Christiane Tietz: Mit Nietzsche um den Glauben ringen
1 Stunde 6 Minuten
Podcast
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Beschreibung
vor 2 Wochen
Seine Religionskritik war bissig und kam mit wuchtigen Worten. Der
christliche Glaube war ihm eine gefährliche Illusion, doch hörte er
nie auf, im Dunstkreis des Christentums zu denken und sich an der
Gottesfrage abzuarbeiten. Es geht in dieser Folge von Geist.Zeit um
das Leben und Denken von Friedrich Nietzsche. Thorsten und Andi
treffen dazu Christiane Tietz in der Evangelischen Akademie
Frankfurt. Sie hat in ihrem neusten Buch gezeigt, wie man Nietzsche
empathisch zuhören und mit ihm die schwierigen Fragen diskutieren
kann, die das Leben dem Glauben zumutet. Zu drei Fragekomplexen
liest die ehemalige Theologieprofessorin kurze Passagen aus ihrem
Buch vor, dann geht jeweils das vertiefende Gespräch darüber los.
Zunächst stehen die frühen und tragischen Leiderfahrungen
Nietzsches im Zentrum. Etliche Jahre fand er Trost im Gedanken
eines fürsorglichen Gottes, der seinen Menschen Leid zumutet,
dessen Sinn sich dermaleinst im ewigen Leben erschliessen wird. Wie
Nietzsche das Leiden zunehmend ohne Gott reflektierte und welch
schonungslose Antworten ihm bei der Bewältigung des eigenen Leidens
halfen, das wird in diesem ersten Themenblock nachgezeichnet. Die
nächste Sequenz beschäftigt sich mit Nietzsches schroffer Kritik
des christlichen Mitleids. Was ist dran an seinem Vorwurf, die
christliche Liebesethik mach unfähig zur Selbstliebe und hemme die
Freude am vitalen, gesunden Leben? In einem dritten Block sprechen
die drei Podcaster über Nietzsches radikale und auch schwierige
Idee von der ewigen Wiederkehr des Gleichen. Wo liegen die
Berechtigung aber auch die Grenze dieser umfassenden Bejahung des
Lebens? Nietzsches Antithese zur Hoffnung löst hier die Frage aus,
was denn falsches und was gutes Hoffen im christlichen Glauben ist.
Abschliessend geht es um die Erfahrungen, die man in der
aufrichtigen Beschäftigung mit Nietzsche machen kann. Seine Kritik
hat klärende und reinigende Wirkung für den Glauben. Man muss nicht
gegen, sondern kann mit Nietzsche um den Glauben ringen und
zweifeln. Nur so lassen sich andere Antworten finden und ein
Glaube, der sich als tragfähig erweist. Lesen lohnt sich!
Christiane Tietz: Nietzsche – Leben und Denken im Bann des
Christentums. C.H.Beck, München 2025; 249 Seiten.
christliche Glaube war ihm eine gefährliche Illusion, doch hörte er
nie auf, im Dunstkreis des Christentums zu denken und sich an der
Gottesfrage abzuarbeiten. Es geht in dieser Folge von Geist.Zeit um
das Leben und Denken von Friedrich Nietzsche. Thorsten und Andi
treffen dazu Christiane Tietz in der Evangelischen Akademie
Frankfurt. Sie hat in ihrem neusten Buch gezeigt, wie man Nietzsche
empathisch zuhören und mit ihm die schwierigen Fragen diskutieren
kann, die das Leben dem Glauben zumutet. Zu drei Fragekomplexen
liest die ehemalige Theologieprofessorin kurze Passagen aus ihrem
Buch vor, dann geht jeweils das vertiefende Gespräch darüber los.
Zunächst stehen die frühen und tragischen Leiderfahrungen
Nietzsches im Zentrum. Etliche Jahre fand er Trost im Gedanken
eines fürsorglichen Gottes, der seinen Menschen Leid zumutet,
dessen Sinn sich dermaleinst im ewigen Leben erschliessen wird. Wie
Nietzsche das Leiden zunehmend ohne Gott reflektierte und welch
schonungslose Antworten ihm bei der Bewältigung des eigenen Leidens
halfen, das wird in diesem ersten Themenblock nachgezeichnet. Die
nächste Sequenz beschäftigt sich mit Nietzsches schroffer Kritik
des christlichen Mitleids. Was ist dran an seinem Vorwurf, die
christliche Liebesethik mach unfähig zur Selbstliebe und hemme die
Freude am vitalen, gesunden Leben? In einem dritten Block sprechen
die drei Podcaster über Nietzsches radikale und auch schwierige
Idee von der ewigen Wiederkehr des Gleichen. Wo liegen die
Berechtigung aber auch die Grenze dieser umfassenden Bejahung des
Lebens? Nietzsches Antithese zur Hoffnung löst hier die Frage aus,
was denn falsches und was gutes Hoffen im christlichen Glauben ist.
Abschliessend geht es um die Erfahrungen, die man in der
aufrichtigen Beschäftigung mit Nietzsche machen kann. Seine Kritik
hat klärende und reinigende Wirkung für den Glauben. Man muss nicht
gegen, sondern kann mit Nietzsche um den Glauben ringen und
zweifeln. Nur so lassen sich andere Antworten finden und ein
Glaube, der sich als tragfähig erweist. Lesen lohnt sich!
Christiane Tietz: Nietzsche – Leben und Denken im Bann des
Christentums. C.H.Beck, München 2025; 249 Seiten.
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