Die euterbegeisterte Künstlerin - Barbara Husar
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Beschreibung
vor 9 Monaten
Wer am 9. Mai 2025 in Feldkirch zum Himmel schaut, wird Zeuge
eines ungewöhnlichen und tiefgründigen Kunstprojekts: der
Eutererhebung von Barbara Husar. Doch was verbirgt sich hinter
diesem schillernden Begriff? Es ist mehr als ein spektakuläres
Heißluftballon-Event – es ist ein künstlerisches Statement über
Verbindung, Bewusstsein und den respektvollen Umgang mit Natur.
Barbara Husar, Künstlerin aus Feldkirch, ist eine echte
Grenzgängerin: zwischen Kunst und Natur, zwischen Tradition und
Zukunft, zwischen Bodenständigkeit und Himmelsdrang. Inspiriert
durch Jahre in der Wüste Sinai, wo sie Ziegen hütete und
Nabelschnüre sammelte, entwickelte Husar die Idee, aus diesen
Symbolen der Verbindung und des Ursprungs Kunstwerke zu schaffen.
Ihr wohl bekanntestes Projekt: das „Goldene Euter“ – ein
pinkfarbener Heißluftballon in Euterform, der als
„Diskurswerkzeug“ gesellschaftliche Fragen sichtbar machen soll.
Zum 100-Jahr-Jubiläum der Vereinigung der Feldkircher Stadtteile
bringt Husar ihre Eutererhebung nach Feldkirch. 100 Kinder wurden
über eine Fantasieaktion ausgewählt, bei der sie Bilder oder
Geschichten zu den Themen „Universum, Euter und Verbindung“
gestalteten. Sie dürfen nun an Bord des Ballons steigen, der an
Seilen gesichert ist und von der Erde aus langsam in die Höhe
steigt. Oben angekommen erwartet sie eine symbolische Reise –
eine Vogelperspektive auf die Montfortstadt und eine
eindrucksvolle Erfahrung von Perspektivenwechsel und Verbindung.
Die Idee dahinter? Ein Kreis aus Menschen am Boden bildet den
Rahmen, während der Ballon als Zeichen der Verbundenheit zwischen
Himmel und Erde schwebt. „Verbindung ist eine emotionale Qualität
und eine Fähigkeit zur Friedensbildung“, erklärt Husar. In Zeiten
globaler Krisen will sie ein künstlerisches Signal setzen – für
Bewusstsein, Respekt vor der Natur und die Kraft gemeinsamer
Impulse.
Das Euter, so Husar, stehe nicht nur für Milch und
Landwirtschaft, sondern als Symbol für den Übergang, das Nähren,
die Verbindung. Der Verein „Goldenes Euter“, gegründet 2018,
begleitet und organisiert diese Projekte. Es geht um Diskurs, um
Umdenken, nicht um Provokation. „Ich bin Veganerin und sehe den
Umgang mit Mutterkühen kritisch“, betont Husar, „aber unser Fokus
liegt darauf, durch Kunst Bewusstseinswandel anzustoßen.“
Auch der Zufall spielt eine Rolle: Der 9. Mai ist der Europatag,
ein Tag der Friedensbewegung. Und so passt es, dass an diesem Tag
Kinder in Feldkirch mit einem pinken Euterballon in die Lüfte
steigen – als Zeichen, dass die großen Themen unserer Zeit nicht
mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Kunst, Fantasie und
Verbindung angegangen werden können.
Barbara Husar lebt und arbeitet für diese Botschaften. Ihre
Eutererhebungen sind nicht nur ein künstlerisches Spektakel,
sondern eine Einladung, hinzusehen, nachzudenken – und neue Wege
zu gehen.
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