der Hobbymusiker verliere sich
sehr oft in dem Ausarbeiten der Details. Dann würden die Stunden
wie im Fluge vergehen. Für Nachbaur käme diese Arbeit einer
Meditation gleich. „Bei kleineren Skulpturen bis zu 50 cm Höhe
kann ich die Entwürfe aus Ton zu Hause anfertigen. So kann ich
mehr Zeit mit meinem kleinen Sohn verbringen.“ Viele Passanten,
welche an seinem Elternhaus in Koblach vorbeikämen und die vielen
Betonskulpturen betrachten würden, möchten wissen, wie aus einem
unfertigen Betonklumpen eine geschliffene Figur entsteht. Daniel
lüftet sein Geheimnis für den Podcaster: „Als Grundaufbau
verwende ich ein Volierendraht. Dieser wird dann entsprechend der
gewünschten Form, beispielsweise einem Arm, Oberkörper oder
Beine, gebogen und mit den anderen Teilen zusammengelötet. Große
Figuren haben durch den Beton ein schweres Gewicht zu tragen.
Daher muss ich das Konstrukt innen mit Baustahl skelettartig
verstärken und zusammenschweißen“ so der Autodidakt. Weitere
Infos auf www.derpodcaster.com
Weitere Episoden
47 Minuten
vor 2 Tagen
14 Minuten
vor 1 Woche
23 Minuten
vor 2 Wochen
32 Minuten
vor 1 Monat
35 Minuten
vor 1 Monat
In Podcasts werben
Kommentare (0)