Carel van Schaik: Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen
1 Stunde 5 Minuten
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Beschreibung
vor 4 Wochen
Dem Evolutionsbiologen Carel van Schaik ist es mit seinem
Bestseller «Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere
Evolution verrät (mit Kai Michel)» gelungen, die Natur- und
Kulturgeschichte des Menschen höchst anschaulich zu erschliessen
und daraus sehr anregende Folgerungen für unser heutiges
Menschenbild abzuleiten. In einem Live-Podcast in Münchenstein
sprachen Andreas Loos und Thorsten Dietz mit ihm über sein jüngstes
und hochaktuelles Buch: «Die Evolution der Gewalt. Warum wir
Frieden wollen, aber Kriege führen» (zusammen mit Harald Meller und
Kai Michel). Weit verbreitet ist der Mythos, das Gewalt und Krieg
unlöslich mit der Menschheitsgeschichte verbunden seien. Auf
Grundlage breiter Forschung zeigt der Zürcher Professor, dass sich
dieses Bild nicht halten lässt. Kriege sind erst in den letzten
Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte entstanden. Es ist nicht in
uns veranlagt, dass wir Kriege führen müssen. Für den allergrössten
Teil der Menschheitsgeschichte, als Menschen als Jäger:innen und
Sammler:innen lebten, finden sich keine Spuren massenhafter Gewalt.
Was bedeutet das für unser Bild vom Menschen? Im Gespräch führt
Carel van Schaik ein in die Unterscheidung dreier Naturen des
Menschen. Wir müssen zunächst zwischen der biologischen, der
älteren Natur des Menschen, und der kulturellen, der jüngeren Natur
des Menschen unterscheiden. Dann wird sichtbar: Gewalt ist eine
Folge unserer jüngeren kulturellen Entwicklung. Darum ist diese
Entwicklung kein Schicksal. Kraft ihrer dritten, der vernünftigen
Natur, können Menschen sich kritisch zu ihrer eigenen
Gewalttätigkeit verhalten. Für van Schaik sind die biblischen Texte
aus dieser Perspektive überaus interessant. Vor allem in der
Jesusbewegung sieht er eine Kritik menschlicher Gewalttätigkeit. In
diesem jesuanischen Ethos der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe
könne man eine Anknüpfung an die besten Anlagen erkennen, die
Menschen in ihrer langen Geschichte gezeigt haben: Ein Leben in
Kooperation statt Konkurrenz, in Gemeinschaft und nicht in
feindlichen Lagern. Wir danken Judith Borter und der Fachstelle
Bildung und Diversität der Reformierten Kirche Baselland, dem Forum
für Zeitfragen Basel sowie der Reformierten Kirche in Münchenstein
für die Einladung und die Ausrichtung dieses Live-Podcasts.
Literatur: Van Schaik, Carel/Michel, Kai: Mensch sein. Von der
Evolution für die Zukunft lernen. Hamburg: Rowohlt Verlag 2023. Van
Schaik, Carel/Michel, Kai: Das Tagebuch der Menschheit. Was die
Bibel über unsere Evolution verrät. Hamburg: Rowohlt Verlag 2016
Bestseller «Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere
Evolution verrät (mit Kai Michel)» gelungen, die Natur- und
Kulturgeschichte des Menschen höchst anschaulich zu erschliessen
und daraus sehr anregende Folgerungen für unser heutiges
Menschenbild abzuleiten. In einem Live-Podcast in Münchenstein
sprachen Andreas Loos und Thorsten Dietz mit ihm über sein jüngstes
und hochaktuelles Buch: «Die Evolution der Gewalt. Warum wir
Frieden wollen, aber Kriege führen» (zusammen mit Harald Meller und
Kai Michel). Weit verbreitet ist der Mythos, das Gewalt und Krieg
unlöslich mit der Menschheitsgeschichte verbunden seien. Auf
Grundlage breiter Forschung zeigt der Zürcher Professor, dass sich
dieses Bild nicht halten lässt. Kriege sind erst in den letzten
Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte entstanden. Es ist nicht in
uns veranlagt, dass wir Kriege führen müssen. Für den allergrössten
Teil der Menschheitsgeschichte, als Menschen als Jäger:innen und
Sammler:innen lebten, finden sich keine Spuren massenhafter Gewalt.
Was bedeutet das für unser Bild vom Menschen? Im Gespräch führt
Carel van Schaik ein in die Unterscheidung dreier Naturen des
Menschen. Wir müssen zunächst zwischen der biologischen, der
älteren Natur des Menschen, und der kulturellen, der jüngeren Natur
des Menschen unterscheiden. Dann wird sichtbar: Gewalt ist eine
Folge unserer jüngeren kulturellen Entwicklung. Darum ist diese
Entwicklung kein Schicksal. Kraft ihrer dritten, der vernünftigen
Natur, können Menschen sich kritisch zu ihrer eigenen
Gewalttätigkeit verhalten. Für van Schaik sind die biblischen Texte
aus dieser Perspektive überaus interessant. Vor allem in der
Jesusbewegung sieht er eine Kritik menschlicher Gewalttätigkeit. In
diesem jesuanischen Ethos der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe
könne man eine Anknüpfung an die besten Anlagen erkennen, die
Menschen in ihrer langen Geschichte gezeigt haben: Ein Leben in
Kooperation statt Konkurrenz, in Gemeinschaft und nicht in
feindlichen Lagern. Wir danken Judith Borter und der Fachstelle
Bildung und Diversität der Reformierten Kirche Baselland, dem Forum
für Zeitfragen Basel sowie der Reformierten Kirche in Münchenstein
für die Einladung und die Ausrichtung dieses Live-Podcasts.
Literatur: Van Schaik, Carel/Michel, Kai: Mensch sein. Von der
Evolution für die Zukunft lernen. Hamburg: Rowohlt Verlag 2023. Van
Schaik, Carel/Michel, Kai: Das Tagebuch der Menschheit. Was die
Bibel über unsere Evolution verrät. Hamburg: Rowohlt Verlag 2016
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