Democracity? Wie Städte die Demokratie beleben mit Elke Rauth
Von Munizipalismus und Wohnungen ohne Eigentümer
42 Minuten
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Beschreibung
vor 7 Jahren
Elke Rauth ist Mitglied des Vorstands von dérive - Verein für
Stadtforschung, sowie Redakteurin des monatlichen Radioformats
dérive - Radio für Stadtforschung. Sie ist Gründerin, Leiterin und
Co-Kuratorin von urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen,
das sich seit 2010 jährlich für 10 Tage der forcierten
Auseinandersetzung mit und Vermittlung von urbanen Themenstellungen
widmet. Die Demokratisierung der Demokratie "Das was wir im Moment
als repräsentative Demokratie erleben, ist extrem ausgehöhlt. Sie
bietet so wenige Anschlusspunkte für so wenige Menschen, dass wir
überlegen müssen, wie wir unser demokratisches System
weiterentwickeln können. Das ist für mich eine Demokratisierung der
Demokratie". Um die aktuellen Trends von rechtsautoritären Wenden
zu stoppen, muss das geschehen. Dabei lassen sich Menschen oft
lähmen vor dem Gespenst der Rechten und Rechtsextremen. "Wie ein
Kaninchen vor der Schlange. Diese Energie ist besser in einem
Gegenprogramm aufgehoben, in eine demokratische Weiterentwicklung",
sagt Rauth. Munizipalismus als neue Bewegung? Eine Idee und
Konzept, das ihr Hoffnung bereitet, sind munizipalistische
Bewegungen. "Das sind Bewegungen, die sehr stark im Lokalen
angebunden sind und wirken, aber in einem größeren Verbund
(staatlich, europäisch) an globalen Fragen arbeiten. Lokal handeln
und global vernetzen!". Ein weiteres Merkmal ist, dass sie
radikaldemokratisch sind. Am Beispiel Barcelona erklärt sie, was
das bedeutet. Städtische Betriebe setzen stärker auf Mitbestimmung
durch Arbeitnehmer*innen, in der öffentlichen Auftragsvergabe
werden Unternehmen bevorzugt, die genossenschaftlich oder
gemeinwohlorientiert sind und nachhaltig wirtschaften. "Demokratie
als lebendiger Prozess, der gemeinsam weiterentwickelt wird. Das
ist radikal anders, als die repräsentative Parteiendemokratie". Das
ist für sie eine bewusste Entscheidung, an welchem System man baut.
"Höchst mögliche Mitsprache und Bestimmung aller oder Top-Down
Lösungen, mit notgedrungener Bürgerbeteiligung?". Erkenntnisse und
neue Wege Welche Dinge hat Elke Rauth über die vielen Projekte
gelernt? Sie antwortet anhand des Urbanize Festivals. "Zuerst
einmal ist es sehr schwierig, eine Finanzierung aufzustellen". Über
ein neues Stiftungsrecht, das sie in Deutschland sehr gut umgesetzt
sieht, könnte man Anreize setzen, dass mehr gesellschaftspolitische
Projekte umgesetzt werden. Aktuell sieht sie das in Österreich nur
als steuerschonende Möglichkeit, Vermögen zu parken. Ihr neues
Projekt heißt Bikes and Rails und ist ein Mietshaussyndikat. Das
heißt, sie bauen als Verein Wohnungen, die niemandem gehören. Wie
das genau funktioniert, können Sie im letzten Drittel dieser Folge
hören, oder auf der Homepage nachlesen. (C) Bildrechte esel.at
Stadtforschung, sowie Redakteurin des monatlichen Radioformats
dérive - Radio für Stadtforschung. Sie ist Gründerin, Leiterin und
Co-Kuratorin von urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen,
das sich seit 2010 jährlich für 10 Tage der forcierten
Auseinandersetzung mit und Vermittlung von urbanen Themenstellungen
widmet. Die Demokratisierung der Demokratie "Das was wir im Moment
als repräsentative Demokratie erleben, ist extrem ausgehöhlt. Sie
bietet so wenige Anschlusspunkte für so wenige Menschen, dass wir
überlegen müssen, wie wir unser demokratisches System
weiterentwickeln können. Das ist für mich eine Demokratisierung der
Demokratie". Um die aktuellen Trends von rechtsautoritären Wenden
zu stoppen, muss das geschehen. Dabei lassen sich Menschen oft
lähmen vor dem Gespenst der Rechten und Rechtsextremen. "Wie ein
Kaninchen vor der Schlange. Diese Energie ist besser in einem
Gegenprogramm aufgehoben, in eine demokratische Weiterentwicklung",
sagt Rauth. Munizipalismus als neue Bewegung? Eine Idee und
Konzept, das ihr Hoffnung bereitet, sind munizipalistische
Bewegungen. "Das sind Bewegungen, die sehr stark im Lokalen
angebunden sind und wirken, aber in einem größeren Verbund
(staatlich, europäisch) an globalen Fragen arbeiten. Lokal handeln
und global vernetzen!". Ein weiteres Merkmal ist, dass sie
radikaldemokratisch sind. Am Beispiel Barcelona erklärt sie, was
das bedeutet. Städtische Betriebe setzen stärker auf Mitbestimmung
durch Arbeitnehmer*innen, in der öffentlichen Auftragsvergabe
werden Unternehmen bevorzugt, die genossenschaftlich oder
gemeinwohlorientiert sind und nachhaltig wirtschaften. "Demokratie
als lebendiger Prozess, der gemeinsam weiterentwickelt wird. Das
ist radikal anders, als die repräsentative Parteiendemokratie". Das
ist für sie eine bewusste Entscheidung, an welchem System man baut.
"Höchst mögliche Mitsprache und Bestimmung aller oder Top-Down
Lösungen, mit notgedrungener Bürgerbeteiligung?". Erkenntnisse und
neue Wege Welche Dinge hat Elke Rauth über die vielen Projekte
gelernt? Sie antwortet anhand des Urbanize Festivals. "Zuerst
einmal ist es sehr schwierig, eine Finanzierung aufzustellen". Über
ein neues Stiftungsrecht, das sie in Deutschland sehr gut umgesetzt
sieht, könnte man Anreize setzen, dass mehr gesellschaftspolitische
Projekte umgesetzt werden. Aktuell sieht sie das in Österreich nur
als steuerschonende Möglichkeit, Vermögen zu parken. Ihr neues
Projekt heißt Bikes and Rails und ist ein Mietshaussyndikat. Das
heißt, sie bauen als Verein Wohnungen, die niemandem gehören. Wie
das genau funktioniert, können Sie im letzten Drittel dieser Folge
hören, oder auf der Homepage nachlesen. (C) Bildrechte esel.at
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