Der KI-Experte - Arno Brändle

Der KI-Experte - Arno Brändle

41 Minuten

Beschreibung

vor 5 Monaten

Wenn Arno Brändle erzählt, spürt man sofort: Dieser Mann hat mehr
erlebt, als in ein Lehrerleben passt. Und doch ist er seit 35
Jahren Lehrer – und das mit einer Leidenschaft, die man ihm nicht
immer zugetraut hätte. Denn eigentlich war es gar nicht sein
Traumberuf. Erst in Liechtenstein, als er plötzlich nicht einer
von vielen Lehrern war, sondern Klassenlehrer mit Verantwortung
für 13 Jugendliche, erkannte er, was Schule wirklich bedeutet:
Beziehungsarbeit. Lernen, so sagt er, sei immer
Beziehung.


Doch das Klassenzimmer war ihm nie genug. Brändle, heute 59 Jahre
alt, verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und wohnhaft in
Feldkirch-Tosters, hat sich sein Leben immer wieder neu erfunden.
Mal als Filmemacher, mal als Bildungspionier, mal als früher
Experte für künstliche Intelligenz im Unterricht.


Eine Episode, die fast filmreif klingt: Mitten in der
Flüchtlingskrise 2015 engagiert sich Brändle bei
Liechtenstein Languages, einer Stiftung, die
Geflüchteten mit innovativen Methoden das Sprachenlernen
erleichtert. Aus einer spontanen Idee – unterstützt vom
Fürstenhaus – entsteht ein europaweit anerkanntes Projekt.
Brändle reist dafür nach Berlin, Genf, Marrakesch, Ankara und bis
an die syrische Grenze. Sein Unterricht wird zu einem Instrument,
das Integration möglich macht.


Auch privat sucht er Abenteuer jenseits der Komfortzone: Mit
seiner Frau reist er in den 90ern im selbst ausgebauten
Transporter nach Indien – und heiratet dort am südlichsten Zipfel
Keralas. Eine zweite Trauung folgt spontan in Pakistan. Offiziell
gültig gemacht wird die Ehe später in Wien. Eine Geschichte, die
so nur Brändle schreiben konnte.


Früh fasziniert ihn die Kamera. Erste Super-8-Versuche scheitern
an den Kosten, doch mit der Digitalisierung wird Filmemachen
leistbar. Brändle dreht mit Schülern Kurzfilme, gewinnt
Wettbewerbe in Zürich und Liechtenstein und finanziert damit
sogar Abschlussfahrten. Besonders prägend: ein improvisierter
Film über Terrorismus – nur Tage vor dem Anschlag auf Charlie
Hebdo entstanden. Plötzlich hatte das Projekt politische Brisanz.


Seit 2022 ist Brändle einer der ersten Lehrer im Rheintal, der
das Potenzial von ChatGPT erkennt. Während viele noch skeptisch
sind, experimentiert er schon im Unterricht. Seine erste Idee:
Die Schüler schreiben sich mithilfe von KI gegenseitig Laudatios
– ein sozialer, wertschätzender Einsatz, der die
Klassengemeinschaft stärkt. Später entstehen sogar eigene
Schulmanifeste.


Für Brändle ist KI kein Ersatz, sondern ein Spiegel. Sie zwingt
ihn, die eigenen Vorurteile zu erkennen, und eröffnet Schülern
neue kreative Räume. Er spricht nicht von Vereinfachung, sondern
von Befähigung. KI, so sagt er, ermögliche Dinge, die bisher
unmöglich waren.


Arno Brändle – Lehrer, Filmemacher, Weltreisender, KI-Pionier.
Ein Mann, der stets neugierig bleibt und der beweist, dass Lernen
nie aufhört – weder für Schüler noch für Lehrer.




Geboren: 1964




Wohnort: Feldkirch-Tosters




Familie: Verheiratet, Vater von zwei
erwachsenen Kindern




Beruf: Lehrer an der Oberschule Eschen,
Fürstentum Liechtenstein




Weitere Tätigkeiten: Filmemacher,
KI-Experte, Bildungsinnovator




Engagement: 6 Jahre bei „Liechtenstein
Languages“ – Flüchtlingskurse und Sprachprojekte in Europa,
Türkei und Nahost




Besonderes: Heirat in Indien und Pakistan,
Kurzfilm-Preise, Auftritte bei internationalen Konferenzen




Motto: „Lernen ist Beziehungsarbeit.“





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